Bewegungsanalyse
In Frauental bleiben die meisten daheim

Auch das FMZ Deutschlandsberg war in den letzten Wochen menschenleer.
  • Auch das FMZ Deutschlandsberg war in den letzten Wochen menschenleer.
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  • hochgeladen von Simon Michl

Haben wir uns an die Ausgangsbeschränkungen gehalten? Und in welcher Gemeinde gibt es die meisten "Daheimbleiber"? Anonyme Bewegungsanalysen geben Antworten.

BEZIRK DEUTSCHLANDSBERG. Österreich bleibt daheim: Aktuell noch bis Freitag und laut aufgezeichneten Daten hat das auch gut funktioniert. Im März und April sank die Mobilität in Österreich stets um 20 bis 30 Prozent. Das ergeben Auswertungen von Invenium, einem Unternehmen der TU Graz, in Zusammenarbeit mit A1. Invenium analysiert Mobilfunkdaten aus dem Netz von A1, um zu prüfen, wie die Maßnahmen des "Social Distancing" in jeder österreichischen Gemeinde angenommen wurden.

Rückgang schon in dieser Woche

Man errechnet dafür die Mobilitätsrate (Anteil der anonymisierten Mobiltelefone mit Bewegungsradius an einem Tag über 1 km), woraus sich im Umkehrschluss jene "Daheimbleiber" ergeben, die einen Bewegungsradius unter einem Kilometer haben. Diese Rate am Tag vor Beginn der Maßnahmen (20.1.2020) werden mit dem letzten Tag verglichen: Am Dienstag (28. April) blieben österreichweit 20 Prozent mehr daheim. Überdurchschnittlich brav waren die Frauentaler: Dort blieben 21 Prozent mehr daheim, einen Tag zuvor waren es sogar noch 29 Prozent. In allen Gemeinden gibt es schon von Montag auf Dienstag einen Rückgang, teilweise sogar um zehn Prozent. Die Leute gehen also in dieser Woche schon wieder öfter raus.

Alle Zahlen

Grüne Zahlen gibt es aber aus allen Deutschlandsberger Gemeinden:
Frauental: +21 %
Wettmannstätten: +19 %
Preding: +18 %
St. Josef: +17 %
Stainz: +15 %
Deutschlandsberg: +14 %
Groß St. Florian: +14 %
Lannach: +13 %
Wies: +12 %
St. Martin: +12 %
Bad Schwanberg: +11 %
Eibiswald: +9 %
St. Stefan: +9 %
St. Peter: +8 %
Pölfing-Brunn: +5 %

Die überdurchschnittlich hohe Zahl aus Frauental ist sonst eher in und um Großstädte zu finden. In Städten ist die notwendige Infrastruktur meist in unmittelbarer Nähe, im ländlichen Raum musste man schon vor den gesetzlichen Maßnahmen öfters längere Wege (über 1 km) zurücklegen, um systemkritische Infrastrukturen zu erreichen. Eine höhere Zahl an "Daheimbleibern" könnte also auch auf gute Infrastruktur einer Gemeinde hindeuten.

Strenge Anonymisierung

Die Bewegungsanalysen wurden im Kampf gegen Covid-19 der Bundesregierung zur Verfügung gestellt und kurz darauf auch öffentlich gemacht. "Wir machen das, weil wir gut darin sind und weil wir glauben, damit helfen zu können", erklärt Invenium. "Anonymisiert, auf Gemeindeebene ohne Rückführbarkeit auf Einzelpersonen, im Einklang mit den strengen Datenschutz-Regulativen und mit einem TÜV-geprüften Anonymisierungsverfahren", wie das Unternehmen versichert. Es wird erfasst, welche Handys sich über die SIM-Karte an welchen Handymasten einwählen. Die Grunddaten bleiben bei A1, jedes Handy bekommt eine zufällig generierte Nummer fürs Tracking zugewiesen. Diese Nummern werden alle 24 Stunden neu vergeben, damit Invenium nie auf die Kundenstammdaten zurückgreifen könne.

Im Tourismus erprobt

Neu ist diese Art der Datenerfassung nicht: Seit drei Jahren bietet Invenium und A1 dieses Produkt an. Einzelne Schritte können nicht erfasst werden, es geht um Bewegungen von Menschengruppen. So kann z.B. erfasst werden, welche Sehenswürdigkeiten österreichweit am häufigsten besucht werden. Neu ist, dass diese Daten regional veröffentlicht werden. So ergeben sich für jede Gemeinde aktuelle Zahlen, wer mehr oder weniger daheim bleibt.

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