Solarinitiative
Solar-Appell an die Bundesregierung

Solarinitiative: Johannes Wahlmüller (Global 2000), Christian Sagmeister (ÖBB), Cornelia Daniel (Dachgold), Tanja Dietrich-Hübner (Rewe), Karl Schellmann (WWF)
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Global 2000, WWF und 256 Unternehmen fordern den raschen Ausbau der Photovoltaik.

„Bei der Sonnenenergie und der Geothermie sind noch 97 Prozent der Potenziale ungenutzt“, informierte Karl Schellmann, Klimasprecher von WWF Österreich, bei einer Pressekonferenz.
Daher richten Global 2000 und WWF Österreich einen „dringenden Appell“ an die Bundesregierung, für einen neuen Schub beim Ausbau der Photovoltaik zu sorgen. „Es braucht bessere Rahmenbedingungen, bessere Förderungen und eine einfachere Umsetzung von Projekten“, so Schellmann.

Gewichtige Stimme aus der Wirtschaft

Die Solarinitiative wird von 256 heimischen Unternehmen mit einem gemeinsamen Jahresumsatz von 50 Milliarden Euro und 160.000 Mitarbeitern unterstützt. „Das ist eine sehr gewichtige Stimme aus der Wirtschaft, die sich für mehr Umweltschutz und mehr erneuerbare Energie einsetzt“, zeigte sich Schellmann erfreut.

Zielgerichtete Förderungen

Eines dieser Unternehmen ist der Rewe-Konzern (Billa, Merkur, Penny, Bipa, Adeg). „Wir haben bereits an 62 Standorten Photovoltaikanlagen“, sagte Tanja Dietrich-Hübner, Leiterin der Stabstelle Nachhaltigkeit bei Rewe. Sie wünscht sich zielgerichtete Förderungen, die den weiteren Ausbau beschleunigen würden. „Für uns wäre eine Vereinheitlichung der Regelungen sehr wichtig. Wir haben in den Bundesländern unterschiedliche Anforderungen. Das erschwert die Umsetzung von Photovoltaik-Projekten, da wir in ganz Österreich tätig sind“, so Dietrich-Hübner.

Abschaffung der Eigenverbrauchssteuer

Für Cornelia Daniel, Geschäftsführerin des Solarberatungsunternehmens „Dachgold & Tausendundein Dach“, brauchen Unternehmen Gründe, „um jetzt in Photovoltaik zu investieren – und nicht erst in zehn Jahren.“ Sie beklagte die vielen Hürden, die den Unternehmen in den Weg gelegt werden, um in diesem Bereich Geld in die Hand zu nehmen. Ihre Forderungen an die Politik: die Möglichkeit einer beschleunigten Abschreibung der Anlagen und eine photovoltaikfreundliche Netzverordnung, die es den Unternehmen ermöglicht, angrenzenden Unternehmen den Strom günstig zu verkaufen. „Das Mindeste wäre aber die Abschaffung der Eigenverbrauchssteuer. Das wurde bereits fünfmal versprochen“, so Daniel.

Bahnstrom-Solarkraftwerk

Auch bei der ÖBB spielt die Solarstromerzeugung mittlerweile eine wesentliche Rolle. „Wir betreiben das weltweit erste 16,7-Hz-Bahnstrom-Solarkraftwerk in Wilfleinsdorf. Mit der Jahresproduktion der Anlage können über 80.000 Fahrgäste von Wien nach Salzburg transportiert werden“, sagte Christian Sagmeister, Leiter Bahnsysteme bei der ÖBB-Infrastruktur.
Und die Ausbaupläne bei der ÖBB gehen weiter. So sollen weitere Photovoltaikanlagen auf den Dächern – die ÖBB verfügt über 5.000 Gebäude – und im Bereich der Lärmschutzwände eingesetzt werden. Sagmeister stellt aber auch klar, dass Investitionen in erneuerbare Energien auch davon abhängig sind, dass entsprechende Fördermöglichkeiten zur Verfügung gestellt werden. „Wir sind sehr daran interessiert, dass wir einen fairen und transparenten Zugang zu Fördersystemen erhalten“, so Sagmeister.

Verzehnfachung der Stromproduktion aus Sonnenenergie

Johann Wahlmüller, Klima- und Energiesprecher von Global 2000, erinnert an das Ziel, 100 Prozent Ökostrom bis 2030 zu erreichen. „Dazu braucht es aber eine Verzehnfachung der Stromproduktion aus Sonnenenergie. Das in der Klimastrategie #Mission2030 vorgesehene 100.000 Dächer-Programm brauchen wir jedes Jahr“, so Wahlmüller.
Um einen verstärkten Ausbau zu erreichen, wären mindestens 36 Millionen Euro an Zusatzbudget notwendig. „Das könnte noch in der letzten Nationalratssitzung vor der Wahl beschlossen werden“, so Wahlmüller.

Teilnehmende Unternehmen – Solarappell der Wirtschaft 2019

Autor:

Christian Uchann aus Eisenstadt

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