„Unsere Erde“
Garten mit Auszeichnung und voll blühendem Leben

Der Garten von Markus und Edith Triendl ist voller Vielfalt an Pflanzen und Tieren, einfach ein lebendiges Ökosystem.
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  • Der Garten von Markus und Edith Triendl ist voller Vielfalt an Pflanzen und Tieren, einfach ein lebendiges Ökosystem.
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Gerade in den letzten Wochen konnte man sich vielerorts mehr um seinen Garten kümmern, als in anderen Jahren - ein Luxus den man für sich und die Umwelt in Zeiten der Coronakrise noch mehr zu schätzen weiß. Dass Garten aber nicht gleich Garten ist, das zeigen Edith und Markus Triendl, die in Pichling bei Stainz einen ganz außerordentlichen Garten angelegt haben: Hier hat eben nicht der auf Millimeter geschnittene Rasen das Sagen, sondern es darf das eine oder andere Platzerl in Wildwuchs gedeihen, Pflanzen können einander „Nachbarschaftshilfe“ geben und die Nützlinge halten Schädlinge in Schach.

PICHLING/STAINZ. Ein Haus, ein Garten und eine nagelneue Plakette am Eingang: „Natur im Garten“ steht darauf und unter einem Igel zwischen Löwenzahnblüten das Wort Steiermark und der Hinweis auf die Homepage www.oekoregion-kaindorf.at
Die WOCHE Deutschlandsberg wollte es genauer wissen und hat sich auf Einladung des Ehepaares Edith und Markus Triendl durch ihren mit viel Liebe zum Detail angelegten Garten führen lassen. „Wir mähen nur rund alle zehn Tage, und das auf höchster Stufe“, betont Markus Triendl. Deshalb herrscht hier aber alles andere als Wildwuchs, sondern ein geordnetes Miteinander von naturbelassenen Blühstreifen, heimischen Sträuchern, alten Obstbäumen, Kräuter-, Gemüse- und Blumenbeeten, Regenwasser-Management und vieles andere, um ökologische Kreisläufe aufrecht zu erhalten. „Alles, was wir dem Garten entnehmen, bekommt er wieder zurück“, spricht Markus Triendl das Kompostieren als eines der Beispiele dafür an. "Diese Saatkugeln verschenke ich an die Kinder", zeigt Edith Triendl auf ihre selbst geformten Präsente.

Die selbst geformten Saatkugeln von Edith Triendl.
  • Die selbst geformten Saatkugeln von Edith Triendl.
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Die ausgebildete Hauswirtschaftslehrerin und Tagesmutter hat im Vorjahr die Prüfung zur Kräuterpädagogin abgeschlossen und ist an der NMS Preding tätig. Vermögensberater Markus Triendl hat im Vorjahr die Land- und forstwirtschaftliche Fachschule Stainz als ältester Schüler quasi im Intensiv-Modus absolviert. „Das war der Feinschliff, den ich hier sehr gut umsetzen kann“, ist Markus Triendl begeistert, jetzt sein Wissen nicht nur im Garten, sondern auch beim Reparieren der Geräte anwenden zu können.

Garten ist nicht gleich Garten

Roman Malli von der Ökoregion Kaindorf, der seit 2019 die Plaketten im Bezirk Deutschlandsberg vergibt, hat sich vorab umgesehen, ob alle Kriterien erfüllt sind und auch noch allerlei Tipps gegeben. "Insgesamt habe ich seit 2019 in der Region elf Plaketten für Privatgärten und Schaugärten vergeben können", weiß Roman Malli, der im Bezirk Deutschlandsberg neben dem Deutschlandsberger Stadtgarten den einzigen offiziellen Schaugarten führt. Mehr unter www.romanmalli.com
Auch die Gartenexpertin Angelika Ertl-Marko hat bei den Triendls unterstützend mitgewirkt.

Und wie geht das jetzt mit den Schädlingen?

