Berg- und Naturwächter gesucht

Die Kinder und Lehrer der Volksschule St. Peter im Sulmtal waren mit Amalia und Bernd Kohlfürst von der Berg- und Naturwacht Schwanberg unterwegs.
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BEZIRK DEUTSCHLANDSBERG. Im September 2015 haben wir in der WOCHE Deutschlandsberg einen dringenden Aufruf gestartet: Die Berg- und Naturwacht war im ganzen Bezirk auf der Suche nach aktiven Mitgliedern. Seither hat sich viel getan: "Nach den damals gerade einmal 78 Berg- und Naturwächtern sind es inzwischen 110 Leute, die mit Begeisterung dabei sind", freut sich Bezirksleiter Martin Povoden. Prekär war vor allem die Situation in Stainz, wo nach dem Ableben von Bezirksleiter Franz Rosenball die Ortseinsatzstelle schlichtweg nicht mehr existent war. Seit heuer wird sie von Markus Triendl gemeinsam mit seiner Frau Edith neu positioniert. Dabei bietet diese freiwillige Arbeit ein breites Spektrum rund um die Überwachung der landesrechtlichen Schutzgebiete und reicht vom Amphibienschutz bis zur Wegerhaltung. Daher ist die Berg- und Naturwacht im Rahmen der Aktion "Saubere Steiermark" stets aktiv. Das haben auch zwei der Neuzugänge gezeigt, nämlich Amalia und Bernd Kohlfürst aus St. Peter im Sulmtal, die nach dem Aufruf in der WOCHE Deutschlandsberg der Berg- und Naturwacht Schwanberg beigetreten sind. In diesem Sinne waren die beiden Pensionisten kürzlich mit rund 60 Kindern sowie den Lehrern der Volksschule St. Peter i. S. unterwegs, um Müll zu sammeln.
"Auch wenn wir jetzt dank der WOCHE bereits einen deutlichen Zuwachs verzeichnen können, brauchen wir noch weitere Berg- und Naturwächter", betont der Bezirksleiter. So sind gerade in der Gewässeraufsicht entsprechend geschulte Organe sehr gefragt. "Derzeit sind nur sieben Personen im Rahmen der Gewässeraufsicht unterwegs. Gut 20 wären nötig, um die vielfältigen Aufgaben im Bezirk zu bewältigen", ergänzt Povoden, der auch die umfassende Ausbildung als großes Plus anführt.

Demnächst auf Sendung

Wer mehr über die Berg- und Naturwächter erfahren möchte, sollte demnächst das Radio aufdrehen: Sepp Loibner aus St. Martin im Sulmtal hat als Leiter der Volkskulturredaktion von ORF Radio Steiermark sowohl Martin Povoden als auch Amalia und Bernd Kohlfürst als Studiogäste eingeladen, um über die Voraussetzungen, Aufgaben und Herausforderungen bei der Berg- und Naturwacht zu plaudern – zu hören am 12. Mai zwischen 20.30 und 22 Uhr in der Sendung "Unser Steirerland" auf ORF Radio Steiermark.

Vielfältige Aufgaben

Der Bereich dieser freiwilligen Arbeit umfasst die Überwachung der landesrechtlichen Schutzgebiete gemäß dem Steiermärkischen Naturschutzgesetz und ist durchaus spannend und voller Vielfalt:
Sie reicht vom Artenschutz über Wegefreiheit im Bergland bis hin zur Gewässeraufsicht u.v.a.
Das Versetzen von Ameisenhäufen kann ebenso in den Aufgabenbereich fallen wie Biotoppflege, Schlangenbereitschaft aber auch Amphibienschutz, Installation von Nistkästen und die Müllbeseitigung. Daher ist die Berg- und Naturwacht auch mit der Aktion "Saubere Steiermark" voll aktiv.

Wer sich für die Arbeit als Berg- und Naturwächter im Bezirk Deutschlandsberg interessiert kann sich bei Martin Povoden melden unter Tel.: 0664/304 4077 oder per Mail an: martin.povoden@gmx.at

Anforderungsprofil an neue Mitglieder

* Naturbegeisterung und Naturverbundenheit.
* Gewisses Maß an körperlicher Fitness.
* Bereitschaft zur Aus- und Weiterbildung (Ort/Bezirk/Naturparkakademie/BH).
* Interesse an der Ausübung einer ehrenamtlichen, aber nicht minder
professionellen Tätigkeit.
* Kommunikative und teamfähige Persönlichkeit:
* Aufklärung und Information der Bevölkerung, Vortragstätigkeiten, Betreuung von
* Schulexkursionen, Vermittlung von Naturerlebnissen usw.
* Interesse an der Mitarbeit bei Naturschutzprojekten:
* Tier- und Pflanzenbeobachtungen, Unterstützung bei Umweltaktionen, aktive
Pflege der Umwelt, Überwachung der gesetzlichen Aufgaben, Unterstützung der
Behörden, Kontrollgänge in Schutzgebieten.

Insbesondere wendet sich die Berg- und Naturwacht uns an Jäger, die bereits über eine fundierte Ausbildung verfügen und sich den vorgeschriebenen Ausbildungsweg ersparen.

