Studie: Lehrlinge rentieren sich für Betriebe

Wer Lehrlinge ausbildet, spart Rekrutierungskosten.
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ÖSTERREICH. Unterm Strich rentiert sich für die meisten Betriebe die Ausbildung von Lehrlingen. Zu diesem Ergebnis kommt eine vom Wirtschaftsministerium beauftragte Studie, die das Österreichische Institut für Berufsbildungsforschung (öibf) durchgeführt hat. Vor allem in Bereichen, wo die Rekrutierungskosten hoch sind, ist eine Übernahme nach Lehrabschluss finanziell lohnend für Betriebe.

Hauptmotiv für Lehrlinge: Eigenbedarf

Für die Studie wurden 581 Betriebe, die Lehrlinge ausbilden, sowie zum Kontrast 216 Unternehmen, die nicht ausbilden, online befragt. Es zeigt sich, dass die Lohnkosten der Lehrlinge den größten Teil der Gesamtkosten ausmachen. Sie betragen im Schnitt 57 Prozent der Gesamtkosten im ersten Lehrjahr und klettern im vierten Lehrjahr auf 75 Prozent. Laut Studie ist das Hauptmotiv für Unternehmen, Lehrlinge auszubilden, die Deckung des eigenen Fachkräftebedarfs.

Dreiviertel-Fachkraft

Allerdings legen die Ergebnisse der Betriebsbefragungen eine Lücke zwischen Anspruch Ausbildungsrealität offen. So erreichten Lehrlinge in dreijährigen Lehrberufen laut den Angaben der Betriebe am Ende ihrer Ausbildung nur zwei Drittel der Leistungsfähigkeit einer durchschnittlichen Facharbeitskraft. Bei vierjährigen Lehrausbildungen erreichten die Lehrlinge bis zum vierten Lehrjahr immerhin drei Viertel der Leistungsfähigkeit.

Eher einfache Tätigkeiten

"Im internationalen Vergleich sind die Werte eher niedrig", schreiben die Studienautoren dazu. Die Ursache für diese Werte bei der Leistungsfähigkeit, die nicht dem gesetzlichen Anspruch entsprechen, erklären die Studienautoren mit der Tätigkeitsstruktur der Lehrlinge, die von den Betrieben angegeben wurden. "Lehrlinge werden überwiegend für einfache Tätigkeiten verwendet. Selbst im dritten Lehrjahr verbringen sie mehr Zeit in einfachen als in schwierigen Tätigkeiten", so die Studie.

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