Trotz Öffnungen
Fehlende Gastronomie bedroht Händler

"Innenstädte ohne Gastronomie und Konsumzurückhaltung bringen viele Unternehmen in eine bedrohliche Lage", so  Wolfgang Ziniel von der KMU Forschung Austria.
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  • "Innenstädte ohne Gastronomie und Konsumzurückhaltung bringen viele Unternehmen in eine bedrohliche Lage", so Wolfgang Ziniel von der KMU Forschung Austria.
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Am Samstag dürfen auch Einkaufszentren, Friseure und große Geschäfte wieder öffnen. Fast sieben Wochen waren sie im Rahmen der Corona-Maßnahmen geschlossen. Die Lager sind voll, aber das Konsumklima ist schlecht. Viele Händler bangen um ihre Zukunft.

ÖSTERREICH. Im österreichischen Handel könnte es zu einer Rabattschlacht kommen. Nach fast sieben Wochen dürfen am 2.Mai auch Geschäfte mit einer Verkaufsfläche von mehr als 400 Quadratmetern öffnen. Ab Samstag können die Österreicher dann wieder bei großen Elektrohändlern, Modeketten, Möbelhäusern und Sportartikelhändlern einkaufen. Allerdings nur mit Maske und unter Einhaltung des Mindestabstands.

Halbe Milliarde wöchentlich

Die Lager der Händler sind voll und müssen nun geleert werden. Daher wird mit günstigen Preisen und Rabatten um die Gunst von Kunden geworben. Es muss dringend Geld in die Corona-gebeutelten Kassen gespült werden. Doch die Verluste der letzten Wochen werden sich wohl nicht wettmachen lassen. Durch die Corona-bedingten Schließungen entging dem Handel rund eine halbe Milliarde Euro Umsatz wöchentlich.

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Fehlende Gastronomie bedroht Händler

Erschwerend für den Handel kommt hinzu, dass die Gastronomie erst ab Mitte Mai wieder öffnen darf. Die Gastronomie gilt als großer Unterstützungs-Faktor für den Handel und beschert diesem viele Kunden. "Innenstädte ohne Gastronomie und Konsumzurückhaltung bringen viele Unternehmen in eine bedrohliche Lage", so  Wolfgang Ziniel von der KMU Forschung Austria. Der von den Schließungen betroffene Einzelhandel sei im April mit durchschnittlichen Ausfällen von 67 Prozent konfrontiert gewesen. "Die ökonomische Betroffenheit des Einzelhandels erweist sich auch im April als außerordentlich hoch", so Ziniel. Im heurigen April soll der Nettoumsatz um 1,6 Mrd. Euro weniger betragen als im April 2019.

Aufsperren teurer als geschlossen bleiben

Bereits zu Ostern durften Bau- und Gartenmärkte ihre Tore wieder für Kunden öffnen. Das führte zu langen Schlangen vor den Märkten, die allerdings bereits nach einigen Tagen wieder verschwunden waren. Auch bei vielen anderen Geschäften blieb der erhoffte Umsatz aus. Laut KMU Forschung Austria, mussten selbst jene Geschäfte, die bereits öffnen konnten, Umsatzausfälle zwischen 70 und 90 Prozent verzeichnen, so Handelsobmann Peter Buchmüller. Das Aufsperren sei in vielen Fällen teurer als die Geschäfte einfach geschlossen zu halten. Laut Buchmüller seien alle Bereiche des Handels von teilweise  kompletten Umsatzausfällen betroffen.

 Unito-Chef Harald Gutschi, geht sogar von der größten Rabattschlacht aller Zeiten aus. "Die Österreicher werden noch nie so günstig eingekauft haben wie zu dieser Zeit", so Gutschi.
  • Unito-Chef Harald Gutschi, geht sogar von der größten Rabattschlacht aller Zeiten aus. "Die Österreicher werden noch nie so günstig eingekauft haben wie zu dieser Zeit", so Gutschi.
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Modehandel unter Druck

Die Schließungen könnten auch immense Auswirkungen auf den Modehandel haben. Die Frühjahrskollektion wird sich so spät wohl nur sehr schwer verkaufen lassen. "Der nächste Schlussverkauf steht schon vor der Tür", so Jutta Pemsel, Branchensprecherin für den Bekleidungs-, Schuh-, Leder- und Sporthandel in der Wirtschaftskammer. Da es im Modehandel schon zu vielen Pleiten gekommen sei, könnte es nun zu einer Rabattschlacht kommen. Unito-Chef Harald Gutschi, geht sogar von der größten Rabattschlacht aller Zeiten aus. "Die Österreicher werden noch nie so günstig eingekauft haben wie zu dieser Zeit", so Gutschi.

"Innenstädte ohne Gastronomie und Konsumzurückhaltung bringen viele Unternehmen in eine bedrohliche Lage", so  Wolfgang Ziniel von der KMU Forschung Austria.
 Unito-Chef Harald Gutschi, geht sogar von der größten Rabattschlacht aller Zeiten aus. "Die Österreicher werden noch nie so günstig eingekauft haben wie zu dieser Zeit", so Gutschi.

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