Leitbild der Berg- und Naturwacht:

Im Rahmen des gesetzlichen Auftrages setzen wir Taten und arbeiten gemeinsam für den Erhalt und den Schutz unserer Natur.
Wir fördern Umweltbewusstsein und klären unsere Mitmenschen gerne über gelebten Naturschutz auf.
Geeignete, interessierte Personen erhalten bei uns eine fundierte Ausbildung.
Wir verpflichten uns zu laufender Weiterbildung.
Naturverständnis zu vermitteln ist uns ein wesentliches Anliegen, deshalb beginnen wir bereits bei den Kleinsten.
Unsere Überwachungsaufgabe erfüllen wir mutig und korrekt.
Wir informieren die Öffentlichkeit regelmäßig über unsere Aktivitäten.

Aufgaben der Berg- und Naturwächter

Schutzgebiete
Die Überwachung der landesrechtlichen Vorschriften (Steierm. Naturschutzgesetz) beinhaltet insbesondere den Schutz und die Pflege von:
Naturschutzgebieten, wegen ihrer weitgehenden Ursprünglichkeit, der besonderen Vielfalt ihrer Tier- und Pflanzenwelt, insbesondere aus naturwissenschaftlichen Gründen.
Landschaftsschutzgebieten, wegen ihrer besonderen landschaftlichen Schönheit oder Eigenart, ihrer seltenen Charakteristik oder ihres Erholungswertes.
Geschützten Landschaftsteilen, wegen ihrer kleinklimatischen, ökologischen oder kulturgeschichtlichen Bedeutung (Erhaltungswürdigkeit).
Gewässer- und Uferschutzgebieten, Schutz aller natürlichen stehenden Gewässer und deren Uferbereiche.
Naturdenkmalen, als hervorragende Einzelschöpfungen der Natur.
Europaschutzgebieten, als Teil des kohärenten europäischen ökologischen Netzes „Natura 2000“.

Artenschutz
Schutz der Pflanzen
Schutz der Tiere
Schutz der Vögel

Ankündigungen

Ankündigungen: Werbung, Bezeichnungen, Bekanntmachungen, Hinweise oder andere optische oder akustische Maßnahmen.
Das Steiermärkische Naturschutzgesetz normiert in § 4, dass Ankündigungen nur außerhalb geschlossener Ortschaften mit Bewilligung der Bezirksverwaltungsbehörde vorgenommen werden dürfen.

Geländefahrzeuggesetz
Das Geländefahrzeuggesetz regelt die Verwendung von Kraftfahrzeugen
außerhalb von Straßen mit öffentlichem Verkehr oder
außerhalb von befestigten Fahrwegen im freien Gelände.

Wegefreiheit im Bergland
Ödland (keine deutlich erkennbare menschliche Nutzung) oberhalb der Baumgrenze ist für den Touristenverkehr frei und kann von jedermann betreten werden.
Ausnahmen: Wildschutzgebiete, militärische Schutzgebiete, Einschränkungen durch ev. Naturschutzgebietsverordnung, Tierseuchensperrgebiete.

Gewässeraufsicht

Derzeit versehen rund 211 Gewässeraufsichtsorgane ihren Dienst, begehen regelmäßig die Uferbereiche von Bächen, Flüssen und Teichen, überwachen Grundwasserbereiche sowie Wasserschutz- und schongebiete.

Arbeitsprogramm

Das Arbeitsprogramm gilt jeweils ein Jahr und enthält Richtlinien über Schulung und Weiterbildung, Maßnahmen zur Erfüllung gesetzlich übertragener Aufgaben, Sonderaktionen (Saubere Steiermark, Neophytentage…) und Projektarbeiten.

Laufende Projekte

Aktion „Saubere Steiermark“
Ameisenhege
Amphibienschutz
Biotoppflege/ Biotopbetreuung
Heimatpflege
Nistkästen
Invasive Neophyten
Schlangenbereitschaft
Aktion „Stop littering“ (Müllbeseitigung)

Aufgaben des Ortseinsatzleiters

Der Ortseinsatzleiter und sein Stellvertreter werden von den Berg- und Naturwächtern der Ortseinsatzstelle gewählt. Da sie mit ihren Berg- und Naturwächtern im Einsatzgebiet tätig sind, sind genaue Ortskenntnisse und enger Kontakt zur Bevölkerung und den örtlichen, öffentlichen und privaten Einrichtungen sehr wichtig.

Koordinierung der Tätigkeiten der Berg- und Naturwächter.
Führung der Geschäfte der Ortseinsatzstelle.
Öffentlichkeitsarbeit.
Durchführung des Arbeitsprogrammes.
Erstellung von Einsatzplänen für das Einsatzgebiet .
Erteilung der Arbeitsaufträge.
Ordnungsgemäße, sorgfältige Abwicklung der finanziellen Gebarung.
Einsatz- und Informationsbesprechungen.
Schulungsveranstaltungen.

Die Kinder und Lehrer der Volksschule St. Peter im Sulmtal waren mit Amalia und Bernd Kohlfürst von der Berg- und Naturwacht Schwanberg unterwegs.
Bezirksleiter Martin Povoden freut sich über jeden Neuzugnang.
Autor:

Susanne Veronik aus Deutschlandsberg

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