LESERBRIEF: Kahlschlag beim Koralmstadion - und was jetzt?

So sieht derzeit noch die Sicht der Anrainer auf das Deutschlandsberger Koralmstadion aus - der Lärmschutz fehlt.
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  • hochgeladen von Simon Michl

Das letzte Unwetter hat seinen Tribut gefordert. Beim Koralmstadion sind mehrere der dicht gepflanzten Fichten vom Wind entwurzelt und/oder abgeknickt worden. Durch das Setzen der Fichten in Heckenform sind diese hauptsächlich in die Länge gewachsen. Fichten sind bekanntlich Flachwurzler und jene beim Fußballstadion sind zudem am „Abhang“ Richtung Spielfeld gestanden. Bei diesen Grundvoraussetzungen hatten die starken Windböen ein leichtes Spiel... In wenigen Minuten stand der Sieger fest. Die riesige „Fichtenhecke“ wurde durch den Sturm maßgeblich beschädigt. Durch dieses starke „Ausdünnen“ hat die gesamte Baum-Hecke gelitten. Aus statischen Gründen musste dadurch der Baumsachverständige der Stadtgemeinde die Entfernung aller Fichten empfehlen.

Im Sachverständigen-Gutachten ist als Grund für die ursprüngliche Bepflanzung angegeben, dass dadurch eine Lärm- und Lichtschutzreduktion für die angrenzende Norbert-Ehrlich-Siedlung angestrebt wurde. Wie sich jetzt nach der Rodung zeigt, haben die Bäume durchaus ihren Sinn erfüllt! Die Lärmbelastung für die Anrainer der gesamten Siedlung ist deutlich gestiegen und die Wohnbereiche der direkten Anrainer werden zusätzlich durch die Flutlichtanlage stärker erhellt als vorher.

Als Gegenmaßnahme wünschen sich die Funktionäre des DSC in einem Bericht der WOCHE vom Stadionbesitzer, der Stadtgemeinde Deutschlandsberg, die Errichtung einer Mauer und Stehplätze hinter dem Tor. Aus Sicht des Vereins durchaus nachvollziehbare Forderungen, die im Einklang mit ihren finanziellen Interessen stehen. Die Mauer bringt mehr Fläche für Sponsorenwerbung. Mehr Stehplätze führen idealerweise zu mehr Besuchern. Die Forderungen richten sich jedoch an die Stadtgemeinde, welche den Interessen aller Bürgerinnen und Bürger verpflichtet ist. Bei den Gegenmaßnahmen, die hoffentlich bald ergriffen werden, muss sie an alles denken - in diesem Fall auch an den Eislaufplatz und an den Anrainerschutz.

Veranstaltungen im Koralmstadion wurden in den letzten Jahren immer zahlreicher. Nicht nur deshalb ist das Verhältnis zu den Anrainern bereits angespannt. Bei der Kessellage des Stadions sollte nicht ohne weiteres davon ausgegangen werden, dass eine Mauer einen, den Bäumen vergleichbaren, Lärmschutzeffekt erzielt. Die direkten Anrainer können dadurch auch mit keiner Abnahme der Lichtemission durch die Flutlichtanlage rechnen. Und was den öffentlichen Eislaufplatz im Winter betrifft wird eine Mauer alleine nicht ausreichen um für ausreichende Beschattung zu sorgen. Dieser Umstand wird sich dann negativ auf dessen Nutzungsspanne auswirken, die ohnehin bereits unter den wärmeren Wintern leidet.

Wenn die Entscheidungsträger in der Gemeinde alle Umstände und Interessen berücksichtigen, verlangt es nach einer kombinierten Lösung. Kurzfristig muss eine Lärmschutzwand errichtet werden. Die Fläche Richtung Stadion kann dann vom DSC für Sponsorenwerbung genützt werden. Da dadurch langfristig und kontinuierlich Einnahmen entstehen, sollte sich der DSC an den Kosten beteiligen. Die Rückseite bietet durch Begrünung mit immergrünen Pflanzen ein schönes Erscheinungsbild. Eine erste Verbesserung für die Anrainer wird dadurch bereits erreicht. Gleichzeitig müssen jedoch wieder Bäume – idealerweise tiefwurzelnd, schnellwachsend, winterhart und immergrün, gepflanzt werden! (Edeltanne, Kiefer, Atlas-Zeder) Nur so werden langfristig alle Interessen (Lärm-, Lichtschutz und Beschattung) gewahrt. Auf zusätzliche Stehplätze muss durch diese kombinierte Lösung zwar verzichtet werden, dafür wird aber der „soziale Frieden“ nachhaltig gewahrt. Und eine gute Nachbarschaft liegt letztlich im Interesse aller Beteiligten – DSC, Anrainer und Stadtgemeinde.

Marc Ortner, im Namen betroffener Anrainer

Autor:

Simon Michl aus Deutschlandsberg

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