Flaute in Tourismusgebieten
Frostige Temperaturen lassen Kassen klingen

Der Run auf die Geschäfte hat begonnen.
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Bilanz der ersten Einkaufswoche nach dem Lockdown: Der österreichische Handel ist mit der Umsatzentwicklung in der ersten Woche nach dem dritten harten Lockdown zufrieden. Die stärksten Tage in dieser Woche waren der Montag und insbesondere der Samstag, aber auch an den anderen Tagen haben viele Händler höhere oder zumindest ähnliche Umsätze erwirtschaftet wie im Vorjahr. Schlangenbildung vor den Geschäften gab es am Samstag zwar vereinzelt, grundsätzlich verteilten sich die Kundenströme aber sehr gut, hieß es vom Handelsverband.

ÖSTERREICH. Zwar haben sich auch die Semesterferien in Oberösterreich, Salzburg, Tirol, Vorarlberg, Kärnten, der Steiermark und dem Burgenland positiv auf die Kundenfrequenz ausgewirkt. In manchen B- und C-Lagen hätte jedoch die sibirische Kälte in den letzten Tagen negative Auswirkungen auf den Kundenandrang. Angesichts der nach wie vor existenzbedrohenden ökonomischen Lage vieler Betriebe hofft der österreichische Handel auf eine dauerhafte Öffnung, denn einen vierten harten Lockdown würden viele Unternehmen wirtschaftlich nicht überstehen. Dennoch gilt laut Handelsverband: Der grundsätzlich positive Trend seit Montag setze sich fort, so der Handelsverband in einer Aussendung am Samstag.

Dies gelte allerdings nicht für jene Regionen in Tirol, Vorarlberg und Salzburg, die stark vom Wintertourismus abhängig sind. Gastronomie und Hotellerie fehlten dem Handel als Frequenzbringer weiterhin sehr, insbesondere in den heimischen Tourismus-Hochburgen. Dort lagen die Umsatzausfälle der Betriebe etwa im Sporthandel diese Woche teilweise bei über 95 Prozent, da sowohl einheimische als auch Gäste aus dem Ausland fehlen.

Positive Bilanz für Bekleidung-, Schuh-, Elektro- & Möbel-Händler

Generell seien die Kundenfrequenzen in den letzten Tagen tendenziell am Nachmittag angestiegen, auch am  Samstag habe der Kundenandrang mit Fortdauer des Tages zugelegt. Einige Händler insbesondere in den Bereichen Bekleidung, Schuhe, Elektro und Möbel haben diese Woche doppelt so hohe Umsätze wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres verzeichnet. Moderate Zuwächse gibt es auch im Sportartikel- und Buchhandel sowie bei den Baumärkten.

"Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Konsumentinnen und Konsumenten ist coronabedingt deutlich zurückgegangen, dafür ist die Kaufabschlussquote angestiegen. Das heißt, viele VerbraucherInnen tätigen jetzt gezielte Käufe, auch die Warenkörbe sind deutlich größer als zu 'normalen' Zeiten. Dies liegt daran, dass viele Händler attraktive Angebote geschnürt haben, um ihre Winterwaren zu verkaufen und damit die Kassen zu füllen. Damit können jetzt offene Rechnungen bezahlt und der Fortbestand der Betriebe gesichert werden", erklärt Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will.

Weihnachtsgeschenke werden eingelöst

Wie nachhaltig der Aufschwung im stationären Handel tatsächlich ist, wird sich allerdings erst in den kommenden Wochen zeigen. Aktuell seien laut Handelsverband vielerorts Einmaleffekte aufgrund des Umtausches von Weihnachtsgeschenken, der Rücknahme von Produkten oder der Einlösung von Gutscheinen zu verzeichnen. Viele Betriebe haben den Umtauschzeitraum aufgrund des dritten harten Lockdowns freiwillig verlängert. Auch bei Gutscheinen seien die Geschäfte großzügig, was deren Einlösung betrifft.

"Die vom Handelsverband prognostizierten Einmaleffekte sind eingetreten, diese Woche darf sich der heimische Handel abseits der Tourismusregionen über ein Umsatzplus freuen. Wir hoffen jetzt auf ein nachhaltiges Klima der Zuversicht. Dennoch wird die fehlende Gastronomie und Hotellerie in den kommenden Wochen im Lockdown light zu Umsatzverlusten von über 200 Millionen Euro pro Woche führen", sagt Will.

Überdies hätten viele Handelsbetriebe, etwa der gesamte Lebensmittelgroßhandel, mit der Schließung der Gastro ihre wichtigsten Kunden verloren und verzeichnen zum Teil gravierende Umsatzeinbrüche. "Die Zeit drängt, immerhin warten diese indirekt vom Lockdown betroffenen Betriebe seit Monaten auf die entsprechende Richtlinie und somit auch auf die Auszahlung der Corona-Hilfen", so Will, "dringender Handlungsbedarf besteht aber auch für die Geschäfte in den Tourismusregionen, wo es nur wenige einheimische Stammkunden gibt. Den betroffenen Händlern fehlen jetzt aufgrund der Covid-Situation sowohl die inländischen als auch ausländischen Gäste. Das kommt einem Quasi-Lockdown gleich."

Frostige Temperaturen befeuern Nachfrage nach Winterware

Positiv: Die sibirischen Temperaturen würden für eine überraschend starke Nachfrage nach Winterware sorgen. Davon profitieren auch die großen Shoppping Center des Landes. "Die sibirische Kälte lässt vielerorts die Kassen im Handel klingen. Angekurbelt wird das Ganze natürlich durch großzügige Preisaktionen und Rabatte der Händler. Dadurch ist die Rohertragsmarge etwa im Modehandel im Vergleich zu 2019 deutlich zurückgegangen", bestätigt  Will.

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