Konkrete Maßnahmen gefordert
Pflegereform mit Expertenrunde gestartet

Rudi Anschober (Grüne) startete Pflegereform mit Arbeitsgruppe von Experten.
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  • Foto: Land OÖ
  • hochgeladen von Thomas Kramesberger

Die Opposition und Österreichs große gemeinnützige Pflegeorganisationen reagieren auf den Start der Task Force der Bundesregierung für eine Pflegereform grundsätzlich optimistisch, jedoch dränge die Zeit, wie NEOS Gesundheitssprecher Gerald Loacker betont. Die FPÖ fordert Bundesgenossenschaft für Betreuung sowie eine Erhöhung des Pflegegeldes bei Pflege daheim. 

ÖSTERREICH. Am Dienstag hat Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) den Beteiligungs- und Expertenprozessprozess der Bundesregierung anlässlich der Fachtagung der von ihm ins Leben gerufenen „Task Force Pflege“ am 20. Oktober in Wien losgetreten. Bei dieser Fachtagung treffen sich zahlreiche Selbstvertreter, Experten, Stakeholder und Politiker, um über zentrale Pflege-Themen zu diskutieren.

„Die Expertinnen und Experten machten deutlich, dass Pflege eine gesamtgesellschaftliche und keine familiäre Aufgabe sei. Das bedeutet, dass der Staat und die Politik der entsprechenden Verantwortung nachkommen müssen: Der Pflegeberuf muss attraktiviert werden, um den drohenden Personalmangel zu stoppen“, sagt Bedrana Ribo, Grüne Sprecherin für Senioren und Pflege.

Gemischte Reaktionen auf Pflegeprozess

„Zu viele Regierungen sprechen schon zu lange von einer Reform, getan wurde nichts. Es ist höchst an der Zeit, dass eine breit angelegte Pflegereform mit allen Playern am Tisch angegangen wird.“ Loacker pocht auf eine tiefgreifende Reform des Systems, eine Entflechtung der Zuständigkeiten und Geldflüsse, klare Kompetenzen, ein Schwerpunkt auf Prävention sowie bundesweit einheitliche Qualitätsstandards, „die Postleitzahl darf nicht über die Qualität der Pflege entscheiden.“ Ebenso müsse durch eine neue Finanzierung die Pflege daheim so lange wie es vernünftig ist, möglich werden - und nicht weniger attraktiv sein als das Abschieben in ein Heim, wie es aktuell der Fall sei.

Österreichs große gemeinnützige Pflegeorganisationen sehen den Beteiligungs- und Expertenprozess zur Pflegereform positiv. „Inhaltlichen Eckpfeiler der Reform sind jetzt einzuschlagen“.

Generalsekretärin der Caritas Österreich, Anna Parr: „Es ist etwa vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und des steigenden Pflegebedarfs sowie der nahenden Pensionierungswelle im Sektor völlig unumstritten, dass die Gewinnung von ausreichend Personal für die Pflege und Betreuung entscheidend für den nachhaltigen Erfolg der Pflegereform sein wird. Es ist daher auch klar, dass in der Ausbildung eine ganze Reihe von Maßnahmen ergriffen werden muss. Dazu wurden in der Task Force Pflege etliche Ansätze und verschiedene Überlegungen entwickelt."

'Marketing-Sprech'  

FPÖ-Bundesparteiobmann und Dritter Nationalratspräsident Norbert Hofer kritisiert anlässlich der Arbeitstagung zur Pflegereform, dass seitens der schwarz-grünen Bundesregierung bisher nur Organisatorisches aufgesetzt worden sei, es jedoch keinerlei inhaltliche Maßnahmen gebe. „Bisher haben wir nur den üblichen ‚Marketing-Sprech‘ gehört."

Hofer verweist auf die Dringlichkeit des Handelns, da die bisherigen 24-Stunden-Betreuerinnen aus den ehemaligen Oststaaten nicht ewig zur Verfügung stehen würden, da auch in diesen Ländern das Einkommen Gott sei Dank steige. Außerdem handle es sich bei der 24-Stunden-Betreuung nach Ansicht von Arbeitsrechtsexperten nicht um eine selbständige Tätigkeit und es sei nur eine Frage der Zeit, bis eine Klage auf Anerkennung als Arbeitnehmer drohe. Die FPÖ fordert Bundesgenossenschaft für Betreuung sowie eine Erhöhung des Pflegegeldes bei Pflege daheim.

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