Interview mit Robert F. Hartlauer: "Die Orts-Kerne sind zu retten, wenn man will" - plus Video-Wordrap

Robert F. Hartlauer: "Der Markt für Smartwatches, also Uhren, die mit einem Smartphone gekoppelt sind, wächst weltweit derzeit rasant."
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  • Foto: Arnold Burghardt
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Wieviele Fotos machen Sie denn so am Tag?
HARTLAUER: Es gibt Tage, da komme ich mit 1000 Bildern nach Hause, manchmal sind es nur 50.

Sterben die Kompakt-Kameras durch die Handys aus?
Die ganze Klasse der Systemkameras, also spiegellose Kameras mit Wechselobjektiven, geht sehr gut. Ebenfalls gut gehen die Megazoom-Kameras und die wasserdichten Outdoorkameras.

Gibt' einen neuen Trend?
Ja, die Ausarbeitung von Smartphone-Fotos zu Fotobüchern boomt. Die Leute wollen mit ihren Fotos am Handy mehr machen, als sie nur auf WhatsApp verschicken. Wir bieten ja in allen Geschäften Sofortdrucker an, wo man in vier verschiedenen Formaten drucken kann. Mit unserer neuen Fotodarling-App ist es möglich unkompliziert und mit wenigen Klicks direkt vom Smartphone ein kleines Fotobuch zu erstellen.

Wie läuft's im Handybereich?
Wir haben ja alle Marken und alle Netzbetreiber. Das große Thema gerade jetzt vor Weihnachten ist die Vertragsverlängerung oder der Umstieg. Neu- oder Erstanmeldungen gibt es vor allem bei mobilen und stationären WLAN Routern.

Neben Kameras und Handys sind ja Brillen und Hörgeräte Ihr drittes und viertes Standbein. Wie geht es da?
Der Optik-Bereich läuft konstant sehr gut. Der Akustik-Bereich wächst. Von unseren 160 Standorten bieten wir bereits in 125 Hörgeräte an. Ich könnte da schneller expantieren. Vorher brauche ich dazu aber gute Fachleute.

Sie suchen also neue Leute?
Wir suchen derzeit bundesweit insgesamt an die 120 neue Mitarbeiter. Vor allem Akustiker. Wir bilden natürlich auch selbst aus. Aber das dauert eben drei Jahre. Der Markt wächst aber jetzt.

Angeblich ist Smart-Home, also wo Computer den Energieverbrauch im Haushalt steuern, die Zukunft.
Ich weiß. Aber die Leute fragen sich, wieso sie ihre Lampen zu Hause mit dem Handy steuern sollen. Der große Durchbruch für Smart Home-Produkte ist nicht so schnell im Vormarsch wie ursprünglich von der Branche prognostiziert.

Und wo geht die Post ab?
Bei Wearables. Der Markt für Smartwatches, also Uhren, die mit einem Smartphone gekoppelt sind, wächst weltweit derzeit rasant. Wir können da partizipieren. Wearables sind die ideale Ergänzung zum Smartphone. Features, wie permanente Pulsmessung, oder Smartphonesteuerung, sind sehr beliebt.

Und was bedeutet Digitalisierung für Ihr Unternehmen?
Viel Arbeit (lacht). Wir haben ein Projekt am Laufen: Hartlauer Future Base. Wir werden dann mit unseren Lieferanten als auch mit unseren Kunden, etwa über Social Media oder unseren Online-Shop, und natürlich über unsere Geschäfte, perfekt vernetzt sein.

Wird der Online-Handel die Geschäfte ablösen?
Das eine wird das andere nicht ausschließen. Mal wird der Kunde ins Geschäft kommen und sich beraten lassen, mal wird er von außerhalb per Knopfdruck bei uns bestellen und liefern lassen.

Ist Regionalität wirklich en vogue oder nur ein Schmäh?
Im Lebensmittelhandel spielt Regionalität eine immer größere Rolle. Auch bei uns ist das so. Der regionale Händler sorgt ja schließlich für unmittelbare Wertschöpfung.....

...und Jobs. Wieviel Leute beschäftigen Sie eigentlich?
Inklusive Teilzeitbeschäftigte bundesweit derzeit über 1.550 Personen.


Ohne Kamera verlässt Robert F. Hartlauer nie das Haus.

Ist es für Kunden wichtig, ob sie bei einem Familienbetrieb einkaufen oder nicht?
Sowohl als auch. Den großen Unterschied zwischen Familienbetrieb und anonymen Großkonzern spüren ja primär die Beschäftigten. Familienbetriebe planen langfristig und da sind die Chefs auch näher bei den Mitarbeitern.

Viele Ortskerne veröden. 80 Prozent Ihrer Geschäfte sind aber im Ortskern. Was heißt das für Hartlauer?
In manchen Ortskernen ist die Frequenz rückläufig. Für diese Standorte muss man sich dann langfristig gesehen etwas überlegen. Obwohl ich erst gehe, wenn auch die Geschäfte rechts und links von uns leer stehen.

Sind die Ortskerne überhaupt noch zu retten?
Wenn man wirklich will, dann ja. Ich war neulich in Götzis in Vorarlberg. Die haben dort den Ortskern systematisch neu belebt. Sozusagen mit einem zweiten Zentrum, dem sogenannten Garnmarkt, neben der Altstadt. Ein Musterbeispiel. Aber auch die soeben eröffnete Stadtplatzgarage in der Altstadt in Steyr macht das Einkaufen am Stadtplatz noch attraktiver.

Danke für das Gespräch!

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