Pilnacek-U-Ausschuss
Vertraute im Mittelpunkt bei Sitzung am Mittwoch
- Die Sitzung des Pilnacek-U-Ausschusses am Mittwoch, 11. Februar 2026, im Parlament in Wien.
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Im Untersuchungsausschuss zur Causa Pilnacek standen am Mittwoch enge Vertraute aus dem Umfeld des verstorbenen Ex-Justiz-Sektionschefs im Fokus. Eine Auskunftsperson korrigierte frühere Aussagen, zugleich sorgte das Vorgehen der ÖVP gegenüber einer weiteren Zeugin für heftige Kritik aller Oppositionsparteien – und auch der Koalitionspartner.
ÖSTERREICH/WIEN. Der Untersuchungsausschuss zu den Ermittlungen rund um den Tod von Christian Pilnacek hat seine Befragungen am Mittwoch, 11. Februar, fortgesetzt. Im Fokus der Sitzung stand eine Frau, die mit einer engen Vertrauten Pilnaceks nahe dem Fundort des Leichnams zusammengelebt hatte. Sie hatte Pilnacek in jener Nacht abgeholt, nachdem dieser von der Polizei wegen einer Alkoholfahrt angehalten worden war.
Vor dem Ausschuss relativierte sie mehrere frühere Angaben. Es sei ein "total verrückter Abend" gewesen, erklärte sie zu ihren damaligen Aussagen gegenüber Medien. Es seien Verschwörungstheorien aufgekommen, "ich habe mich zu Aussagen hinreißen lassen". Gegen die Frau wird wegen mutmaßlicher falscher Zeugenaussage ermittelt. Im Zentrum der Befragung standen auch ihre Kontakte nach Pilnaceks Tod, insbesondere zu ihrem damaligen Arbeitgeber Wolfgang Sobotka (ÖVP) sowie zu Bundespolizeidirektor Michael Takacs. Ein Naheverhältnis zur Familie Sobotka bestehe nicht, man habe ein "professionelles Arbeitsverhältnis" gepflegt. Takacs sei "eine Art Bürokollege" gewesen, Druck habe keiner der beiden ausgeübt.
Kritik nach ÖVP-"Einschüchterungsversuch"
Ob sie mit Sobotka über den Obduktionsbericht gesprochen habe, könne sie nicht sagen. Zu einer angeblichen Strategiebesprechung des ÖVP-Klubs habe sie "keine Wahrnehmung". Fragen zu Pilnaceks Laptop oder einer sogenannten "roten Festplatte" beantwortete die Auskunftsperson nur eingeschränkt oder gar nicht.
- Fraktionsführer Andreas Hanger (ÖVP) im Rahmen einer Sitzung des Pilnacek-U-Ausschusses am Mittwoch, 11. Februar 2026, im Parlament in Wien.
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Vor Sitzungsbeginn kam es auch zu einer politischer Auseinandersetzung. Anlass war die Aufforderung von ÖVP-Fraktionsführer Andreas Hanger an die Finanzprokuratur, mögliche Schadenersatzansprüche gegen eine weitere geladene Auskunftsperson zu prüfen. FPÖ-Fraktionsführer Christian Hafenecker sprach von einem "ungeheuerlichen Vorgang" und "Methoden autoritärer Systeme". Grünen-Fraktionsführerin Nina Tomaselli erklärte: "Einer Privatperson einen Tag vor der Befragung mit einer Millionenklage zu drohen, die keinerlei Aussicht auf Erfolg hat, das hat eine neue Qualität."
Auch SPÖ und Neos übten Kritik. Kai Jan Krainer (SPÖ) sprach von einem "inakzeptablen Verhalten", Sophie Wotscke (Neos) von einem "klaren Einschüchterungsversuch". Hanger entgegnete, die Zeugin habe freiwillig die Öffentlichkeit gesucht und nun Gelegenheit, widersprüchliche Aussagen aufzuklären.
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