Pilnacek-U-Ausschuss
Vertraute im Mittelpunkt bei Sitzung am Mittwoch

Die Sitzung des Pilnacek-U-Ausschusses am Mittwoch, 11. Februar 2026, im Parlament in Wien. | Foto: APA-Images / APA / GEORG HOCHMUTH
4Bilder
  • Die Sitzung des Pilnacek-U-Ausschusses am Mittwoch, 11. Februar 2026, im Parlament in Wien.
  • Foto: APA-Images / APA / GEORG HOCHMUTH
  • hochgeladen von Kevin Chi

Im Untersuchungsausschuss zur Causa Pilnacek standen am Mittwoch enge Vertraute aus dem Umfeld des verstorbenen Ex-Justiz-Sektionschefs im Fokus. Eine Auskunftsperson korrigierte frühere Aussagen, zugleich sorgte das Vorgehen der ÖVP gegenüber einer weiteren Zeugin für heftige Kritik aller Oppositionsparteien – und auch der Koalitionspartner.

ÖSTERREICH/WIEN. Der Untersuchungsausschuss zu den Ermittlungen rund um den Tod von Christian Pilnacek hat seine Befragungen am Mittwoch, 11. Februar, fortgesetzt. Im Fokus der Sitzung stand eine Frau, die mit einer engen Vertrauten Pilnaceks nahe dem Fundort des Leichnams zusammengelebt hatte. Sie hatte Pilnacek in jener Nacht abgeholt, nachdem dieser von der Polizei wegen einer Alkoholfahrt angehalten worden war.

Vor dem Ausschuss relativierte sie mehrere frühere Angaben. Es sei ein "total verrückter Abend" gewesen, erklärte sie zu ihren damaligen Aussagen gegenüber Medien. Es seien Verschwörungstheorien aufgekommen, "ich habe mich zu Aussagen hinreißen lassen". Gegen die Frau wird wegen mutmaßlicher falscher Zeugenaussage ermittelt. Im Zentrum der Befragung standen auch ihre Kontakte nach Pilnaceks Tod, insbesondere zu ihrem damaligen Arbeitgeber Wolfgang Sobotka (ÖVP) sowie zu Bundespolizeidirektor Michael Takacs. Ein Naheverhältnis zur Familie Sobotka bestehe nicht, man habe ein "professionelles Arbeitsverhältnis" gepflegt. Takacs sei "eine Art Bürokollege" gewesen, Druck habe keiner der beiden ausgeübt.

Kritik nach ÖVP-"Einschüchterungsversuch"

Ob sie mit Sobotka über den Obduktionsbericht gesprochen habe, könne sie nicht sagen. Zu einer angeblichen Strategiebesprechung des ÖVP-Klubs habe sie "keine Wahrnehmung". Fragen zu Pilnaceks Laptop oder einer sogenannten "roten Festplatte" beantwortete die Auskunftsperson nur eingeschränkt oder gar nicht.

Fraktionsführer Andreas Hanger (ÖVP) im Rahmen einer Sitzung des Pilnacek-U-Ausschusses am Mittwoch, 11. Februar 2026, im Parlament in Wien. | Foto: APA-Images / APA / GEORG HOCHMUTH
  • Fraktionsführer Andreas Hanger (ÖVP) im Rahmen einer Sitzung des Pilnacek-U-Ausschusses am Mittwoch, 11. Februar 2026, im Parlament in Wien.
  • Foto: APA-Images / APA / GEORG HOCHMUTH
  • hochgeladen von Kevin Chi

Vor Sitzungsbeginn kam es auch zu einer politischer Auseinandersetzung. Anlass war die Aufforderung von ÖVP-Fraktionsführer Andreas Hanger an die Finanzprokuratur, mögliche Schadenersatzansprüche gegen eine weitere geladene Auskunftsperson zu prüfen. FPÖ-Fraktionsführer Christian Hafenecker sprach von einem "ungeheuerlichen Vorgang" und "Methoden autoritärer Systeme". Grünen-Fraktionsführerin Nina Tomaselli erklärte: "Einer Privatperson einen Tag vor der Befragung mit einer Millionenklage zu drohen, die keinerlei Aussicht auf Erfolg hat, das hat eine neue Qualität."

Auch SPÖ und Neos übten Kritik. Kai Jan Krainer (SPÖ) sprach von einem "inakzeptablen Verhalten", Sophie Wotscke (Neos) von einem "klaren Einschüchterungsversuch". Hanger entgegnete, die Zeugin habe freiwillig die Öffentlichkeit gesucht und nun Gelegenheit, widersprüchliche Aussagen aufzuklären.

Zum Thema:

Neos wollen Ex-Kanzler Sebastian Kurz befragen
Zeugen schildern Ablauf nach Leichenfund in Rossatz

U-Ausschuss zur Causa Pilnacek startet am Mittwoch
Die Sitzung des Pilnacek-U-Ausschusses am Mittwoch, 11. Februar 2026, im Parlament in Wien. | Foto: APA-Images / APA / GEORG HOCHMUTH
Fraktionsführer Andreas Hanger (ÖVP) im Rahmen einer Sitzung des Pilnacek-U-Ausschusses am Mittwoch, 11. Februar 2026, im Parlament in Wien. | Foto: APA-Images / APA / GEORG HOCHMUTH
Ausschuss-Vorsitzender Norbert Nemeth (FPÖ) im Rahmen einer Sitzung des Pilnacek-U-Ausschusses am Mittwoch, 11. Februar 2026, im Parlament in Wien. | Foto: APA-Images / APA / GEORG HOCHMUTH
Foto: APA-Images / APA / GEORG HOCHMUTH
Anzeige
Der Bürokratie-Abbau muss in den Unternehmen ankommen. | Foto: Mangkorn/PantherMedia
3

Rasche Bürokratieentlastung
Wo jetzt der Hebel angesetzt gehört

Ein erster Schritt ist gemacht - weitere müssen folgen. Damit die Entlastung spürbar bei den Unternehmen ankommt. Hinter Österreichs Wachstumsprognosen steht ein Fragezeichen. Die geopolitischen Krisenherde verursachen neue Kosten. Und es gilt weiterhin, das Budget zu sanieren. Die gute Nachricht: Bürokratie-Abbau kostet den Staat nichts, bringt aber Spielraum für Investitionen und somit Wachstum. Allein eine Reduktion der Regelungswut und Vorschriftenflut um 5 bis 10 Prozent könnte Österreichs...

Du möchtest kommentieren?

Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.

W S T St K V B

UP TO DATE BLEIBEN


Aktuelle Nachrichten aus Österreich auf MeinBezirk.at

Neuigkeiten aus deinem Bezirk als Push-Nachricht direkt aufs Handy

MeinBezirk auf Facebook: MeinBezirk.at/Österrreichweite Nachrichten

MeinBezirk auf Instagram: @meinbezirk.at


Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Karte einbetten

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Code einbetten

Funktionalität des eingebetteten Codes ohne Gewähr. Bitte Einbettungen für Video, Social, Link und Maps mit dem vom System vorgesehenen Einbettungsfuntkionen vornehmen.
Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Foto des Tages einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Du möchtest selbst beitragen?

Melde dich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.