Ein Denkmal der Glaserzeugung

Am Reinischkogel stieß man auf eine Glasofenanlage aus dem 17. Jahrhundert, die nun auch touristisch genutzt werden soll.	MS
  • Am Reinischkogel stieß man auf eine Glasofenanlage aus dem 17. Jahrhundert, die nun auch touristisch genutzt werden soll. MS
  • Foto: Martina Schweiggl
  • hochgeladen von Elisabeth Kure

Am Reinischkogel fand man eine historische Glasofenanlage. Zukünftig soll sie touristisch genutzt werden.

Sensationelle Funde wurden im Laufe der letzten drei Monate am Reinischkogel ans Licht gebracht. „Wir haben einen Glasofen gefunden, dessen Erhaltungszustand in Mitteleuropa einzigartig ist“, freut sich Grabungsleiter Andreas Bernhard vom Burgmuseum Archeo Norico.

Einzigartige Glasofenanlage
Die historische Stätte, die nun aus ihrem jahrhundertelangen Dornröschenschlaf geweckt wurde, umfasst einen kombinierten Glasschmelz- und Kühlofen sowie einen Streckofen für die Produktion von Fensterglas. Darüber hinaus hat man – was auch äußerst selten vorkommt – einen Satz an Glaswerkzeugen entdeckt. „Die Ausgrabungen wurden über das EU-Projekt ’Historisches Koralmglas’ möglich“, erklärt Anton Steffan, Leiter des Burgmuseums Archeo Norico, der mit Andreas Bernhard und Lokalforscher Karl Dudek die Arbeiten vor Ort vornahm.

Quellenforschung
Neben den archäologischen Grabungen galt es jedoch auch nach schriftlichen Quellen zu suchen, um die Fundstücke zeitlich zuordnen zu können. „In den Kirchenmatriken von St. Stefan haben wir Informationen gefunden, durch welche wir sagen können, dass die Ofenanlage zwischen 1635 und 1640 in Betrieb stand“, so Steffan und Bernhard. Auch belegen diese Quellen, dass hier Wanderarbeiter – wahrscheinlich sogar aus Venedig-Murano, einer damaligen Hochburg für die Herstellung von Glaserzeugnissen – beschäftigt gewesen sind. Darüber hinaus geben Fundstücke wertvolle Hinweise auf die damalige Produktion. „Neben Kelchgefäßen für den Weingenuss, haben wir auch Scherzgefäße, Biergläser, Fensterglas und Medizinfläschen gefunden“, erläutert Bernhard, der sich gern an die Anfänge des Projektes zurückerinnert: „Im Rahmen des Glasprojektes habe ich begonnen, mich äußerst intensiv mit dem historischen Glas der Koralpe zu beschäftigen und im Zuge dessen erfahren, dass es hier, auf dem Grundstück der Familie Klugbauer auf dem Reinischkogel eine ’Gläsererwiese’ gibt. Der Name war für mich ein Indiz für eine Glaswerkstatt.“ – Und erste Fundstücke bestätigten schließlich die These des Archäologen.

Touristische Nutzung
Nach dreimonatiger Arbeit und rund 500 bis 600 kg Fundstücken, die nun eingehend untersucht werden, ist das Projekt so gut wie abgeschlossen. „Nun gilt es, die Ruine winterfest zu machen“. – Bevor sie im kommenden Frühjahr touristisch genutzt und damit erneut zum Leben erweckt wird. „ Wir planen, diese historische Stätte einzuhausen und für Besucher aufzubereiten und zugänglich zu machen“, so Steffan, der auf die Familie Klug aufmerksam macht, welche als Grundeigentümer das Projekt tatkräftig unterstützt und z.B. das für die Einhausung nötige Holz zur Verfügung stellen wird.
Die Besichtigungsstätte soll bis Mai 2012 fertig sein, die Kosten werden mit 90.000 Euro beziffert. Die zu Tage beförderten Fundstücke werden in der Folge sowohl im Burgmuseum Deutschlandsberg als auch beim „Klugbauer“ zu sehen sein. „Aus touristischer Sicht ist das für uns eine gewaltige Sache“, erkennt Walter Eichmann, Stainz-Bgm. und Obmann des Tourismusverbands Schilcherland Stainz-Reinischkogel, die Bedeutung der Glasofenalage für die Region. Das Verfahren, um das Objekt unter Denkmalschutz zu stellen, sei am Laufen. „Wir haben es hier mit einer denkmalpflegerischen Arbeit par excellence zu tun“, betont Jörg Fürnholzer vonseiten des Bundesdenkmalamts.

Autor:

Elisabeth Kure aus Leibnitz

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