Pferdezucht
Mit flotten Haflingern auf der Überholspur

Daniela, Andreas, Wilfried und Katharina Bossler mit der heuer zweiten Reservesiegerin: "Roxy-B" hier mit der Mutterstute "Rubina-B". Solche Erfolge machen das unglaubliche Jahr 2019 für die Familie Bossler perfekt.
5Bilder
  • Daniela, Andreas, Wilfried und Katharina Bossler mit der heuer zweiten Reservesiegerin: "Roxy-B" hier mit der Mutterstute "Rubina-B". Solche Erfolge machen das unglaubliche Jahr 2019 für die Familie Bossler perfekt.
  • Foto: KK
  • hochgeladen von Susanne Veronik

Die Familie Bossler in Lannach setzt auf Haflinger und das mit vielen preisgekrönten Pferden auf Landes- und auf Bundesebene. Das Besondere: Es gibt nur einen Mutterstamm in siebenter Generation.

LANNACH. Blond, gut gebaut, sportlich, familienfreundlich und vielseitig  - das sind Haflinger, die ja ursprünglich als kräftige Gebirspferde aus Tirol stammen.
Spätestens seit der Sendung "Bauer sucht Frau", in der Eveline Leber zur Hofwoche auf ihrem Anwesen in St. Josef geladen hat, sind Haflinger als charmante Allrounder unter den Rössern wieder in aller Munde.  Eveline Leber ist ja auch Obfrau des Südweststeirischen Pferdezuchtvereines und führt die Deckstation des Landesverbandes auf ihrem Hof in St. Josef. Nur einen Steinwurf von Eveline entfernt wohnt ihr Stellvertreter, Wilfried Bossler, der mit seinen Haflingern gerade im heurigen Jahr einen Erfolg nach dem anderen geschafft hat. Die WOCHE Deutschlandsberg hat die pferdebegeisterte Familie auf ihrem Hof in Lannach besucht.
Neben Wilfried und Daniela sind auch Tochter Katharina und Sohn Andreas schon vom Pferdefieber gepackt.


Wie alles begann


"Vor gut 45 Jahren hat mein Vater die erste Haflingerstute nach Hause gebracht. Aus dieser einen Stute ist auch die heute noch bei uns bestehende Linie gezogen, das ist sehr selten. Bei uns sind also Fohlen im Stall, die jetzt schon in siebenter Generation von dieser Stammutter gezogen worden sind", zeigt Wilfried Bossler auf die Fotogalerie mit preisgekrönten Haflingern. Derzeit sind es vier Staatsprämienstuten, die sich auf der Koppel mit weiteren Jungtieren aus der Nachzucht tummeln.
Die Bedingungen für die Staatsprämierung sind in der Zuchbuchordnung und dem Zuchtprogramm für Haflingerpferde nachzulesen.

Mit "Ramira" zum Zuchterfolg

"Im Jahr 2000 hat mein Vater uns eine seiner Stuten geschenkt. Das war die 'Ramira', mit der wir unsere Zucht aufgebaut haben", erzählt Wilfried Bossler. Es werden bei den Bosslers also keine Stuten dazugekauft sondern über die Auswahl der Hengste die Nachzucht noch verbessert, und die können überall in Österreich stehen. Die jeweiligen Vererber sind immer ein großes Thema bei der Familie Bossler, wobei die Qualität der Mutterstuten aus dieser einen Stammlinie ja schon eine stark gefestigte ist. "Wir wissen einfach, welche Qualitäten die Stuten vererben und das schon seit Generationen. Dafür entwickelt man mit der Zeit ein Gespür", ist Daniela Bossler davon überzeugt, dass gut 80 Prozent der Gene von der jeweiligen Mutterstute an die Fohlen übertragen wird. "Züchten ist nicht einfach nur vermehren. Da braucht man viel Fingerspitzengefühl", betont Wilfried Bossler.

