Erster Leiter des Jagdmuseums
Philipp Meran verstarb 94-jährig

Philipp Meran verband Wissenschaft und jagdliche Praxis
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  • hochgeladen von Gerhard Langmann

Nicht von ungefähr war Professor Philipp Meran oft in Stainz anzutreffen. Als Ururenkel von Erzherzog Johann pflegte er gute Kontakte zur Familie der Grafen von Meran. Als ein bevorzugtes Gesprächsthema kristallisierte sich meist recht bald die Jagd heraus, die im Haus Meran einen hohen Stellenwert genießt. Zunächst als Betreuer, ab 1951 als offizieller Leiter des Jagdmuseums in Schloss Eggenberg und passionierter Jäger wusste Philipp Meran profund über alle Bereiche des Weidhandwerks Bescheid.
Der Verstorbene wurde am 12. Dezember 1926 als viertes von sechs Kindern auf Schloss Csákberény nahe Székesfehérvár (Stuhlweißenburg) geboren. Er verbrachte seine Kinder- und Jugendzeit auf dem ungarischen Familiengut und absolvierte die Matura am Pius-Internat in Pécs. Einschneidend für seine Familie wurde das Jahr 1944, als sie aus Ungarn fliehen musste. Der Versuch, das Gut mit seinem Bruder Franz wieder aufzubauen, scheiterte aufgrund der widrigen Nachkriegsverhältnisse. 1948 musste er das Land endgültig verlassen, in Österreich fand er eine neue Heimat.
Als Betreuer und Stellvertreter von Professor Wilhelm Hoffer, dem ersten Leiter der Abteilung Jagdkunde in Schloss Eggenberg, kam Philipp Meran mit dem Joanneum in Berührung. 1953 wurde zum Leiter des Jagdmuseums bestellt, das im Jahr 1998 nach Schloss Stainz übersiedelte. Im Jahr 1991 trat er in den Ruhestand, gleichzeitig wurde ihm der Titel Professor verliehen. Das Land Steiermark zeichnete ihn 1986 mit dem Großen Ehrenzeichen in Gold aus.

Aufbau des Jagdmuseums

Philipp Meran war ein unermüdlicher Kämpfer in Sachen Jagdkultur. Geschickt nutzte er seine Verbindungen zum Aufbau einer jagdkundlichen Sammlung. Trotz der geringen ihm zur Verfügung stehenden Mittel gelang ihm der Aufbau eines Museums mit großem Ansehen in der europäischen Welt der Jagdkultur. Neben der musealen Arbeit legte Philipp Meran großen Wert auf die praktische Anwendung der Jagd. So begann er für ganz Österreich das Projekt Wildmarkenforschung und war auch bei den europaweiten Untersuchungen zum so genannten Schnepfenstrich (Woodcock & Snipe Reserach Group) federführend tätig. Seit seiner Jugend war er auch schriftstellerisch tätig. Er verfasste mehr als 25 Jagdbücher und gilt als meistgelesener Jagdschriftsteller der Gegenwart. 1977 wurde er mit dem internationalen CIC-Literaturpreis (Internationaler Rat für die Erhaltung des Wildes und der Jagd) ausgezeichnet.
Der Verstorbene war nicht nur ein ausgezeichneter Flugwildschütze, er war auch viermal österreichischer Meister im Trap-Schießen. „Eine jagdkundliche Sammlung in diesem Umfang hätte es ohne Philipp Meran nicht gegeben“, streut ihm Karlheinz Wirnsberger, der aktuelle Leiter des Jagdmuseums Schloss Stainz, uneingeschränkt Rosen.


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