119 Neuinfektionen in Österreich
Wegen Party: Jugendliche verursachten Corona-Cluster in St. Wolfgang

"Wir waren auf so eine Krise nicht vorbereitet", so Anschober bei einer aktuellen Pressekonferenz. Es sei eine schwierige Ausgangsposition gewesen für das Gesundheitsministerium.
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  • "Wir waren auf so eine Krise nicht vorbereitet", so Anschober bei einer aktuellen Pressekonferenz. Es sei eine schwierige Ausgangsposition gewesen für das Gesundheitsministerium.
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Weiterhin steigt die Zahl der Neuinfektionen alarmierend schnell, 119 positiv Getestete waren es in den letzten 24 Stunden, alle Bundesländer sind jetzt wieder vom Coronavirus betroffen. Grund für den Cluster in St. Wolfgang seien Praktikanten gewesen, die "Party" gemacht und sich dabei infiziert hätten. Zur aktuellen Corona-Lage in Österreich informiert Gesundheitsminister Rudi Anschober (Grüne) gemeinsam mit Infektionsepidemiologin Daniela Schmid von der AGES  in einer aktuellen Pressekonferenz.

ÖSTERREICH. Die Zahl der Neuinfizierten in Österreich ist erneut dreistellig: In den vergangenen 24 Stunden wurden mit Stand 9.30 Uhr 119 Personen in Österreich positiv getestet. Alle neun Bundesländer weisen Neuinfektionen aus: Die meisten gab es in Wien (36), gefolgt von Oberösterreich (30) und Niederösterreich (23). Danach folgen die Steiermark mit 12 neuen Infektionen, Tirol mit fünf, Salzburg mit vier und das Burgenland, Vorarlberg und Kärnten mit je drei. Die Zeichen stehen also weiterhin nicht auf Entspannung.

"Waren auf Krise nicht vorbereitet"

"Wir waren auf so eine Krise nicht vorbereitet", so Anschober bei der Pressekonferenz. Es sei eine schwierige Ausgangsposition gewesen für das Gesundheitsministerium. Er kritisiert die Kürzungen im Gesundheitsministerium vor zwei Jahren durch Ministerin Hartinger-Klein. Anschober danke allen Mitarbeitern für ihr Engagement, die es erst möglich gemacht hatten, dass Österreich so gut durch die Krise gekommen ist. Die Aufhebungen zweier Bestimmungen durch den Verfassungsgerichtshof sei ein Paukenschlag gewesen. Die Fehler bezüglich der Einreisebestimmungen gesteht Anschober ein: "Das darf sich nichtmehr wiederholen." Man werde die Struktur im Haus verändern und sich neu aufstellen, durch eine Organisationsreform, die im Herbst abgeschlossen werden soll. Man werde juristische Mitarbeiter aufstocken (etwa sechs Mitarbeiter). Und die Abläufe werden auf neue Beine gestellt, der Verfassungsdienst werde verstärkt einbezogen. Anschober will ebenso den Zeitdruck rausnehmen, auf das Verfassungsgerichtshof-Urteil reagieren und eine Novellierung des Covid-Maßnahmengesetzes durchführen, das im September der Nationalrat passieren soll. Der strafrechtliche Erlass aller bisher verhängten Strafen werde geprüft. Auch die Abstandsregelungen werde novelliert. 2021 soll es auch ein neues Epidemiegesetzt geben,  denn es stamme aus 1913.

Erneut dreistellige Zahl der Neuinfektionen

Der Minister bedauert die Zunahme an Neuinfektionen, der erneut dreistellig sei mit 119 Neuinfektionen. "Wir wollen eine zweite Welle auf alle Fälle verhindern." Man teste mehr als je zuvor, denn "Alles was man jetzt nicht entdeckt, das macht uns dann im Herbst Probleme." Regionale Cluster-Bildungen gab es etliche, etwa in Salzburg, Niederösterreich und Wien, jetzt eben in St. Wolfgang.  Aktuell gebe es 62 festgestellte Infektionen, so Daniela Schmid  von der AGES.

"Party" hat Corona-Cluster in St. Wolfgang ausgelöst

Die meisten seien jugendliche Praktikanten im Servicebereich, die ein Nachtlokal besucht hatten und den Mund-Nasenschutz  zwar beim Betreten getragen haben, selbigen aber dort vor Ort eben abgenommen hatten und dies habe zu einer mögliche Infektion geführt. Beide Nachlokale wurden gesperrt. Alle Gäste wurden verständigt. Positiv getestet wurde nur ein Gast. Alle EU-Länder wurden informiert. Ein Großteil der 1000 Tests wurde abgeschlossen. Alle Praktikanten sind in Isolation. Alle Besucher sind aufgerufen, ihren gesundheitlichen Zustand zu beobachten und allfällig testen zu lassen. Schmid weist darauf hin, dass das Risikoverhalten einer jüngeren Gruppe eben an sich ein anderes ist, und im Sommer würden Jugendliche eben Lokale aufsuchen. "Infektions-epidemologisch ist es ein altersspezifisches Verhalten", so Schmid. Das Virus habe sich nicht geändert, nur die Chancen der Übertragung steigt bei näherem Kontakt wie etwa bei Partys. Anschober: "Die Altersstruktur sinkt, immer mehr Jüngere sind infiziert, das Risikoverhalten hat sich geändert, es ist kleiner geworden, viele hatten wohl den Irrglauben, Corona ist erledigt und Jugendliche sind nicht betroffen, aber das stimmt nicht und das merkt man hier."

Keine Gratistests für Rückkehrer

Urlaubsrückkehrer aus Risikogebieten werden in Österreich keinen Gratis-Corona-Test bekommen, so Anschober. Sie müssen auf eigene Kosten eine Testung durchführen. Weiters sei in Betracht zu ziehen, ob international durchgeführte Tests auch tatsächlich zu trauen sei, gibt der Minister zu bedenken.

15 Österreicher auf Intensivstation

Österreichweit sind weiters 713 Personen an den Folgen des Corona-Virus verstorben und 18.379 sind wieder genesen. Derzeit befinden sich 89 Personen aufgrund des Corona-Virus in krankenhäuslicher Behandlung und davon 15 der Erkrankten auf Intensivstationen.

62 positive Corona-Tests in St. Wolfgang

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