"Gisela" in Stainz

Die Zukunft von "Gisela" ist noch ungewiss.
  • Die Zukunft von "Gisela" ist noch ungewiss.
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  • hochgeladen von Susanne Veronik

STAINZ. Am 18. Juli geht es um 19 Uhr im Dachbodentheater Stainz um die Giraffe "Gisela" in der Außenstelle des Naturmuseums Stainz und ihre Zukunft.
Die Teilnehmer:
Bgm. Walter Eichmann, Gerhard Pilz (StainZeit), Künstler Helmut Dick,
Elisabeth Fiedler (Institut für Kunst im öffentlichen Raum Steiermark),
Anton Lederer (< rotor > Zentrum für zeitgenössische Kunst)

Der Hintergrund dieser Diskussion

Im Sommer 2009 wurde in Stainz in einer ehemaligen Brückenwaage ein Werk des in den Niederlanden lebenden Künstlers Helmut Dick realisiert. Der Künstler entwickelte es nach intensiver Arbeit mit einer Gruppe von Jugendlichen aus Stainz, die das damalige Jugendzentrum jung.kultur.haus FRIDA frequentierten. Im Zentrum der Installation ist ein lebensgroßes Modell einer Giraffe. Sie steht in dem Gebäude der ehemaligen Brückenwaage, das seit langem eine Wartehäuschen für den Bus ist. Da das Bauwerk für die Giraffe zu klein ist hat Helmut Dick das Dach „ausgebeult“, in diese Dachgaube hat die Giraffe ihren Kopf gesteckt.

Das Kunstwerk kann als Abbild der (Stainzer) Jugend gesehen werden: Junge Menschen haben viele Ideen, viel Energie und oft große Pläne. Jedoch ist es für sie schwer, das alles in ihrer Umgebung frei umzusetzen. Vieles dringt nicht durch und bleibt stecken. Das ist der Moment, den Helmut Dick in seinem Werk quasi eingefroren hat: Die Giraffe versucht sich Platz zu schaffen, kann aber das einengende Dach nicht durchstoßen.

Anfangs war es gar nicht sicher, ob das Werk überhaupt in Stainz umgesetzt werden kann. Die dafür notwendige Mehrheit im Gemeinderat kam denkbar knapp zustande. Bald jedoch freundeten sich so manche Stainzerinnen und Stainzer mit dem Werk und vor allem mit der Giraffe an. Sie erhielt sogar einen Namen und heißt seither "Gisela". Nach der auf zwei Jahre angesetzten Projektlaufzeit kam von der Gemeinde die Anfrage, ob das Werk nicht verbleiben kann. Und nun ist "Gisela" schon acht Jahre in Stainz. Und dort zu einer weiteren Attraktion geworden. Immer wieder gibt es positive Rückmeldungen von Stainz-Besuchern, die überraschend auf die Giraffe gestoßen sind.

Umbau des Kunstwerkes

Im Oktober 2015 geschah nun folgendes: Das Kunstwerk wurde umgebaut, und zwar ohne Rücksprache mit dem Künstler oder den verantwortlichen Organisationen. In die "Beule" im Dach des Wartehäuschens wurde ein Fenster eingebaut. Die Giraffe kann seither herausschau'n bzw. kann ihr Kopf von außen gesehen werden. Der Umbau wurde in einer öffentlichen Aktion als „Befreiung“ der Giraffe gefeiert.

Meinung ROTOR: Allerdings ist damit das zentrale Spannungselement des Werks verloren gegangen. Denn von Anfang an nahmen die meisten Betrachter die Spannung zwischen der sympathischen Giraffe und der Tatsache wahr, dass diese nicht aus ihrer Behausung herausschauen kann.

Daher die Frage zur Diskussion:
Was bedeutet der Eingriff von Ende 2015 für das künstlerische Werk? Und wie kann es mit der Giraffe weitergehen?

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