Neue Aufbahrungshalle in St. Peter im Sulmtal

Die neue Aufbahrungshalle als Zeichen unserer Zeit: Dazu stehen auch Bgm. Maria Skazel, Bruno Wildbach, Rainer Kolar und die Vertreter der beteiligten Firmen.
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Mit der neuen Aufbahrungshalle nach den Plänen von Bruno Wildbach wird derzeit in St. Peter im Sulmtal ein architektonisches Zeichen der Zeit gesetzt.

ST. PETER IM SULMTAL. So schön das Leben auch sein kann - es ist zeitlich befristet. Im Bewusstsein dieser Endlichkeit wird das Leben noch wertvoller. Man kann den Tod nicht ausschließen. Er verbindet über die Jahrtausende hinweg, denn niemand kann ihm entfliehen. Seit vielen Epochen zollen Künstler daher dem Thema Tod vor allem in sakralen Werken ihren Respekt, um damit ein Zeichen ihrer Zeit zu setzen.

Starke Symbolkraft

Genau ein solches Zeichen unserer Zeit entsteht derzeit mit der neuen Aufbahrungshalle in St. Peter im Sulmtal. Dabei hat sich die Gemeinde viel Zeit in der Planung gelassen, um so auch den Pfarrgemeinderat einzubinden.
Zwar gibt es eine alte Aufbahrungshalle im Gebäude des Ordinariates, die daher unter Denkmalschutz steht - auch die stetige Feuchtigkeit ist ein Thema.
Schließlich war ein Neubau auf einem gemeindeeigenen Grundstück unmittelbar in der Nähe zu Kirche und Friedhof für alle Seiten überzeugend.
Überzeugt vom Neubau hat schließlich die schlichte wie zugleich elegante Lösung in Form eines liegenden, lateinischen Kreuzes nach dem Konzept des international renommierten Künstlers Bruno Wildbach aus Schwanberg. "Ich bin sehr dankbar dafür, dass mich die Frau Bürgermeister dazu eingeladen hat, einen Entwurf zu erstellen", bedankt sich Bruno Wildbach.
Von der Umsetzung der künstlerischen Gestaltung in ein Bauwerk, das sich in den gegebenen Naturrahmen einfügt und auch innerhalb des Zeitdruckes machbar war, wurde vom Büro Kolar aus Wies mit seinem Team und im Besonderen durch Projektleiter Manuel Kapper hervorragend koordiniert.

Eine neue Platzsituation

Rainer Kolar und Bruno Wildbach sind ein eingespieltes Team, schließlich haben die beiden auch die Rondell Gallery in Schwanberg gemeinsam umgesetzt. "Schon damals wollte ich Bruno Wildbach für den Entwurf einer Aufbahrungshalle in St. Peter, wenn es soweit ist. Jetzt ist es endlich soweit", erinnert sich bgm. Maria Skazel. Schließlich ist das der erste Architektenbau im Europadorf, Kostenpunkt: 250.000 Euro, dazu noch 50.000 Euro für die Außengestaltung.
Das künstlerische Konzept? "Ich habe mir gemeinsam mit dem Rainer Kolar und Manuel Kapper die Gesamtsituation mit Kirche und Friedhof angesehen. Da die Kirche ja selbst die Form eines lateinischen Kreuzes im Umriss hat und natürlich geostet ist, wollten wir ähnliches mit der Aufbahrungshalle machen, und das Kreuz als Grundriss in der Fassade aufstellen. Das ist ein zeitloses Zeichen mit viel Symbolwert", ist Wildbach überzeugt.
Symbolisch verweist das Kreuz auf die Vereinigung von Himmel und Erde: Der Längsbalken steht für das Göttliche, während der Querbalken eine Verbundenheit mit der Erde symbolisiert.
Die Aufbahrungshalle in St. Peter im Sulmtal bezieht sich also in Fassadenform und Situierung auf Prinzipien im Kirchenbau. Schließlich weist fast jede Kirche in ihrem Grundriss ein Kreuz auf, bei dem die Längsachse länger ist als die Querachse, also ein lateinisches Kreuz, auch Passionskreuz genannt. Außerdem sind Kirchen nach der Idee der aufgehenden Sonne als Symbol für die Auferstehung Jesu nach Osten hin ausgerichtet. Die neue Aufbahrungshalle ist daher ebenso geostet.

