Das VERGISSmeinNICHT erblüht zum zweiten Mal

Im Oldtimer Museum „Nostalgie auf Rädern“ in alten Geschichten zu blättern – gibt es eine bessere Kombination? Autor Karl Oswald weiht Michaela Jos in sein neues Buch ein.
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  • Im Oldtimer Museum „Nostalgie auf Rädern“ in alten Geschichten zu blättern – gibt es eine bessere Kombination? Autor Karl Oswald weiht Michaela Jos in sein neues Buch ein.
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Von besonderen Momenten im Leben einfacher Leute

Es sind keine Promis, aber in irgendeiner Weise Persönlichkeiten, die Karl Oswald in seinen Büchern zu Hauptdarstellern macht. Seit zehn Jahren sammelt der Südsteirer altes Erzählgut und bewahrt es für die Nachwelt. Auch sein mittlerweile zehntes Buch „VERGISSmeinNICHT – Jeder Mensch hat seine Zeit“ widmet Oswald den einfachen Leuten. Es beinhaltet Geschichten, die von Personen, deren Leistungen und Lebensumstände handeln, Die beschriebenen Ereignisse können zum Schmunzeln anregen oder nachdenklich stimmen.

(jf). Das Gestern im Heute für Morgen bewahren. Darum geht es Oswald. „In VERGISSmeinNICHT 2 habe ich die besten Erzählungen der letzten Jahre aus ...der Steirer Land... für die Leser zusammengestellt und viele neue niedergeschrieben.“ Herausgekommen ist dabei eine der größten Geschichtensammlungen der Steiermark, in der über 90 Frauen und Männer kleine und große Ereignisse ihres Lebens in mehr als 130 Geschichten preisgeben. Darunter sind auch der Langzeit-Bürgermeister a. D. Ökonomierat Johann Loibner aus Gasselsdorf mit „Sechs Fassl Bier“, Theresia Neßhold vom Reinischkogel mit „Eine Klasse – 100 Kinder“, Rosina Prittl aus dem Sulmtal mit „Do woa sunst nix“, die 1912 in Höllberg bei Wies geborene Maria Jauschnegg mit „Des gangat goar“, Herbert Blatnik aus Eibiswald mit „Schwere Zeiten“, Inge Tschemmernegg aus Eibiswald mit „Ein kleines Zeichen“, Waltraud Rath aus Stainz mit „Liebste Erinnerungen“, Frida Stattegger aus Rachling (Goar net weit von Stainz...“, Frida Lenz aus Groß St. Florian mit „Tritt’s net zsamm“ und das Stoakogler Trio.
Zur Motivation für sein neues Lesewerk sagt der Autor: „Die ärmsten und einfachsten Leute haben in ihrem Leben Großartiges geleistet und mit ihren Taten dazu beigetragen, damit unser Land heute so da steht. Menschen kommen, und Menschen gehen. „Manche hinterlassen tiefe Eindrücke und schreiben sich in Geschichtsbücher ein. Bei anderen wiederum werden die Spuren ihres Daseins vom Wind der Zeit einfach weggeweht.“ Also gibt ihnen Karl Oswald auf über 280 Seiten ein Erzählpodium.
Es sind kurze, mittlere oder lange Geschichten. Der Bogen spannt sich von mordslustigen bis zu bittertraurigen Inhalten. Jüngster Erzähler ist Bischof Wilhelm Krautwaschl („Es war einfach schön!“ und „Ich bin einfach gegangen“), älteste Erzählerin ist Maria Strasser (“Vergelt’s Gott“). „Sie war damals 108 Jahre alt und ist leider nicht mehr unter uns“, so Oswald. „Als Frau Strasser 1905 in St. Pankrazen das Licht der Welt erblickte, regierte in Wien noch Kaiser Franz Joseph.“
Der Bauer Johann Sauer vulgo Kirchenbauer aus Heimschuh, 1950 geboren, hat gleich drei Geschichten beigesteuert. Er erinnert sich an „Großmutters Rosenkranz“, an den Duft des Waldes (“Der Bam is fia nix“) und dass, als er noch ein Bub war, einst ein außergewöhnliches Fleisch in die große Rein am Herd kam. Jedoch obwohl der Braten herrlich duftete, verging den Tagwerkern der Appetit und die Löfffel blieben am Tisch liegen...
Weiters erfährt man, wie die Mesnerin von Leutschach ihren Pfarrer in der Nacht fast in der Kirche eingesperrt hätte, weil sie ihn für einen Opferstockdieb hielt. Oder wie eine junge Frau aus Großklein in Tirol unwissentlich in einem Puff übernachtet hat. „Es wird auch berichtet, dass man Anfang der 60er-Jahre sogar eine eigene Berechungsformel anwandte. Für die Anschaffung eines 30 PS starken Traktors musste man nach ihr dafür 30 Meter Holz schlagen. „Damals hat man für das Geld noch was bekommen“, fügt Johann Sauer hinzu.
„Sinn und Zweck ist es nicht, der guten oder schlechten alten Zeit nachzutrauern, sondern längst vergangene Begebenheiten aufzuzeigen, die sich die heutige Generation nicht mehr vorstellen kann“, betont der Autor. Weil neben Bischof Krautwaschl noch Altbischof Johann Weber und ein paar Pfarrer zu Wort kommen bzw. ein Erzähler vulgo Kirchenbauer heißt, „ist es diesmal ein ‚heiliges Buch’ geworden“, schmunzelt Oswald.
Wunderschöne Stimmungsfotos, Bauernregeln und Lostage lockern die reichhaltige Geschichtensammlung auf. VERGISSmeinNICHT 2 ist im Buchhandel oder unter 0664/1140876 erhältlich.

Fotos: Josef Fürbass

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