Dokumentation
Laßnitztaler Kinofilm will Verbauung stoppen

Die Dokumentation "Lebenswertes Laßnitztal" zeigt die Gegend von der Klause bis zum Buchkogel mitsamt ihrer Entwicklung.
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Eine neue Dokumentation rückt "Lebenswertes Laßnitztal" in den Fokus und kritisiert den steigenden Bodenverbrauch.

„Wenn man an die eigene Kindheit zurückdenkt, wo man gespielt hat und wie es jetzt dort ausschaut, hat jeder Verbauung erlebt“, sagt Marc Ortner. Diese Verbauung macht der Deutschlandsberger zusammen mit der Interessengemeinschaft „Harterwald Gleinz Zeierling-Süd“ und der Plattform „Lebenswertes Laßnitztal“ zum Thema einer Dokumentation. Im Mittelpunkt: die Entwicklung in unserer Region. In „Lebenswertes Laßnitztal“ geht es vor allem um den Neubau der L601 und wie das Potenzial der Koralmbahn voll ausgeschöpft werden kann. „Wirtschaft kann sich auch nachhaltig entwickeln, es muss nicht immer nur die Straße sein“, denkt Ortner. Das Filmprojekt fordert eine Symbiose, aber auch ein Umdenken. „Wo ist die Grenze? Brauchen wir eine neue, längere Straße, wo mehr CO2 verbraucht wird und Flächen verbaut werden?“, fragt sich Stefan Gurt, Obmann der Plattform.

Die Plattform "Lebenswertes Laßnitzal"
  • Die Plattform "Lebenswertes Laßnitzal"
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Ein Jahr lang Dreharbeiten

Zusammen mit dem Filmemacher Bernhard Reiner, selbst gebürtiger Deutschlandsberger, entstand die Idee. „Wir möchten aufzeigen, wie schön unser Laßnitztal ist“, sagt Gurt. „Und wie wenig wir die neue Straße brauchen.“ Bereits im Herbst 2018 starteten die Dreharbeiten. Damals noch für einen fünfminütigen Kurzfilm, der als positive Werbung fürs Laßnitztal dienen sollte. Erst im Laufe der Recherchen kristallisierten sich die Kernthemen heraus: regionale Entwicklung, Bodenverbrauch und Mobilität. „Weil mit der Ressource Boden, einem unvermehrbaren Gut, viel zu sorglos umgegangen wird“, so Gurt, der als Landwirt in Preding lebt. Er ist auch auf dem Filmplakat zu sehen.

Laßnitztal vor der Kamera

Ein Jahr lang wurden Bilder im gesamten Laßnitztal, von der Klause bis zum Buchkogel, aufgenommen. Äcker, bestehende Straßen und die entstehende Koralmbahn, auch Teile des Stainztals, sind zu sehen. „In Drohnenaufnahmen sieht man, wie schmal das Laßnitztal eigentlich ist und wie viel die Koralmbahn und der Bahnhof da schon einnehmen“, erzählt Reiner. „Und dann muss man sich vorstellen, dass da noch eine neue Straße dazukommt.“ Zu Wort kommen neben den beiden Plattformen aber auch Straßenbefürworter und außenstehende Bauern, um allen Seiten eine Stimme zu geben. Reiner hatte nur ein grobes Drehbuch und die Interviewpartner vorgegeben, daraus entstand die rund 50-minütige Dokumentation.

Bernhard Reiner drehte ein Jahr lang im ganzen Laßnitztal.
  • Bernhard Reiner drehte ein Jahr lang im ganzen Laßnitztal.
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Premiere in Frauental

Zu sehen ist der Film vorerst im Frauentaler Kino: Am Samstag, dem 1. Februar, läuft die Premiere, weitere Vorführungen gibt es am 2. und 8. Februar (jeweils 17 Uhr). Karten kann man unter 03462/2614 reservieren.

Die Doku könnte demnächst auch in weiteren Kinos laufen und bei Filmfestivals eingereicht werden. „Das Laßnitztal soll Vorbild für andere Gegenden in Österreich sein, die das gleiche Problem haben“, denkt Reiner weiter. „Aber in erster Linie wollen wir hier in der Gegend die Leute ins Kino bringen.“ Und zum Nachdenken: „Die Leute sollen anfangen, zu diskutieren: Was macht Sinn und was macht keinen Sinn?“

Globales Problem

Denn auch wenn eine regionale Entwicklung im Film gezeigt wird, gehen die Probleme über die Bezirksgrenzen hinaus. In Österreich wurden in den letzten zehn Jahren umgerechnet 30 Fußballfelder pro Tag verbaut. „Wenn man Boden versiegelt, haben Natur und Lebewesen weniger Platz. Es gibt keinen effizienteren Umweltschutz als Schutz des Lebensraums", denkt Ortner, dass das Bewusstsein für den Bodenverbrauch ausbaufähig ist. Bisher gibt es in Österreich kein vergleichbares Projekt, das die Aufmerksamkeit auf diese Thematik erhöht. „Plastik ist schlecht, das ist in den Köpfen drinnen“, sagt Gurt. „Aber keiner denkt nach, wenn Bagger und Lkw anrollen. Jeder freut sich, wenn ein neuer Supermarkt gebaut wird, obwohl der nächste nur vier Kilometer weit weg ist.“ Dieses Bewusstsein möchte der Film bei jenen Menschen schaffen, die bald die Koralmbahn vor der Haustür haben. Denn Bodenverbrauch wirkt sich auch negativ aufs Klima aus: Beton und Asphalt nehmen kein Wasser mehr auf. Das vermehrt den Regen auf den übriggebliebenen Flächen. „Ist unser Laßnitztal dann noch lebenswert? Das wollen wir mit dem Film aufzeigen“, erklärt Gurt.

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