Rechnungshof-Kritik
Schlechtes Zeugnis für Schulen bei Leseförderung

Ein schlechtes Zeugnis stellt der Rechnungshof den Schulen aus.
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Ein schlechtes Zeugnis stellt der Rechnungshof den Schulen aus. Konkret sieht man bei der Leseförderung 'hohen Verbesserungsbedarf'. Weiters in Kritik stehen Bücher mit alter Rechtschreibung in Schulbibliotheken und Stundenkürzungen.

ÖSTERREICH. Pünktlich zum Beginn der Semesterferien stellt der Rechnungshof in seinem neuesten Bericht den Schulen ein schlechtes Zeugnis aus. Konkret geprüft wurde in den Schuljahren 2014/15 bis 2017/18 das Bildungsministerium sowie die Länder Salzburg und Niederösterreich, und zwar die Lehrpläne, Erlässe und die diversen nationalen und internationalen Studien zum Thema Lesen.

Schlechte Leseleistung

Im Österreich-Durchschnitt haben 13 Prozent der Kinder in der 4. Klasse Volksschule größte Mühe beim Lesen. Beim Bildungstest 2016 hatten immerhin  noch 17 Prozent der Jugendlichen Probleme, und das nach acht Jahren Schule. Der Rechnungshof sieht den Grund dafür vor allem in der Kürzung der Schulstunden. Verlangt wird eine Evaluierung der Streichung. Ex-Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (ÖVP) etwa hatte 2003/04 eine Kürzungen der Schulstunden angeordnet, statt 92 Wochenstunden sank die Zahl an den Volksschulen auf 90. 

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Gesamtkonzept gefordert

Der Rechnungshof vermisst weiters ein "strukturiertes gesamthaftes Konzept" und eine Bündelung der Aktivitäten der zahlreichen Vereine und Institutionen. Empfohlen wird, eine zentrale Ansprechperson für den Bereich Lesen zu ernennen. Weiters äußerst sich der Rechnungshof kritisch am Grundsatzerlass Lesen von 2017:  "Der Rechnungshof kritisierte, dass die verknappte, abstrakte Ausrichtung in weiten Teilen des Erlasses die Verständlichkeit und damit die operationale Anwendbarkeit erschwerte. Eine praxisnahe Ausrichtung eines Leseerlasses wäre insofern zweckmäßig, als das Thema Leseerziehung alle Lehrpersonen, die Schulleitung sowie die Tagesbetreuung betrifft, die vielfach nicht auf Lesedidaktik spezialisiert sind. Der Leseerlass sollte so formuliert sein, dass eine breit gefächerte Zielgruppe damit operativ arbeiten kann."

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Bibliotheken mangelhaft

Die Ausstattung der Schulbibliotheken sei mangelhaft, so die Kritik: Man habe sogar Bücher mit der alten Rechtschreibung gefunden. Empfohlen wird den  Bildungsdirektionen daher, "die Schulerhalter über die pädagogische Notwendigkeit eines Bibliotheksbestands nach der neuen Rechtschreibung zu informieren". Auch würden Bibliotheken teilweise komplett fehlen: So seien etwa in Salzburgs Volksschulen 72 Prozent versorgt, in Niederösterreich hätten aber nur 46 Prozent aller Volksschulen eine Bibliothek.

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Autor:

Anna Richter-Trummer aus Wien

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