Suizid-Prävention in Deutschlandsberg: Hilfe durch Reden und Wissen

Das "GO-ON"-Team (l.) mit dem Regionalteam Margarethe Krbez (4.v.l.) und Bettina Vallant (6.v.l.) sowie BH Helmut-Theobald Müller (hinten).
  • Das "GO-ON"-Team (l.) mit dem Regionalteam Margarethe Krbez (4.v.l.) und Bettina Vallant (6.v.l.) sowie BH Helmut-Theobald Müller (hinten).
  • hochgeladen von Simon Michl

In Österreich gibt es fast drei Mal so viele Suizide wie Verkehrstote. Oder wie es Bezirkshauptmann Helmut-Theobald Müller beschrieb: „Dieses Thema durchdringt unsere Lebensbereiche mehr, als es eigentlich darf.“ Müller war letzte Woche Gastgeber einer Kick-off-Veranstaltung zu einem mehr als ernsten Thema, das für die Bezirkshauptmannschaft als Behörde allgegenwärtig ist. Daher war das steirische Kompetenzzentrum für Suizid-Prävention GO-ON in der BH Deutschlandsberg zu Gast.

Steirisches Pilotprojekt

Seit 2011 gibt es diese Einrichtung in unserem Bundesland. Ausschlaggebend waren die Statistiken: Immer wieder belegt die Steiermark den traurigen Spitzenplatz bei den Suizidraten in Österreich. Laut den aktuellsten Zahlen gab es 2016 in der Steiermark 204 Selbsttötungen, die Suizidrate lag bei 18,0 (österreichischer Schnitt 14,8). GO-ON startete daher vor sieben Jahren als Pilotprojekt in Murau und Hartberg, stufenweise kamen weitere Regionen dazu. Ab sofort gibt es das evaluierte Angebot der Suizid-Präventation auch in Deutschlandsberg.

Vernetzung ist wichtig

Im Bezirk Deutschlandsberg sind die Zahlen relativ niedrig: Neun Menschen nahmen sich 2016 das Leben. „Das sind nur Statistiken, es geht aber um Einzelschicksale“, erklärte Leo Payr, Obmann-Stv. des Dachverbandes der sozialpsychiatrischen Vereine und Gesellschaften Steiermarks, das Projektträger von GO-ON ist. Mit solchen Einzelschicksalen umzugehen, ist einer der Aufgaben der Suizid-Prävention. Denn man muss davon ausgehen, dass es im selben Zeitraum 20 Mal so viele Suizidversuche gab. „In Summe sind im Bezirk Deutschlandsberg innerhalb eines Monats ca. 300 Menschen vom Thema Suizidalität betroffen“, erklärt Verena Leutgeb, Leiterin von GO-ON. „Entweder, weil sie selbst darüber nachdenken, sich das Leben zu nehmen, oder weil jemand in ihrem unmittelbaren Umfeld diesen Gedanken mit sich trägt.“ Das Thema kann somit jeden direkt oder auch indirekt betreffen. „Suizide können aber erfolgreich verhindert werden, wenn Hilfsangebote in Anspruch genommen werden“, so Leutgeb. Wichtig dafür ist eine gute Vernetzung zwischen dem Präventionsprogramm und der Psychosozialen Beratungsstelle Deutschlandsberg als professionelle Hilfs- und Behandlungseinrichtung in Krisenfällen.

Hilfe und Informationen

GO-ON möchte mit seinem Angebot vor allem das Bewusstsein verändern und die Menschen sensibilisieren. Dafür wird es in Deutschlandsberg verschiedene Vorträge, Workshops und Schulungen geben. „Jede Berufsgruppe kann so etwas machen, der Inhalt wird auch daran angepasst und abgestimmt“, so Regionalleiterin Margarethe Krbez, die zusammen mit Bettina Vallant am Standort in Deutschlandsberg arbeitet. Bei Interesse an einem kostenfreien Vortrag kann man sich jederzeit unter dl@suizidpraevention-stmk.at oder 0664/6257158 an das Regionalteam wenden. Weitere hilfreiche Informationen gibt es auf suizidpraevention-stmk.at.

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