Haydns „Jahreszeiten“ in der Pfarrkirche Stainz
Eineinhalb Stunden Musikgenuss pur

Ewald Nagl, Hans Holzmann und Angelika (v.l.) als Solosänger
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Das Vokalensemble Flors aus Eibiswald feierte sein 50-Jahr-Jubiläum und war deshalb mit der Chorgemeinschaft Stainz eine musikalische Verbindung eingegangen. Die beiden Chöre studierten das Oratorium „Die Jahreszeiten“ von Joseph Haydn und präsentierten es am vergangenen Samstag und Sonntag in Eibiswald und Stainz.
Nicht nur vokal wurde das 1801 uraufgeführte Werk präsentiert, auf der überdimensionalen Leinwand über dem Hauptaltar konnten die Besucher die Szenen der wandelnden Jahreszeiten (Fotograf Franz Kremser) mitempfinden. Ganz klar: Im Frühling ging es um das Zurückziehen des Winters („Erheitert ist die Luft.“) und das Einbringen der Saat auf den Feldern. Das Sprießen der Pflanzen, die kräftigen Strahlen der Sonne, die Dankbarkeit gegenüber Gott, aber auch die Gefahr durch ein Gewitter standen im Mittelpunkt des Sommers. Den Herbst stellte Librettist Gottfried van Swieten ins Zeichen des Einfahrens der Ernte, er bezieht aber auch die Jägerschaft – deutlich zu vernehmen durch die Jagdhornklänge - in die allgemeine Fröhlichkeit an. Rückschau, Abschied und Geborgenheit kennzeichnen den Winter, der mit Kälte, Eishauch und Unwirtlichkeit die Regentschaft übernimmt.
Zu den Stimmen: Sie sind gleich wie in der „Schöpfung“ besetzt. Der Hanne lieh Angelika Niakan ihre Sopranstimme, die mit großem Erfolg bereits bei Opern-, Operettenauftritten und Liederabenden zu hören war. In der Figur des Simon war mit tiefer Baritonstimme Ewald Nagl zu hören, der als Oratoriensänger im In- und Ausland gefragt ist. Sein Repertoire umfasst Werke klassischer und zeitgenössischer Komponisten. Hans Holzmann, der den Lukas gab, braucht man im Grunde nicht vorzustellen, er ist das pulsierende Herz der „Flors“. Seit 1978 leitet er den Eibiswalder Klangkörper, daneben fand der Tenor stets Zeit, Konzerte, Opern- und Operettenrollen in Österreich und Europa mit Leben zu erfüllen.
Mit Matthias Maier stand ein jugendlicher Dirigent (26) am Pult in der Pfarrkirche. Für den Deutschlandsberger, der bereits Engagements an der Oper Chemnitz und dem Gärtnerplatztheater München absolvierte und als Geigensolist tätig war, bildeten die Auftritte in Eibiswald und Stainz quasi ein Heimkommen. Eines, das er mit Bravour bestand. Ein Kompliment, das man auch dem einfühlsamen Spiel des Orchesters der Oper Graz machen muss. Vielen Dank für eineinhalb Stunden Musikgenuss.

Autor:

Gerhard Langmann aus Deutschlandsberg

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