Wilfried Bossler bei der Vorstellung.
  • Wilfried Bossler bei der Vorstellung.
  • Foto: KK
  • hochgeladen von Susanne Veronik

Mit Fingerspitzengefühl von Sieg zu Sieg

Und genau dieses Fingerspitzengefühl kommt in den vielen Erfolgen der Bossler-Haflinger zum Ausdruck: "Den ersten große Erfolg haben wir mit unserer "Rubina-B" aus unserer eigenen Zucht geschafft, ein Reservesieg als Vierjährige auf Bundesebene im Jahr 2009. Das war unsere allererste Schärpe", kommt Daniela ins Schwärmen. "Rubina-B" hat schließlich auch einen Körungssieger bei den Hengsten hervorgebracht, der jetzt bei Stefan Werni als Deckhengst aufgestellt ist. Dieser Hengst blieb auch bei Leistungsprüfungen und Materialprüfungen ungeschlagen und ist außerdem im Sport erstklassig unterwegs. Seither haben sich viele Schleifen bei Fohlenchampionaten u.a. angesammelt. Vor allem das heurige Jahr war vom Anfang bis zum Schluss der Saison gespickt mit Erfolgsmeldungen:

"Wir haben unsere Stuten heuer bei insgesamt sechs Bewerben vorgestellt und sind jedes Mal geschmückt mit Schärpen und Schleifen zurückgekommen."
Wilfried Bossler

Angefangen hat heuer alles mit "Red Lips B", die schon als Fohlen das Landeschampionat gewonnen hat und Reservesiegerin beim Bundeschampionat geworden ist.
Heuer hat "Red Lips-B" bei der Stutbuchaufnahme als mittlerweile Dreijährige den Landessieg geschafft. Dadurch war die Stute auch bei der Bundesschau qualifiziert, wo sie in einer sehr starken Gruppe den Gruppensieg heimgebracht hat.
In der Materialprüfung auf der Anlage des Reitspotzentrums Süd in Oisnitz/St. Josef, quasi gleich ums Eck, hat "Red Lips-B" als Landessiegerin wiederum groß aufgezeigt. 
Darauf folgten die Fohlenchampionate. Dabei ist "Roxy-B" als heuer geborene Vollschwester von "Red Lips-B" in die Hufspuren der großen, dreijährigen Schwester gestiegen: "Roxy-B" ist also sowohl Landessiegerin bei den Stutfohlen geworden als auch zweite Reservesiegerin beim Bundesfohlenchampionat in Stadl Paura/OÖ.
Den krönenden Saison-Abschluss bildete die Leistungsprüfung in Andorf, bei der "Red Lips-B " wiederum als Reservesiegerin brillieren konnte.


Warum gerade Haflinger?


"Die gehören einfach zu unserem Hof", ist sich die Familie einig. Und bei dieser Pferderasse im Kompaktformat liegen die Vorteile einfach auf der Hand: Haflinger sind so unproblematisch im Umgang auch mit Kindern, vielseitig einsetzbar und einfach geradlinig, bodenständig und gesund. Sie sind als Freizeit- bzw. Kutschpferd ebenso einsetzbar wie im Sport. Da fliegt so ein Haflinger schon anderen Kleinpferden im Parcours oder im Gelände nur so um die Ohren und manch dressurbetonter Blondschopf hat auch schon in hohen Klassen den Großpferden gezeigt, wo der Bartel den Most herholt. Dabei gibt es natürlich viele Bewerbe gerade in Österreich, die extra für Haflinger ausgeschrieben sind.
"Doch der größte Erfolg ist und bleibt die Geburt eines gesunden Fohlens", strahlt die Familie Bossler.

Ein weiterer Erfolgszüchter im Bezirk Deutschlandsberg:

"Made in Austria" heißt es am Zuchtbetrieb Gutschy in Aibl
Autor:

Susanne Veronik aus Deutschlandsberg

following

Du möchtest diesem Profil folgen?

Verpasse nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melde Dich an, um neuen Inhalten von Profilen und Bezirken in Deinem persönlichen Feed zu folgen.

10 folgen diesem Profil
Die wichtigsten Nachrichten per Push Mitteilung direkt aufs Handy! Jetzt für Deinen Bezirk anmelden!

Kommentare

online discussion

Du möchtest kommentieren?

Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung einbetten

Abbrechen
add_content

Du möchtest selbst beitragen?

Melde Dich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.