SPÖ fordert
Unterhaltsgarantie soll Armut vermeiden

94 Prozent der Alleinerziehenden sind Frauen, jedes vierte Kind in Österreich wächst in einem Eineltern-Haushalt auf, mit 15 Arbeitsstunde am Tag gehören Alleinerzieherinnen laut Studie der Arbeiterkammer zu jenen, die am meisten arbeiten. Trotzdem ist jede zweite Mutter armutsgefährdet, das waren vor der Pandemie nur 40 Prozent.
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  • 94 Prozent der Alleinerziehenden sind Frauen, jedes vierte Kind in Österreich wächst in einem Eineltern-Haushalt auf, mit 15 Arbeitsstunde am Tag gehören Alleinerzieherinnen laut Studie der Arbeiterkammer zu jenen, die am meisten arbeiten. Trotzdem ist jede zweite Mutter armutsgefährdet, das waren vor der Pandemie nur 40 Prozent.
  • Foto: IgorTishenko/panthermedia
  • hochgeladen von Veronika Mair

Einen „Alleinerzieherinnen-Gipfel“ fordert SPÖ-Frauenvorsitzende Gabriele Heinisch-Hosek von der Bundesregierung. „Die Situation der Alleinerzieherinnen und ihren Kindern ist dramatisch. Sie sind ohne Corona-Krise schon doppelt so oft von Armut betroffen, die Krise verschärft diese Situation zusätzlich. Ein unwürdiger Zustand in einem reichen Land wie Österreich“, so Heinisch-Hosek. Sie fordert eine Unterhaltsgarantie und eine neue Kinderkostenanalyse. Diese sei längst in Planung, kontern die Grünen. 

ÖSTERREICH.  In Österreich gibt es ca. 167.000 Alleinerziehende, 94 Prozent davon sind Frauen. Rund 44 Prozent der Alleinerziehenden und ihre Kinder sind stark von Armut gefährdet. Rasch umgesetzt werden müsse laut Heinisch Hoschek nun die Unterhaltsgarantie für Kinder, die keinen oder einen sehr geringen Unterhalt oder Unterhaltsvorschuss beziehen. Doch, wie eine parlamentarische Anfrage der Abgeordneten Katharina Kucharowits ergeben hat, schiebt die türkis-grüne Bundesregierung die langjährige Forderung nach einer Unterhaltsgarantie wieder auf die lange Bank, so der Vorwurf der SPÖ. „Das ist beschämend“, so Heinisch-Hosek. Es sei höchst an der Zeit, dass der Unterhaltsgarantiebetrag am Leben im Jahr 2021 orientiert wird. „Und nicht nach einer Kinderkostenanalyse, die 1964 zum letzten Mal erstellt worden ist“, fordert die SPÖ-Frauenvorsitzende. 

Unterstützung von Alleinerziehenden ist zentrales Anliegen

„Die Situation für viele Alleinerziehende war schon vor der Coronakrise prekär und es war und ist stets unser Anspruch, hier für Verbesserungen zu sorgen", sagt Barbara Neßler, Familiensprecherin der Grünen: "Dies spiegelt sich auch im Regierungsprogramm und den bereits gesetzten Maßnahmen wieder. Durch die Krise hat sich die Situation für viele Familien und insbesondere für Alleinerziehende weiter verschärft."

Versäumnisse vergangener Regierungen

94 Prozent der Alleinerziehenden in Österreich sind Frauen, viele von ihnen sind armutsgefährdet. Frauensprecherin und Vorsitzende der Grünen Frauen Österreich Meri Disoski ortet viele Versäumnisse. „Corona hat hier Versäumnisse vergangener Regierungen drastisch offengelegt. Wir Grüne werden uns weiterhin für Verbesserungen stark machen.“ Überrascht zeigt sich die Disoski als Grüne Frauensprecherin vor allem darüber, dass die Bundesfrauenvorsitzende der SPÖ nicht über den von ihr mitgetragenen Beschluss über die Umsetzung der Kinderkostenstudie informiert ist. Diese sei längst in Planung und würde, wie mehrfach kommuniziert, umgesetzt.

Kinderkostenstudie befindet sich in Umsetzung

Neßler dazu: „Diese Studie war stets ein Anliegen von uns und wurde auch ins Regierungsprogramm eingebracht. Sie befindet sich nun bereits in Umsetzung und die Ergebnisse der Kinderkostenstudie werden bereits in diesem Jahr erwartet. Nach 56 Jahren war die Erstellung einer Kinderkostenstudie schon längst überfällig.“

Reform des Unterhaltsvorschusses

Laut Grünen seien im Regierungsprogramm auch klare Maßnahmen zur finanziellen Absicherung von Alleinerziehenden zu finden, wie etwa eine Reform des Unterhaltsvorschusses: „Unser erklärtes Ziel ist es, der Frauen-und Kinderarmut den Kampf anzusagen, die Kinderkostenstudie ist der erste wichtige Schritt und markiert den Startschuss", erklärt die Familiensprecherin. Die finanzielle Absicherung für viele Alleinerziehende und deren Kindern müsse nachhaltig und dauerhaft sichergestellt werden. "Wir arbeiten bereits intensiv an den Maßnahmen, um dies zu erreichen. Eine dieser Maßnahmen, die auch klar im Regierungsprogramm festgehalten wurde, ist die Schließung der bestehenden Lücken im Unterhaltsvorschuss mit einer Sicherstellung auch durch Sozialleistungen“, betont Neßler.

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94 Prozent der Alleinerziehenden sind Frauen, jedes vierte Kind in Österreich wächst in einem Eineltern-Haushalt auf, mit 15 Arbeitsstunde am Tag gehören Alleinerzieherinnen laut Studie der Arbeiterkammer zu jenen, die am meisten arbeiten. Trotzdem ist jede zweite Mutter armutsgefährdet, das waren vor der Pandemie nur 40 Prozent.
Persönliche soziale Netzwerke hat für viele Alleinerzieherinnen katastrophale Auswirkungen, sie sind wichtiger existenzsichernde Faktor für die Alltagsbewältigung.

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