Somit ist ein Dreieck zwischen  Kirche und Aufbahrungshalle sowie dem angrenzenden Friedhof entstanden und mit diesem Ensemble  einhergehend eine neue Platzsituation. Die Wege und der Platz vor der Aufbahrungshalle werden von der Gemeinde neu gestaltet und begrünt. "Zu den Wohnhäusern hin wird ein Sichtschutz in Form von Weinstöcken angepflanzt", verrät Bgm. Skazel.

Form folgt Funktion

Es gibt also einen großen Unterschied zwischen einer Verabschiedungshalle und einer Aufbahrungshalle, denn in einer Verabschiedungshalle muss auch die Möglichkeit gegeben sein, eine kleine Messe zu lesen. Solche Bauten sind vor allem dann nötig, wenn die Kirche recht weit vom Friedhof entfernt ist. Das ist in St. Peter nicht erforderlich, denn größere Verabschiedungen können hier in der Kirche unmittelbar neben dem Friedhof und bei der neuen Aufbahrungshalle abgehalten werden.

Die neue Aufbahrungshalle (6 m mal 12m) ist sehr schlicht gehalten und aus natürlichen Materialien, also Beton, Glas, Metall und Lärchenholz gefertigt. Wir haben Wert darauf gelegt, dass keine Kunststoffe enthalten sind, daher auch Steinwolle als reines Naturprodukt bei der Dämmung", wie Rainer Kolar betont. Im Grunde sind zwei Räume vorhanden. Mit Hilfe einer Trennwand aus Lärchenholz ist bei zwei zeitgleichen Aufbahrungen eine optische Trennung möglich. Die Vorrichtung für eine öffentliche Toilettanlage würde im hinteren Bereich bestehen.

Lichtkuppel und indirekte Beleuchtung

Die Erhöhung des liegenden Passions-Kreuzes wird über zwei große Fenster als Lichtkuppel verwendet, sodass das Licht je nach Tages- und Jahreszeit von Osten her auf den Sarg fällt. Das Kreuz ist auch schon an der gläserenen Eingangstür sichtbar, nämlich als elementares, gestalterisches Element in Form des Türgriffes.
In der Nacht wird das Objekt über LED indirekt beleuchtet sein, sodass das liegende Passions-Kreuz einen schwebenden Eindruck erhält. "Ich habe zwar schon mehrere Aufträge für die Diözese ausgeführt aber so einen schönen Auftrag, bei dem mich wirklich alle in meiner Idee unterstützen, das hatte ich noch nie", bedankt sich Wildbach, der mit dieser schnörkellos puristischen Architektur ein Zeichen unserer Zeit setzt.

Segnung am 30. Juni

Und der Zeitplan? "Wir liegen gut seit dem Baubeginn im April, das müssen wir auch. Schließlich kommt am 30. Juni Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl zum Jubiläum 775 Jahre Pfarre und wird bei diesem Anlass die neue Aufbahrungshalle segnen", so Bgm. Maria Skazel. "Es war eine sehr straffe Bauzeit, die durch den verregneten Mai unseren Leuten noch einige Wochenendschichten abverlangt hat", so Rainer Kolar. "Daher möchte ich mich herzlich bei allen beteiligten Firmen für den zügigen und reibungslosen Ablauf bedankten", betonte die Ortschefin, dass vorrangig bauausführende Firmen aus der direkten Umgebung bei der Vergabe zum Zug gekommen sind.

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