"Rituelle Schlachtung"
Schächt-Skandal: Videos beweisen Behördenversagen

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  • Foto: VGT.at / RespekTiere
  • hochgeladen von Ted Knops

Der Verein gegen Tierfabriken (VGT) und RespekTiere haben umfassende Aufnahmen ritueller Schlachtungen in mehreren Betrieben aufgenommen. Die Aufnahmen beweisen massive Kontrolldefizite, so die Tierschutzvereine. Es wurde Anzeige bei der Staatsanwaltschaft erstattet.

ÖSTERREICH. Die verstörenden Aufnahmen zeigen, wie Schafe an den Ohren und Beinen geschleift  und dann brutal auf den Boden geworfen und niedergedrückt werden. Dann streckt ein Schlachthofmitarbeiter den Hals der Tiere und beginnt, an der Kehle herum zu schneiden. Laut den Vereinen erfolgt dabei keine Betäubung, die Schafe verenden qualvoll bei vollem Bewusstsein am Blutverlust.

Sollten Schlachtbetriebe strenger kontrolliert werden?

"Rituelle Schlachtung"

Auf den Aufnahmen sind keine amtlichen Kontrollorgane zu sehen. Diese deutlichen Übertretungen des Tierschutzgesetzes und der Schlachtverordnung fanden in Abwesenheit von Schlachthof-Tierärzten statt, obwohl diese eigentlich dazu verpflichtet sind, bei jeder so genannten "rituellen Schlachtung" anwesend zu sein, kritisiert der VGT. Dabei sind die gesetzlichen Regelungen eindeutig: Die Tiere müssen unmittelbar nach dem Schnitt betäubt werden, Schlachtungen dürfen nur in Anwesenheit der amtlichen Kontrollorgane stattfinden.

Verdeckte Aufzeichnungen

Die Aufnahmen entstanden im Juli während zwei besonders starker Schlachttage im Betrieb (zum muslimischen Opferfest) und wurden verdeckt aufgezeichnet, heißt es in der Aussendung vom Dienstag. Dabei sollen am Vormittag noch Tierärzte vor Ort gewesen sein, welche die Tiere betäubten. Ab Mittag fehlte dann aber jede Spur der Kontrollorgane. Über den Verlauf der zwei Tage sollen dann hunderte Schafe ohne Betäubung und ohne Kontrolle getötet worden sein, kritisieren die Tierschutzvereine.

In einem zweiten Betrieb sollen während des gesamten Schlachttages überhaupt keine Kontrollorgane anwesend gewesen sein. Auch diese Übertretungen zeigten VGT und RespekTiere an. Dabei wurden zwar in den meisten Fällen Betäubungen durchgeführt, aber oft zu spät.

Tierärzte müssen Bescheid gewusst haben

Rituelle Tötungen müssen mit einer genauen Anzahl an Tieren der Bezirksbehörde gemeldet und von ihr bewilligt werden. Somit müssen die zuständigen Schlachthof-Tierärzte also von den Schlachttagen gewusst haben, so die Vereine. 

"Die beiden Personen, die jeweils nur für einen Bruchteil der vorgeschriebenen Zeit anwesend waren, müssen von der bewilligten Zahl an zu schlachtenden Tieren gewusst haben. Sie müssen die hunderten Tiere im Wartestall wahrgenommen haben. Was haben sie sich denn dabei gedacht?", ärgert sich VGT-Kampagnenleiter David Richter.

BH: Tierarzt war anwesend

Die Bezirkshauptmannschaft des zuständigen Bezirks gab gegenüber dem Falter an, dass der zuständige Tierarzt dauerhaft anwesend gewesen sei. Richter hierzu: "Wenn das so war, dann hat er mitangesehen und zugelassen, dass vor seiner Nase systematisch Tierquälerei begangen wird. Auch das verlangt eine Anzeige wegen Amtsmissbrauch. Die Videos zeigen deutlich, wie viele Tiere ohne Betäubung sterben müssen." Der VGT nimmt an, dass die Kontrollorgane den Schlachtbetrieb bereits nach kurzer Zeit wieder verließen.

Strenge Kontrollen

In Österreich sind rituelle Schlachtungen relativ genau geregelt, jedoch helfen auch die strengsten Regeln nur wenig, wenn sie nicht eingehalten und kontrolliert werden, kritisieren die Vereine. Das machen diverse Skandale in der Schlachtbranche deutlich. "Die fehlende Einsicht der Bezirksbehörde und das völlige Versagen der Kontrollen bei zwei Betrieben in zwei Bezirken weisen auf tief liegende Probleme hin. Wir hoffen, dass die Schuldigen zur Rechenschaft gezogen werden und das System endlich kritisch hinterfragt und verbessert wird!", so Richter.

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