Unterstützung für pflegende Angehörige

Manuela Künstner ist jetzt auch Diplom-Sozialbetreuerin.
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  • hochgeladen von Susanne Veronik

"Es ist ein Wahnsinn, was Menschen leisten, die ihre Angehörigen selbst pflegen – vor allem wenn es sich um Erkrankungen an Demenz handelt", so Manuela Künstner, Bereichsleiterin der Demenzservicestellen Deutschlandsberg und Leibnitz vom Sozialverein Deutschlandsberg. Dazu kommt, dass Angehörige in dieser Ausnahmesituation meist erst dann Hilfe annehmen, wenn der Hut brennt, sprich wenn die psychische und physische Erschöpfung bereits ein Höchstmaß des Erträglichen erreicht hat.
"Nicht nur das Geld ist ein Tabuthema in der Pflege der Angehörigen. Die Pflege an sich ist eine Überforderung, auch wenn es sich viele zu Beginn nicht eingestehen möchten", so Künstner, die kürzlich die Ausbildung zum Diplom-Sozialbetreuer abgeschlossen hat. Im Konkreten meint Künstner damit nicht nur die chronische Besorgnis, die den Alltag durchzieht, sondern auch die soziale Isolation: "Oft wird der Freundeskreis schleichend kleiner. Dabei sind gerade die Kommunikation und die Abwechslung von großer Bedeutung." An diesem oft unterschätzten Umstand möchte Manuela Künstner jetzt ansetzen. "Vielfach ist Motivationsarbeit durch Professionisten nötig, wie Diplomsozialarbeiter, DGKP, Psychotherapeuten", betont Manuela Künstner zum kostenfreien Angebot der Pflegedrehscheibe und Demenzservicestellen in Leibnitz und Deutschlandsberg, wo diverse Spezialisten zur Verfügung stehen. Auch andere Einrichtungen, wie das Geronto Psychiatrische Zentrum in Leibnitz oder "Rettet das Kind" in Deutschlandsberg, bieten entsprechende Unterstützung. Eine stundenweise Betreuung für den zu Pflegenden, wie es z.B. das Hilfswerk oder die Volkshilfe anbieten, kann ebenso eine Unterstützung sein wie ein Gespräch mit einem Psychotherapeuten, um sich einmal alles von der Seele zu reden.

Das Angehörigen-Café

In diesem Sinne bieten die Demenzservicestellen Deutschlandsberg und Leibnitz mit Manuela Künstner seit Kurzem ein Angehörigen-Café in Groß St. Florian an mit fachspezifischen Themenschwerpunkten. Aber Künstner denkt noch weiter:
"Meine Vision wäre eine Begegnungsstätte in beiden Bezirkshauptstädten, wo sich Menschen bis zu einer gewissen Pflegestufe sowie hochaltrige Menschen treffen können, um miteinander eine gute Zeit zu verbringen. Hier könnte sich dann jeder auf freiwilliger Basis wöchentlich oder auch monatlich mit einem Beitrag einbringen", hofft Künstner, somit auch Generationen zusammenzuführen. Das Konzept ist bereits verfasst: "Wenn wir so eine Möglichkeit hätten, dann haben wir einen großen Schritt in die richtige Richtung getan. Jetzt hoffe ich, dass es Menschen gibt, die das Herz dafür öffnen und die mit uns gemeinsam diesen Weg gehen wollen."

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