Österreichs Exportwirtschaft im Steilflug

Michael Otter (li.), Leiter der Aussenwirtschaft Austria, und Christoph Leitl, WKÖ-Präsident.
  • Michael Otter (li.), Leiter der Aussenwirtschaft Austria, und Christoph Leitl, WKÖ-Präsident.
  • hochgeladen von Linda Osusky

ÖSTERREICH. Nach einer schwierigen Phase 2015 und 2016 zogen die Warenexporte im abgelaufenen Jahr deutlich an. Laut Prognosen der Aussenwirtschaft Austria wurden 2017 von 56.000 österreichischen Unternehmen Waren und Dienstleistungen im Wert von über 140 Milliarden Euro ins Ausland exportiert. Das entspricht einem Zuwachs um knapp acht Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Wohlstand der EU zu verdanken

Für das aufgeschlagene Jahr 2018 erwartet die Aussenwirtschaft Austria sogar einen weiteren Rekordwert in der Höhe von 150 Milliarden Euro. 80 Prozent der Exporte gingen 2017 nach Europa, betonte Christoph Leitl, Präsident der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). Zum Zeitpunkt des EU-Beitritts 1995 lag das Volumen der Exporte bei 37 Milliarden Euro. Leitl nutzte diese Zahlen, um die Vorteile der Europäischen Union zu betonen. "Unseren Wohlstand verdanken wir zur Hälfte Europa", so der scheidende WKÖ-Präsident, der demnächst von Harald Mahrer abgelöst werden wird.

Dienstleistungen mit großem Potenzial

Zu den bedeutendsten Exportprodukten zählen laut Michael Otter, Leiter der Aussenwirtschaft Austria, Maschinenanlagen, Fahrzeugen und Kfz-Teile mit einem Anteil von 40 Prozent. Weitere Warengruppen, die für gute Beiträge im Außenhandel sorgen, sind Getränke (etwa Mineralwasser und Energy Drinks sowie Holzwaren. Ein großes Potenzial für Österreichs Wirtschaft stellt laut Otter auch der Export von Dienstleistungen dar. Deren Anteil beträgt bereits rund 30 Prozent aller Exporte. "Diese sind besonders wünschenswert, denn jeder Euro an Dienstleistungsexporten zieht sechs Euro Warenexporte nach sich", sagt Otter.

"Russlandsanktionen schrittweise reduzieren"

Der Export von Nahrungsmitteln war und ist besonders von den Sanktionen gegen Russland betroffen. Leitl sprach sich vor Journalisten für eine schrittweise Reduzierung der Sanktionen aus, die 2014 von der EU unter anderem wegen der Annektierung der vormals zur Ukraine gehörenden Halbinsel Krim durch Russland verhängt wurden.

Alle Bundesländer mit Exportzuwächsen

Auch der regionale Außenhandel boomt: "Im ersten Halbjahr 2017 verzeichneten alle Bundesländer Exportanstiege", so die Statistik Austria. Die stärksten Zuwächse verzeichnete dabei mit größtem Abstand mit einem Plus von 18 Prozent Wien, gefolgt von Niederösterreich mit plus neun Prozent.

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