Corona-Virus
Auch Demos der Beschäftigten in der Sozialwirtschaft abgesagt

Am 1. Februar fanden in Wien, Linz, Graz und Klagenfurt Demonstrationen für eine faire Lohn- und Gehaltserhöhung für die mehr als 100.000 Beschäftigten im privaten Gesundheits- und Sozialbereich statt.
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  • Am 1. Februar fanden in Wien, Linz, Graz und Klagenfurt Demonstrationen für eine faire Lohn- und Gehaltserhöhung für die mehr als 100.000 Beschäftigten im privaten Gesundheits- und Sozialbereich statt.
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Am Dienstagvormittag verkündete Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP), dass bei Großveranstaltungen (outdoor) nicht mehr als 500 Personen aufgrund der aktuellen Ereignisse in der Corona-Virus-Krise teilnehmen dürfen. Davon sind u.a. auch die für heute geplanten Demonstrationen der Beschäftigten in der Sozialwirtschaft betroffen. Gestreikt wird unter Einhaltung der Auflagen aber weiterhin, teile die GPA-djp auf meinbezirk-Anfrage. 

ÖSTERREICH. Nach sieben gescheiterten Anläufen bei den Kollektivvertragsverhandlungen in der Sozialwirtschaft hätten am Dienstag die Demonstrationen der Beschäftigten in die nächste Runde gehen sollen. In Wien sollten etwa 3.000 an einem Protestmarsch teilnehmen. "Wir haben die heutigen Demonstrationen aufgrund des Erlasses kurzfristig abgesagt. Das war für uns eine Mega-Herausforderung. Die Ereignisse haben sich in den letzen Minuten und Stunden überschlagen und wir haben gehandelt", erklärte Barbara Teiber, Bundesvorsitzende der GPA-djp am Dienstag im Gespräch mit meinbezirk.at. Fix sei aber, dass weiter gestreikt werde, so Teiber. Die Unterstützung aus der Bevölkerung sei nach wie vor "riesengroß". "Man sieht gerade jetzt in dieser Phase des Corona-Virus, wie wichtig der Job der Pfleger und Pflegerinnen und Menschen, die in der Betreuung arbeiten, ist." 

Geplatzter Protestmarsch

Am frühen Nachmittag sollte die Demonstration der in Sozial- oder Gesundheitsunternehmen Beschäftigten am Platz der Menschenrechte starten. Teiber und Roman Hebenstreit, Chef der Gewerkschaft vida, wollten dort zu den Teilnehmern sprechen. Im Anschluss sollte der Protestmarsch beginnen und sich über die Mariahilfer Straße und den Ring, in Richtung Ballhausplatz bewegen. Demonstrationen seien ein wichtiges Druckmittel, "aber wir haben weiterhin unsere Proteste in den Betrieben selbst. Die Arbeitgeber wissen, wie groß der Zuspruch in der Öffentlichkeit ist. Wir fühlen uns nach wie vor gestärkt für die nächste Verhandlungsrunde", betonte Teiber. 

Umfrage

Weitere Streiks geplant

Zu den für 24. und 25. März geplanten Streiks in Betrieben werde es trotz des heutigen Erlasses kommen, erklärte die Bundesvorsitzende der GPA-djp weiter. Damit soll knapp vor der achten Verhandlungsrunde am 26. März noch einmal Druck aufgebaut werden. "Wir werden natürlich den Erlass einhalten, dass es Indoor nicht mehr als eine Ansammlung von 100 Menschen geben darf und Outdoor nicht mehr als 500. Das müssen wir adaptieren, dass nicht gemeinsam alle in einem Raum sind." Bisher wurde an über 400 Standorten gestreikt, so Teiber. Diesmal sollen es sogar noch mehr sein. "Ich habe von fast allen Bundesländern Rückmeldungen, dass es mehr sein werden."  

Darum geht es

Seit Ende November verhandeln die Gewerkschaften GPA-djp und vida mit den Arbeitgebervertretern der SWÖ über einen Kollektivvertrag. Die Gewerkschaften fordern die Einführung einer 35-Stunden-Woche bei vollem Gehalts- und Personalausgleich. Die Arbeitgeber lehnten diese Forderung bisher vehement ab. Es fehle an den Mitteln, außerdem befürchte man eine Verschärfung des Personalmangels in der Pflege, so die Arbeitgeber.

Weitere Streiks in der Sozialwirtschaft angekündigt
Autor:

Ted Knops aus Wien

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