Soziale Kompetenz als Teil der Kindererziehung

v.l. Moritz und Matteo mit Stefan, Florian und Isabel Kinner.
  • v.l. Moritz und Matteo mit Stefan, Florian und Isabel Kinner.
  • Foto: Franz Krainer
  • hochgeladen von Susanne Veronik

PREDING. Eine junge Familie aus Preding in der Weststeiermark zeigt mit einer beispiellosen Aktion, dass bereits Kindergartenkinder verstehen, dass manche Menschen Hilfe benötigen. Deshalb haben Klaus und Viktoria Krainer mit ihren Söhnen Moritz (5) und Matteo (3) kurz vor Weihnachten nun schon zum vierten Mal eine private Spendenaktion gestartet, bei der eine Familie, die unverschuldet in eine schwierige Lage geraten ist, unterstützt wurde.

Kinder basteln um anderen Kindern zu helfen

Die beiden Buben basteln dabei mit vollem Einsatz kleine Kunstwerke – in diesem Jahr war es ein Kerzenset, das sie verziert haben. Diese Werkstücke werden dann auf der privaten Facebookseite von Klaus Krainer zur Verlosung ausgeschrieben: Jeder, der für den dort beschriebenen Zweck eine freiwillige Spende abgibt, kann gewinnen. Und dieses sehr einfache Format hat voll eingeschlagen: So konnten die Krainers im ersten Jahr 900 Euro, im zweiten Jahr knapp 2.700 und im dritten Jahr schon 3.650 Euro sammeln. Die heurige Aktion jedoch hat alle Rahmen gesprengt: Am Ende stand die famose Summe von 7.805 Euro unterm Strich, die einer jungen Mutter und ihrer kleinen Tochter zu Gute kommt. Sie wurde von ihrem Lebensgefährten trotz Schwangerschaft und einer diagnostizierten Krebserkrankung verlassen. Da sie keine Familie im Hintergrund hat, steht sie de facto ganz alleine da. Aber eben nicht ganz alleine, denn Familie Krainer aus Preding hat mit mehr als 200 Spendern dafür gesorgt, „dass wir dieses Weihnachten nie vergessen werden und jetzt ein neues Leben anfangen können“, wie die begünstigte Mutter im tränenreichen Gespräch mit der WOCHE sagte. Ihren Namen müssen wir aufgrund der schwierigen Lebensumstände verschweigen.
Ein großer Teil der Spender kommt dabei aus dem Bezirk Deutschlandsberg, und vor allem die Predinger Gemeindebürger haben sich den Krainers in großer Zahl angeschlossen, haben doch mehr als 50 Personen aus dem Ort, unter anderem auch Bürgermeister Adi Meixner, für die Aktion gespendet. Das ist bemerkenswert, denn Familie Krainer lebt erst seit zweieinhalb Jahren dort, hat sich aber offenbar bestens in ihrem neuen Wohnort eingelebt und eingebracht.

Ein bisschen von sich selbst geben

Und warum das alles? „Uns geht es gut, wir sind gesund, wir können uns die Dinge leisten, die wir brauchen. Das wollen wir nicht vergessen“, sagt Viktoria Krainer, die in der Spendenaktion einen Weg sieht, ein wenig von dem zurückzugeben, was uns an Glück und Zufriedenheit geschenkt wurde. „Besonders wichtig ist es uns aber, dass unsere Kinder lernen, dass man anderen Menschen helfen soll und dass man dafür auch die Initiative ergreifen muss.“ Für dieses Engagement bekommt die Familie von allen Seiten viel Zuspruch und Unterstützung, wie allein die Spenderzahlen zeigen. „Die Worte, die unsere Spender an uns richten, bedeuten uns sehr viel“, sagt Klaus Krainer. „Wir haben mit dieser Aktion bei den Leuten einen Nerv getroffen, alle fiebern mit uns mit, wo wir am Ende landen werden. Das ist ein großer Lohn für unseren Aufwand.“

Weite Anfahrt für ein Stück Menschlichkeit

Kürzlich wurden nun sowohl die Spendengelder als auch die Kerzen an ihre neuen Besitzer übergeben. Gewonnen hat in diesem Jahr eine Familie aus Lienz in Osttirol, die auf die Geschichte auf Facebook aufmerksam wurden. Barbara und Stefan Kinner haben deshalb am Wochenende mit ihren Kindern Florian (5) und Isabel (7) extra die weite Reise auf sich genommen, um die Kerzen abzuholen. „Natürlich freuen wir uns, dass wir gewonnen haben, aber das ist eigentlich nur ein Nebeneffekt. Wir wollten auch helfen und haben größten Respekt vor dieser Aktion. Die Krainers haben hier etwas Großartiges geleistet“, sagen die Kinners. Sie werden auch heuer zu Weihnachten wieder spenden – denn dann starten die Krainers ihr nächstes Projekt.

von Franz Krainer

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