Schwarze Sulm
Neuer Schwung für Kraftwerksgegner

Andreas Mathauer setzt sich seit vielen Jahren mit seiner Arbeitsgruppe für die Schwarze Sulm ein.
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  • Andreas Mathauer setzt sich seit vielen Jahren mit seiner Arbeitsgruppe für die Schwarze Sulm ein.
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Parteistatus für Umweltschutzorganisationen und den Arbeistkreis zum Schutz der Koralpe vereiht den Gegnern des geplanten Kraftwerkes  an der schwarzen Sulm neue Tatkraft: Weitere Beschwerden wurden eingereicht, um die Baubewilligung aufzuheben.

SCHWANBERG. Mehr als zwei Jahrzehnte hält das von Alfred Liechtenstein und Peter Masser an der schwarzen Sulm geplante Wasserkraftwerk nicht nur die Gegner auf Trab. 2021 sollte das umstrittene Kraftwerk ans Netz gehen, schließlich ist im März dieses Jahres auch die forstrechtliche Bewilligung  als dritter und letzter für den Baustart nötige Bescheid bei den Betreibern eingelangt.
Nach jahrelangem juristischen Einsatz haben jetzt der WWF Österreich, der Arbeitskreis zum Schutz der Koralpe und das ÖKOBÜRO auch vom Verwaltungsgerichtshof Recht bekommen und endgültig Parteistellung im Verfahren zum Kraftwerk Schwarze Sulm erwirkt. Zwar hat das Landesverwaltungsgericht diesen Status für die drei Parteibewerber bereits im April des Vorjahres zuerkannt, allerdings war der entsprechende Bescheid bis dato noch ausständig. "Dieser ist jetzt nach erst 15 Monaten zugestellt worden", zeigt sich Andreas Mathauer vom Arbeitskreis zum Schutz der Koralpe über die lange Wartefrist erstaunt.

Prüfung durch unabhängiges Gericht

„Nach diesem Urteil können wir erstmals seit 15 Jahren die fachlichen Verfahrensmängel rund um die Bewilligung des Kraftwerks aufzeigen und von einem unabhängigen Gericht überprüfen lassen“, erklärt WWF-Gewässerexperte Gerhard Egger. Das Kraftwerksprojekt verstoße gegen mehrere Schutzbestimmungen und würden nur mithilfe von  Ausnahmen bewilligt worden sein. Gegen ebendieses Vorgehen richten sich die  am Montag eingebrachten Beschwerden von WWF und dem Arbeitskreis zum Schutz der Koralpe.

Die Schwarze Sulm ist eines der wenigen noch unverbauten Flussjuwele in Österreich.
  • Die Schwarze Sulm ist eines der wenigen noch unverbauten Flussjuwele in Österreich.
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„Es ist völlig unzulässig, dass beim Kraftwerk Schwarze Sulm ökologische Verschlechterungen in Kauf genommen werden, ohne die möglichen Auswirkungen genau zu prüfen. Ausnahmen von den strengen Schutzbestimmungen sind bei diesem weitgehend unverbauten Flussjuwel in keinster Weise gerechtfertigt. Die Rolle des Sulm-Einzugsgebiets für die Trinkwasserversorgung der Region wurde in der Abwägung vernachlässigt. Zudem haben sich durch die vielen Projektänderungen immer mehr Planungsfehler eingeschlichen“, kritisiert WWF-Experte Egger. Die Umweltschutzverbände fordern daher das Aufheben des letzten wasserrechtlichen Bescheides aus dem Jahr 2017 und damit den Entzug der bisher vorliegenden Rechte.

Grundstücke nicht verfügbar gemacht

„Das Kraftwerk Schwarze Sulm zeigt wie kein anderes die dunkle Seite der Wasserkraft auf. Es fehlt an Respekt vor berechtigten regionalen Anliegen und Verhältnismäßigkeit. Für ein energiewirtschaftlich nahezu bedeutungsloses Kraftwerk wollen zwei Privatpersonen gegen den Widerstand der Gemeinden und vieler Anrainer die Lebensader der Region in ihrer Ursprünglichkeit zerstören“, erklärt Andreas Mathauer vom Arbeitskreis zum Schutz der Koralpe. Die betroffene Gemeinde Schwanberg hat im März beschlossen, die für den Bau benötigten Grundstücke nicht zur Verfügung zu stellen.
„Es ist höchste Zeit, dass dieses aus so vieler Hinsicht problematische Projekt ein für alle Mal eingestellt wird. Durch die Aufhebung der Bewilligung muss der berechtigten Kritik endlich Rechnung getragen werden“, so Mathauer.

Flusstypisch und selten

Der WWF Österreich fordert die Aufnahme der betroffenen Schwarzen Sulm-Strecke in die ökologischen Bewahrungsstrecken des Landes. Von den großen Flüssen Österreichs zählt die Schwarze Sulm zu den letzten 5 Prozent, die flusstypisch erhalten geblieben sind. Es handelt sich zudem um einen von nur noch sehr wenigen Flüssen Österreichs in „sehr guter Qualität“. Die geplante Entnahme von bis zu 65 Prozent des Wassers auf zwölf Kilometer Länge wären katastrophal für die Schwarze Sulm. In unmittelbarer Nähe liegen drei Schutzgebiete mit 49 gefährdeten Biotoptypen und dem Vorkommen seltener und gefährdeter Arten. Schon zu Beginn der Planungen wurden von unabhängigen Experten massive Zweifel an dem Projekt vorgebracht.

Belastung für Gewässer

Österreichweit gibt es bereits mehr als 5.200 Wasserkraftwerke. Diese starke Nutzung stellt eine enorm hohe Belastung für die Gewässer dar. Nur noch 15 Prozent der österreichischen Flüsse gelten als ökologisch intakt. Trotz des hohen Ausbaugrades gibt es Pläne, hunderte neue Wasserkraftwerke – teils mit hohen Förderungen – zu errichten. Der WWF Österreich fordert daher einen Stopp dieses ungeregelten Ausbaus.
"Vielmehr braucht es eine Gesamtstrategie für die ökologisch verträgliche Nutzung erneuerbarer Energiequellen, einen konkreten Energiesparplan sowie strenge Naturverträglichkeitskriterien bei der Fördervergabe."

Autor:

Susanne Veronik aus Deutschlandsberg

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