Größter Brocken für Sozialminister
So will Rudolf Anschober die Pflege reformieren

Rudolf Anschober ist seit dem 7. Jänner 2020 Bundesminister für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz.
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  • Rudolf Anschober ist seit dem 7. Jänner 2020 Bundesminister für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz.
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Die Pflege ist die größte Herausforderung seines Ressorts - das hat der neue Grüne Sozialminister Rudolf Anschober schon kurz nach seiner Angelobung gesagt.

Wie wichtig das Thema für die Regierung ist, zeigt sich auch daran, dass Kanzler und Vizekanzler als ersten gemeinsamen Auftritt nach den Antrittsterminen am Montag ein Besuch in einem Pflegeheim gewählt haben. "Wir haben einen starken Sozialstaat und da gehören das Altern in Würde und die bestmögliche Versorgung dazu", sagte Kurz am Montag. Er bedankte sich bei den Pflegekräften des Heimes in Wien-Ottakring für ihre wertvolle Arbeit und versprach vonseiten der Politik eine nachhaltige Lösung der Probleme im Pflegebereich. Als erstes nannte er die Finanzierung. "Wir wollen diese leidige Debatte zwischen Bund und Ländern beenden."

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Task Force für Pflegethema

Ein ganzes Bündel an Maßnahmen sind geplant. Für Sozialminister Rudolf Anschober ist der erste Schritt die Gründung einer "Task Force", die aus Ländern, Bund und Gemeinden besteht, wie er am Dienstag im Morgenjournal erklärte. Dazu sollen Experten von NGOs herangezogen, in den nächsten zwei Monaten soll in einem Österreich-Dialog die Zivilbevölkerung einbezogen werden. Erste Beschlüsse sollen bereits im Ministerrat am Mittwoch erfolgen, darunter ein Schulversuch mit 150 Schülern. Nach einem Jahr soll dieser Schulversuch evaluiert werden.

Bis 2030 braucht es 75.000 Pflegekräfte, wie Vizekanzler Werner Kogler am Montag ankündigte. Zum Ausbau der Pflegekräfte schweben der Regierung neben einer dreijährigen Fachschule eine fünfjährige höhere Ausbildung vor. Über eine Pflegelehre sollen jungen Menschen eine theoretische Ausbildung geboten, für die Arbeit mit Pflegefällen sollen diese aber erst nach drei Jahren Ausbildung herangezogen werden.

Die Finanzierung sei eine der Herausforderungen, die der Task Force bevorstehe, so Anschober.
  • Die Finanzierung sei eine der Herausforderungen, die der Task Force bevorstehe, so Anschober.
  • Foto: Land OÖ
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Gelder aus öffentlicher und privater Hand

Die Bündelung von Finanzierungsströmen heißt laut Anschober: Man wolle eine mehrheitlich öffentliche Finanzierung aus dem Budget, aber zusätzlich wolle man aus der Sozialversicherung Gelder lukrieren - die ÖVP denkt hier vor allem an die Unfallversicherung AUVA. Die Finanzierung sei eine der Herausforderungen, die der Task Force bevorstehe, so Anschober. Bundeskanzler Sebastian Kurz versprach am Montag beim Besuch des Pflegeheimes, dass es mehr Geld geben und die Pflege auch künftig großteils vom Bund finanziert werde.

Sebastian Kurz (ÖVP), Werner Kogler und Rudi Anschober von den Grünen nahmen am Montag einen gemeinsamen Termin im Haus der Barmherzigkeit war.
  • Sebastian Kurz (ÖVP), Werner Kogler und Rudi Anschober von den Grünen nahmen am Montag einen gemeinsamen Termin im Haus der Barmherzigkeit war.
  • Foto: BKA/Andy Wenzel
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Höhere Anreize für Pflegeberufe

Der Pflegeberuf wurde in die Mangelberufsliste aufgenommen. Über eine bessere Bezahlung sollen Pflegende einen größeren Anreiz für diese Tätigkeit bekommen. Wie hoch diese sein wird, ließ Anschober im Ö1-Gespräch noch offen. Bei AMS-Qualifizierungs- und Umschulungsmaßnahmen soll der Beruf breiter gestreut werden.

Für die Attraktivierung des Berufs will Anschober in Pflegeheime gehen, mit Pflegenden direkte Dialoge führen, um herauszufiltern, was die Bedürfnisse vorliegen. Insgesamt wolle man die häusliche Pflege ausbauen, Kinder und Jugendliche als pflegende Angehörige sollen Hilfestellungen bei der Pflege angeboten werden.

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