Diskussion um Schlägerungsarbeiten an der Bahntrasse

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Der Kahlschlag auf GKB-Grund in Kresbach ist manchen Anrainern ein Dorn im Auge – die WOCHE fragte nach.

Leserbrief von MMag. Tanja Blanck-Kremser aus Kresbach: "Derzeit ereignet sich entlang der Bahntrassen der GKB in Kresbach ein Musterbeispiel, wie man Naturschutz und Anlieger (Kunden) mit Füßen tritt. Jahrealter, lärmdämmender und biodiversitätsfördernder Baum- und Strauchbestand wird entlang der Trassen, mitten im Winter, wo für die ansässige Fauna (u.a. dem Artenschutz unterstehende Arten wie Igel und Äskulapnatter) quasi keine Fluchtmöglichkeit besteht, entfernt. Und das nicht nur in einer Distanz von den Zügen, um diese klar vor Beschädigung zu schützen, sondern auf dem gesamten Grund und Boden der GKB. Telefonate mit dem verantwortlichen Mitarbeiter ergeben keinerlei Verständnis für Anlieger- und Naturschutzbedenken, sondern werden unfreundlich abgekanzelt. Unternehmen dieser Größe sollten in Zeiten von massivem Insektensterben, Vogelschwund und Co. bessere Strategien entwickeln, um bekannte Biodiversitäts-Hotspots, die Bahntrassen bekanntlich sind, sinnvoller zu administrieren. Dies geschieht beim großen Bruder anscheinend deutlich besser (http://blog.oebb.at/csr/umwelt/naturschutz/) und ist bis in die GKB-Zentrale vermutlich noch nicht vorgedrungen. Auch investiert man lieber Unsummen in "ästhetische" Lärmschutzvorrichtungen, weil es die Gesetze so vorsehen, anstatt in die natürlichsten Lärmschutzvorrichtungen der Natur, nämlich Bäume, zu investieren.
Naturschutz geht uns alle an, auch Sie, liebe GKB. Die Zeiten der Kohleausbeute sind auch bei uns Geschichte ..."

Ein Lokalaugenschein

DEUTSCHLANDSBERG. Dieser Leserbrief hat uns von der WOCHE-Redaktion aus zu einem Lokalaugenschein vor Ort bewogen:
Vor gut drei Wochen ist auf einer Länge von ca. 300 Metern sämtlicher Strauch- und Baumbestand entlang der Trasse nahe der sogenannten schwarzen Brücke geschlägert worden – bis auf einen Baum, den offenbar die Kinder aus den Familien der nahe stehenden Häuser mit einem gezeichneten Plakat vor dem Fall schützen wollten.

Anfrage bei der GKB

Die WOCHE Deutschlandsberg fragte daher bei der GKB zu den Umständen nach. "Die Sicherheit geht vor. Wir tun alles, damit die Reisenden unbeschadet an ihr Ziel kommen", heißt es vonseiten der Pressestelle. Daher wird hier sehr viel Geld in die Hand genommen, damit Gefahren beseitigt werden, die von Bäumen und Sträuchern ausgehen, die durch Windbruch oder Eisregen auf die Gleisanlagen stürzen können und somit den Bahnverkehr und die Passagiere gefährden.
Bisher habe es auch noch keine Beschwerden von Anrainern gegeben, wie hier in Kresbach. Schließlich führt die GKB mit ihren Mitarbeitern immer wieder solche Baumschnitt-Arbeiten auf GKB-Grund durch, so wie derzeit im Bereich Schwanberg. Dass Kinder sogar einen Baum plakatieren, sei verwunderlich im Sinne der Sicherheit, schließlich sind sie so nahe den Gleisanlagen höchst gefährdet.
Weshalb gerade jetzt im Winter geschlägert wird? "Der Zeitpunkt ist so gewählt, dass die Mitarbeiter der GKB für solche Arbeiten auch gut einsetzbar sind, also wenn keine anderen Wartungsarbeiten zu verrichten sind", heißt es vonseiten der GKB.

Um naturnahe Maßnahmen bemüht

In einer Stellungnahme der GKB-Pressestelle heißt esweiter: "Mäh- oder Service-Arbeiten werden unter Rücksichtnahme auf die Natur bzw. Tiere im Gleisbereich durchgeführt. So werden Schlangen, die ja auch unter Naturschutz stehen, behutsam aus dem Gefahrenraum entfernt." Außerdem achtet man darauf, dass Hasen oder Rehe u.a. nicht in die Mähwerke geraten. Die GKB produziert auch mit eigenen Bienen „Urban Honey“ am Graz Köflacherbahnhof in Graz und trägt damit zu Bestäubung der umliegenden Wiesen und Felder bei. Außerdem kooperiert die GKB mit regionalen Naturschutzorganisationen, wie z. B. der Berg- und Naturwacht Lieboch mit der ein Projekt gegen die Vermehrung der "Goldrute" am Dobler Bahndamm gestartet wurde. Dabei werden Neophyten (wie eben die Goldrute) durch Pflanzen und Bäume der heimischen Flora ersetzt.
Außerdem plant die GKB mittelfristig die Elektrifizierung des gesamten Streckennetzes. Eine Elektrifizierung würde nur auf die ersten 30 Jahre gerechnet bereits etwa 480.000 Tonnen CO² einsparen – Infos siehe: http://www.gkb.at/index.php/presse/278-umweltschutz-durch-weiterentwicklung

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