Atomkraft
Verträge zum Ausbau von AKW Dukovany unterzeichnet

Das tschechische Atomkraftwerk Dukovany liegt nur rund 35 Kilometer von der österreichischen Grenze entfernt.
  • Das tschechische Atomkraftwerk Dukovany liegt nur rund 35 Kilometer von der österreichischen Grenze entfernt.
  • Foto: Petr Kadlec/Flickr/CC BY-SA 2.0
  • hochgeladen von Wolfgang Unterhuber

Trotz massivem Widerstands aus Österreich haben die tschechische Regierung und der teilstaatliche tschechische Energiekonzern (CEZ) dem Ausbau des Atomkraftwerks (AKW) Dukovany grünes Licht gegeben. Vizepremier und Industrieminister Karel Havlicek und CEZ-Generaldirektor Daniel Benes unterschrieben die Verträge für den Bau eines fünften Reaktors am Dienstag. 

ÖSTERREICH. "Die Tschechische Republik hat keinen anderen Weg als die Atomkraft, wenn man Quellen ohne Emissionen nützen will", sagte Havlicek. "Wir wollen, dass die Tschechische Republik im Energiebereich autark und sicher ist", so der Minister auf einer Pressekonferenz. Über ihm prangte dabei ein Plakat mit der Parole "Pro nase deti" ("Für unsere Kinder").

Nur 35 Kilometer von Österreich entfernt

Der Ausbau des nur 35 Kilometer von der österreichischen Grenze entfernten Atomkraftwerks Dukovany wird schätzungsweise 162 Mrd. Kronen kosten (etwa sechs Mrd.Euro). Die tschechische Regierung hatte das Finanzierungsmodell zum Ausbau des AKW erst letzte Woche gebilligt. Das Modell sieht vor, dass der Staat 70 Prozent der Kosten trägt. Die restlichen 30 Prozent und eventuell anfallende Zusatzkosten soll dann der Energiekonzern CEZ übernehmen. 

China will Ausbau übernehmen

Bis Ende 2022 soll nun ein Auswahlverfahren stattfinden. Dabei soll das Unternehmen bestimmt werden, das den Ausbau übernimmt. Mehrere ausländische Konzerne sollen bereits zuvor ihr Interesse an dem Auftrag signalisiert haben, darunter Unternehmen aus den USA, Frankreich, Russland, China und Südkorea. Der Baubeginn soll dann 2029 erfolgen. Die Inbetriebnahme des neuen Blocks soll 2036 erfolgen.

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Widerstand aus Österreich

Österreich hatte zuvor an einem Umweltverträglichkeitsverfahren teilgenommen und kritisierte den AKW-Ausbau massiv. Bereits 2019, als das tschechische Umweltministerium den Ausbau genehmigt hatte, hieß es aus dem österreichischen Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus, dass man den Ausbau strikt ablehne und für "100 Prozent aus erneuerbaren Energien"sei. "Es ist völlig unverständlich, wie man heute noch neue Atommeiler errichten kann", erklärte die frühere Umweltministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) in einer Aussendung. 

"Sicherheit von Atomenergie ist ein Märchen"

"Die Sicherheit und Klimafreundlichkeit von Atomenergie ist ein Märchen. Vielen ist offenbar nicht bewusst, dass Uran ein nicht-nachwachsender Rohstoff ist, der in wenigen Jahrzehnten zur Neige gehen wird und dessen Abbau große Mengen an CO2 verursacht. Bald ist der Zeitpunkt erreicht, an dem der Uranabbau mehr Energie verbrauchen wird, als am Ende an Strom herauskommt. Und Tschechien ist wie viele europäische Länder abhängig von Uranimporten", erläutert Martin Litschauer, Anti-Atomenergie Sprecher der Grünen. "Wer glaubt, dass er mit Uranimporten energieautark wird, hat das Konzept der Selbstversorgung nicht verstanden".

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