Bawag: Umstellung der Konten verärgert Kunden

0,39 Euro müssen Bawag-Kunden fürs Beheben von Bargeld an Bankomaten bei den Produkten KontoBox Small und Medium bezahlen.
  • 0,39 Euro müssen Bawag-Kunden fürs Beheben von Bargeld an Bankomaten bei den Produkten KontoBox Small und Medium bezahlen.
  • Foto: pixabay/Hans – CC0
  • hochgeladen von Sabine Miesgang

ÖSTERREICH. Bei zwei Konto-Paketen der Bawag ist die Bargeldbehebung nicht gratis: Eine einzige kostenlose Behebung enthält die KontoBox Small (4,90 Euro pro Monat), fünf Mal können Kunden mit der KontoBox Medium (6,90 Euro pro Monat) umsonst Geld beim Bankomat beheben. Jede weitere Transaktion am Bankomat kostet 39 Cent. Wer gebührenfrei Geld abheben möchte, muss mindestens die KontoBox Large um 9,90 Euro pro Monat auswählen.

Neue Verträge für bestehende Kunden

Für Unmut bei Kunden der Bawag sorgt derzeit eine Aktualisierung des Angebots: Rund 20.000 Kunden haben laut der Tageszeitung Kurier einen Brief der Bank bekommen, der sie vor eine Wahl stellt: Entweder wechseln sie auf eine der KontoBoxen, oder das aktuelle – nicht mehr im Angebot vorhandene – Konto wird mit Ende Jänner 2017 gekündigt.

Die Bawag bietet den angeschriebenen Kunden zunächst das kleinste KontoBox-Modell an. "Die KontoBox Small ist die ideale KontoBox zum kleinen Preis und beinhaltet alle Leistungen, um einfach und komfortabel Bankgeschäfte erledigen zu können", hieß es dazu in einer Aussendung der Bank am Donnerstag. Dieses Konto sei für alle Kunden geeignet, die nur eine einzige Automatentransaktion pro Monat tätigen. Das treffe laut Aussendung auf über 35 Prozent der Bawag-Kunden zu.

"Wir raten betroffenen Kunden, die Bank zu wechseln", sagt Thomas Hirmke vom Verein für Konsumenteninformation (VKI) zu meinbezirk.at. "Beim Vorgehen der Bawag kann man von einer versteckten Einführung von Bankomatgebühren bei alten Konten sprechen." Betroffenen rät Hirmer, Konto-Angebote verschiedener Banken zu vergleichen. Der VKI prüfe das Vorgehen der Bank derzeit aus rechtlicher Sicht.

Bankomatgebühren bei Euronet

Einen ersten Schritt in Richtung Bankomatgebühren machte im Juli dieses Jahres das Unternehmen Euronet: Unabhängig von der abgehobenen Summe müssen Kunden seither 1,95 Euro pro Transaktion an Euronet-Geräten bezahlen.

Finanzminister Hansjörg Schelling (ÖVP) lud damals zu einem Bankengipfel. Dort wurde verkündet, dass keine Bank andenke, eigenen Kunden bei Bargeldabhebungen am Bankomaten Kosten zu verrechnen. Die Umstellung der Bawag-Konten nahm Sozialminister Alois Stöger laut orf.at am Donnerstag als Anlass dafür, auf ein gesetzliches Verbot von Bankomatgebühren zu drängen.

Aus dem Archiv:

* Bankomat-Gebühr: Betreiber Euronet verrechnet Spesen für Behebung
* Euronet Bankomaten in Wien auf einen Blick: Bei diesen Geldautomaten werden Spesen verrechnet

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