Plus 5 Prozent Neueinsteiger
Ansturm auf die Lehrberufe in Österreich

Mehr Neueinsteiger als 2020: Lehrberufe nehmen zu.
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Allen düsteren Prognosen zum Trotz: Die Zahl der Lehrlingsausbildungen nimmt wieder stark zu.

ÖSTERREICH. Aufgrund der Corona-Krise gingen Prognosen von einem Rückgang der Lehrlingsanfänger um bis zu 20 Prozent aus. Die Zahl der Lehrlinge im ersten Lehrjahr in Unternehmen ist im Vorjahr jedoch gestiegen – im Vergleich zum Jahr 2020 sogar um fast fünf Prozent. Konkret gab es mit Stichtag 31. Dezember 2021 in Österreichs Ausbildungsbetrieben 29.592 Lehrlinge im ersten Lehrjahr. Das sind um 1.342 oder 4,8 Prozent mehr Lehranfänger als ein Jahr davor.

Die beliebtesten Sparten

Mit Plus zwölf Prozent verzeichnet die Sparten Transport & Verkehr den größten Zuwachs. Die Zahl der Lehranfänger ist auch im Tourismus und der Freizeitwirtschaft 2021 überraschend gestiegen – und das mit 10,3 Prozent sogar deutlich über dem Durchschnitt. Aber auch die Sparte Information & Conusutling hat mit 8,2 Prozent Zuwachs einen Nachwuchsschub bekommen. Mit einem Minus von 11,8 Prozent verzeichnen Banken und Versicherungen hingegen den größten Rückgang.

Hier sieht man: Bei den Neuanfängern gibt es ein sattes Plus von fast 5 Prozent.

Gewerbe & Handwerk sind immer noch die beliebtesten Lehr-Sparten, gefolgt von Industrie und Handel.
  • Gewerbe & Handwerk sind immer noch die beliebtesten Lehr-Sparten, gefolgt von Industrie und Handel.
  • Foto: WKO
  • hochgeladen von Mag. Maria Jelenko-Benedikt

Image der Lehre im Aufwind

Bei den Gesamtzahlen (über alle Jahrgänge) wirken die zwei Corona-Krisenjahre belastend nach: Mit 100.714 Lehrlingen in den Ausbildungsbetrieben per Ende 2021 gibt es hier noch einen geringfügigen Rückgang gegenüber dem Vorjahr, konkret um 462 Lehrlinge oder -0,5 Prozent. Das Image der Lehre ist aber klar im Aufwind, so Mariana Kühnel, stellvertretende Generalsekretärin der Wirtschaftskammer Österreich: „Wir sind überzeugt, dass sich der seit einigen Jahren beobachtbare Anstieg der Lehrlingszahlen, der durch Corona kurzzeitig unterbrochen wurde, in den nächsten Jahren fortsetzen wird.“

Dabei könnte die Bilanz sogar noch deutlich positiver ausfallen. Viele Ausbildungsplätze sind nämlich unbesetzt, weil die Betriebe keine geeigneten Bewerber finden. Laut AMS gibt es österreichweit momentan um 6.836 weniger Bewerber, die eine Lehrstelle suchen, als offen gemeldete Stellen.

Folgende Lehrberufe sind gerade in Begutachtung und starten 2022:

  • Bahnreise- und Mobilitätsservice
  • Berufsfotografie
  • Metallbearbeitung
  • Metalltechnik
  • Oberflächentechnik
  • Ofenbau- und Verlegetechnik
  • Prüftechnik
  • Tiefbauspezialist/Tiefbauspezialistin - Neuer Schwerpunkt "Tunnelbautechnik

Für 2022 werden folgende Lehrberufe überarbeitet: Kunststoffformgebung, Entsorgungs- und Recyclingfachkraft - Bereich Abwasser, Fleischverarbeitung, Tischlerei, Tischlereitechnik.

„Hilfe zur Selbsthilfe“

Laut einer Studie der Donau-Uni Krems und der MedUni Wien vom Frühsommer 2021 weisen 48,3 Prozent der Lehrlinge Symptome von Depressionen während der Corona-Pandemie auf. Das Lehrlingscoaching-Programm "Lehre statt Lehre" bietet Lehrlingen in der Ausbildung und im privaten Umfeld sowie auch Lehrbetrieben professionelle Begleitung, Beratung und Unterstützung, nach dem Grundsatz „Hilfe zur Selbsthilfe“. Dieses Programm wird nun erweitert und soll künftig auch bei Übernahme aus der überbetrieblichen Ausbildung, beim Onboarding und bei der Nutzung neuer Medien Unterstützung bieten. Die Coachings sind kostenlos, vertraulich und werden österreichweit angeboten. Häufigste Themen neben fachlicher Förderung: psychische Belastung und Konflikte.

Digitale Lernmethoden

Mittels digitaler Lernmethoden entwickelt das Wirtschaftsministerium gemeinsam mit der Wirtschaftskammer zusätzlich speziell für Lehrlinge neue Lehrvideos und Lernmittel für die digitalen Plattformen – als "Rüstzeug für die Zukunft und künftige Krisen".

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