„Wir spritzen nur den Buchsbaum gegen den Buchsbaumzünsler mit biologischem Spritzmittel, sonst verwenden wir Brennessel-Jauche und Urgesteinsmehl“, betont Edith Triendl, dass in ihrem Garten auch einmal etwas kaputt gehen darf. Damit geht man auch gegen Blattläuse an, die allerdings zugleich eine begehrte Nahrung von Ohrenschlürfern und Marienkäfern sind. Die Anzahl der Nacktschnecken halten dafür die beiden Enten gering. Als das Ehepaar vor 18 Jahren nach Pichling gezogen ist, waren nämlich so viele Schneckeneier vor Ort, dass sich keiner gedacht hätte, dass hier so ein Garten gedeihen kann, den Enten als "Schneckenbrigarde" sei Dank.

Sogar Waschrumpeln kommen hier gut zur Geltung.
  • Sogar Waschrumpeln kommen hier gut zur Geltung.
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Wo das Interesse herkommt? „Wir kommen beide von einem Bauernhof, da ist man schon recht bodenständig und naturverbunden", betont das Ehepaar Triendl. Außerdem sind beide bei der Berg- und Naturwacht in Stainz fix eingebunden, Stichwort Gewässeraufsicht. „Wir haben uns im Rahmen der Berg- und Naturwacht ein Hochmoor mit all seiner Artenvielfalt angesehen. Da will man nicht, dass dieser wertvolle Lebensraum zerstört wird“, betont Edith Triendl zum Thema torffreie Blumenerde als eines der Kriterien.

Ein Rundgang als Erlebnis

Der Rundgang durch den Garten ist eine wahre Augenweide mit alten Fundstücken rund um Waschrumpeln, Gießkannen, Regenstiefeln, einem nostalgischen Küchenelement, einer mit Blumen bepflanzten Jumbo-Tassen oder einer hölzernen Treppe ins Nichts und natürlich einem Insektenhotel, um nur einige der vielen Schmuckstücke zu nennen.
Beim setzen der Pflanzen wird darauf geachtet, das diese so nebeneinander zum Wachsen kommen, dass sie einander unterstützen. Im Hochbett sind u.a. Melisse, Schnittknoblauch, Schnittlauch, Zwiebel sowie diverse Kräuter. Unterschiedlichen Anforderungen an Feuchtigkeit wird mit mehr oder weniger Humus, Kompost und Sand je nach Bedarf Rechnung getragen.
Auch bei den Beeren und Obstbäumen setzt man auf heimische Vielfalt und Beständigkeit.
"Natürlich gibt es viel Arbeit aber eben auch Zeit zum Genießen, weil die Natur für sich selbst arbeitet“, ist sich das Ehepaar einig.

Markus Triendl zeigt die "Natur im Garten"-Plakette, die für den Privat-Garten in Pichling ausgegeben worden ist.
  • Markus Triendl zeigt die "Natur im Garten"-Plakette, die für den Privat-Garten in Pichling ausgegeben worden ist.
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Über die Auszeichnung „Natur im Garten“

"Natur im Garten Steiermark" besteht seit dem Jahr 2019. Diese Auszeichnung, wie hier bei Edith und Markus Triendl, ist vom Land Steiermark aus Niederösterreich übernommen worden. Das Management zur Auswertung für diese Plakette hat die Ökoregion Kaindorf über. Zu den wichtigsten Kriterien für die Plakette "Natur im Garten" zählen der Verzicht auf chemisch-synthetische Pestizide und auf chemisch-synthetische Dünger und der Verzicht auf Torf. Schließlich werden durch den Abbau von Torf das ökologisch wertvolle Moor als wichtiger CO2-Speicher gefährdet. Außerdem beansprucht Torf auch noch lange Transportwege, die einen großen ökologischen Fußabdruck hinterlassen, den es zu vermeiden gilt.
Die "Natur im Garten"-Kriterien stellen somit nachhaltiges Gärtnern im Sinne von ökologischen Kreisläufen in den Mittelpunkt.

Mehr zu den Kriterien und Infos auf: www.oekoregion-kaindorf.at

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