Zum Weltflüchtlingstag
Rotes Kreuz warnt vor humanitärer Katastrophe

Laut UNO sind 50 Prozent der 70,8 Millionen Menschen, die sich auf der Flucht oder in flüchtlingsähnlichen Situationen befinden, jünger als 18 Jahre.
  • Laut UNO sind 50 Prozent der 70,8 Millionen Menschen, die sich auf der Flucht oder in flüchtlingsähnlichen Situationen befinden, jünger als 18 Jahre.
  • Foto: UNICEF/Schermbrucker
  • hochgeladen von Sebastian Noggler

Anlässlich des Weltflüchtlingstags am Samstag appelliert das Österreichische Rote Kreuz an die türkis-grüne Bundesregierung, unbegleitete minderjährige Flüchtlinge aus Griechenland aufzunehmen. SPÖ und NEOS schließen sich der Forderung an. 

ÖSTERREICH. Die Zahl der Menschen, die weltweit vor Krieg, Konflikten und Verfolgung fliehen, war noch nie so hoch wie heute. Laut dem neuesten 'Global Trends'-Bericht des UN-Flüchtlingshochkommissariats UNHCR befinden sich aktuell 80 Millionen Menschen auf der Flucht oder sind Opfer von Vertreibung. Das ist mehr als ein Prozent der Weltbevölkerung. "Hunderttausende Menschen auf der Flucht harren weltweit in überfüllten Camps auf engstem Raum unter teils unmenschlichen Bedingungen aus", mahnt das Rote Kreuz in einer Aussendung anlässlich des Weltflüchtlingstags. Die Covid-Pandemie habe ihre Situation noch weiter verschlimmert. In Europa ist die Lage auf den griechischen Inseln besonders schlimm. 40.000 Menschen seien dort gestrandet, ein Drittel davon Kinder und Jugendliche. 

Das Rote Kreuz appelliert daher an die Regierung, dem Beispiel anderer europäischer Staaten zu folgen und unbegleitete minderjährige Flüchtlinge aus Griechenland aufzunehmen „Österreich hat hier eine humanitäre Verantwortung, die über Hilfslieferungen hinaus geht. Mit einem kleinen Akt der Solidarität können wir gemeinsam eine humanitäre Katastrophe mitten in Europa verhindern“, sagte Rotkreuz-Präsident Gerald Schöpfer am Freitag.

Aufgrund der verheerenden hygienischen Bedingungen seien die Menschen in Flüchtlingscamps dem Virus schutzlos ausgeliefert. "Kinder und Jugendliche sind besonders schutzbedürftig und auf unsere Hilfe angewiesen", so Schöpfer. 

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SPÖ plädiert für europäisches Asylsystem

SPÖ-Integrationssprecherin Nurten Yılmaz fordert am Weltflüchtlingstag mehr europäische Solidarität: "Es ist höchste Zeit, dass wir uns für ein einheitliches europäisches Asylsystem einsetzen. An dem haben sich dann alle zu beteiligen, anstatt die Grenzregionen mit den Herausforderungen alleinzulassen“, betont Yilmaz. Es brauche gemeinsame Standards der Menschlichkeit und transparente, rasche Verfahren. In Bezug auf Österreich beklagt die Abgeordnete, dass die Verfahren zu lange dauern würden. Das sorge für Unsicherheiten und Unklarheiten für die Betroffenen.

NEOS-Sprecherin für Asyl und Inneres, Stephanie Krisper, fordert, dass Österreich endlich am Relocation-Programm der EU teilnehmen müsse und vulnerable Flüchtlinge aus den griechischen Lagern aufnehmen solle. "Menschen leben dort auf engstem Raum unter unvorstellbaren Bedingungen. Die einzig menschliche Lösung ist es, die Lager aufzulösen und die Menschen aufs Festland zu bringen". Die türkis-grüne Bundesregierung stehe Lösungen im Weg, kritisiert Krisper. "Damit steht sie für eine klar anti-europäische und menschenrechtsfeindliche Strategie, bei der die Grünen mitmachen". 

Bundespräsident Alexander Van der Bellen hatte sich Anfang März noch vor Ausbruch der Corona-Krise in Österreich für eine Aufnahme von Flüchtlingen "in bestimmtem Ausmaß" ausgesprochen. Es widerstrebe dem "europäischen Gedanken zutiefst", Griechenland in dieser Situation alleine zu lassen. Österreich solle Flüchtlinge aufnehmen, wenn für diese eine Chance von Asyl bestehe, so Van der Bellen.

Van der Bellen für Aufnahme von Flüchtlingen

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