Gesundheit
Neues Führungsquartett am LKH Weststeiermark

Bei der Vorstellung am LKH Deutschlandsberg: Betriebsdirektor Franz Lienhart, KAGes-Vorstandsdirektor Karlheinz Tscheliessnigg, Barbara Wagner (Leiterin der Abteilung für Anästhesiologie und Intensivmedizin), Ärztlicher Direktor Peter Mrak, Pflegedirektor Ewald Tax, Herbert Steinkellner (Leiter der Abteilung für Chriurgie) und KAGes-Vorstand für Finanzen und Technik Ernst Fartek
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  • Bei der Vorstellung am LKH Deutschlandsberg: Betriebsdirektor Franz Lienhart, KAGes-Vorstandsdirektor Karlheinz Tscheliessnigg, Barbara Wagner (Leiterin der Abteilung für Anästhesiologie und Intensivmedizin), Ärztlicher Direktor Peter Mrak, Pflegedirektor Ewald Tax, Herbert Steinkellner (Leiter der Abteilung für Chriurgie) und KAGes-Vorstand für Finanzen und Technik Ernst Fartek
  • Foto: Fürbass
  • hochgeladen von Susanne Veronik

Erst vor drei Jahren ist der Verbund für das LKH Weststeiermark mit den Standorten Voitsberg und Deutschlandsberg umgesetzt worden. Stetiger Wandel ist nach wie vor die Regel: Gestern sind am LKH Weststeiermark, Standort Deutschlandsberg, gleich vier neue Führungskräfte vorgestellt worden.

DEUTSCHLANDSBERG. "Wenn der Wind des Wandels weht, bauen die einen Schutzmauern, die anderen errichten Windmühlen", mit diesem chinesischen Sprichwort eröffnete Franz Lienhart, Betriebsdirektor am LKH Weststeiermark, die Feier am Standort Deutschlandsberg, um gleich vier neue Führungskräfte offiziell vorzustellen. Bereits zur Weihnachtsfeier ist der bisherige Ärztliche Leiter Prim. Dr. Gottfried Filzwieser in den Ruhestand verabschiedet worden. Außerdem galt es, Nachfolger für den Leiter der Chirurgischen Abteilung Prim. Dr. Wilhelm Klösch und für Pflegedirektorin DGKS Eveline Brandstätter zu finden sowie für die Leitung der Anästhesiologie und Intensivmedizin, der ebenfalls Gottfried Filzwieser vorgestanden ist.

Versierte Persönlichkeiten

Diese vier verantwortungsvollen Führungspositionen wurden im Spitalsverbund LKH Weststeiermark mit Jahresbeginn neu besetzt. "Mit Prim. Dr. Peter Mrak als neuer Ärztlicher Direktor, DGKP Ewald Tax, MBA als Leiter des Pflegedienstes, Prima. Drin. Barbara Wagner als neue Leiterin der Abteilung für Anästhesiologie und Intensivmedizin sowie Prim. Dr. Herbert Steinkellner als neuer Leiter der Abteilung für Chirurgie konnten vier bewährte Führungspersönlichkeiten gewonnen werden", so KAGes-Vorstandsvorsitzender Karlheinz Tscheliessnigg, bevor er die Personen im Einzelnen vorstellte.
"'Menschen helfen Menschen', das ist und bleibt unsere Führungsmotto", betonte Ernst Fartek, KAGes Vorstand für Finanzen und Technik, dass trotz der großen Herausforderung in der stetig wachsenden Bürokratie in Dokumentation und Verwaltung "der Patient im Mittelpunkt steht."

Der neue ärztliche Leiter Peter Mrak

"Mit diesem Leitgedanken der KAGes: 'Der Patient im Fokus', kann ich mich sehr gut identifizieren, beschreibt es doch sehr prägnant, worum es im Gesundheitswesen geht.
Die einschlägigen Rahmenbedingungen des Regionale Strukturplan Gesundheit (RSG), die moderne Medvision 2030 der KAGes und die politischen Umsetzungspläne sind naturgemäß für jeden Ärztlichen Direktor die bestimmenden Vorgaben", so der neue Ärztl. Dir. Prim. Dr. Peter Mrak, der als stellvertretender Ärztlicher Direktor des 2017 geschaffenen Verbundes LKH Weststeiermark und zuvor als Ärztlicher Direktor am LKH Voitsberg (2013-2016) sein Hauptaugenmerk auf Qualität, kontinuierliche Weiterentwicklung und effektive Umsetzung des medizinischen Leistungsangebotes an den beiden Standorten in Voitsberg und Deutschlandsberg setzt.
An allen Abteilungen im Verbund (MED1, MED2 und AGR, CHIR, ANÄ, GEB/GYN) sollen im täglichen Behandlungsauftrag mit den Patientinnen und Patienten ein gemeinsames Verständnis über die Interventionen erzielen (informed consent). Dabei soll die ärztliche, pflegerische und therapeutische Ratgeberfunktion nicht zu kurz kommen.

Nachwuchs im Fokus

Die Ausbildung von Nachwuchskräften und die Weitergabe von medizinischem Wissen und Erfahrung sieht Mrak als Verpflichtung im medizinischen Wirkungsbereich.
Mrak: "Bereits 2013, als damals neu bestellter Primarius der Medizinischen Abteilung und Ärztlicher Direktor des LKH Voitsberg, habe ich in meinem Eingangsstatement erklärt:
„...wir erleben ja eine sehr spannende Zeit des Wandels, von der Allmacht der technisierten Medizin und ihren zweifelsfrei großen Errungenschaften, hin zum Kanon einer bewussten interdisziplinären und multiprofessionellen Zusammenarbeit der einzelnen Fachdisziplinen und den dabei beteiligten Berufsgruppen mit einer, auf die individuellen Bedürfnisse des Einzelnen zugeschnittenen Lösung, wobei die Verantwortung des Spitalsarztes nicht an den Grenzen unserer Häuser haltmachen kann."
Diese Zeit des Wandels erreichte die vorausgesagte Dynamik und wird mit dem mächtigen Eintritt der Digitalisierung in die Medizin nochmals angefacht, woraus neue Chancen und zahlreiche Optimierungspotentiale entstehen.
"Ganz persönlich bin ich sehr von der Bedeutung der Demographie als gesellschaftlichem Machtfaktor überzeugt, der das Gesundheitswesen-Stichwort „Altersmedizin“ in vielerlei Hinsicht prägen wird", schließt Peter Mrak in Hinblick auf die in Arbeit befindliche neue Palliativstation am Standort Deutschlandsberg als Ergänzung zu den mobilen Palliativteams.

Folgende wichtige Aufgaben für das LKH Weststeiermark werden vorrangig zu lösen sein:

  • Aufbau einer Palliativstation im Versorgungsbereich des LKH WST am Standort Deutschlandsberg
  • Patientensicherheit 2.0/ Verstärkung des Patienten-Empowerment
  • Entwicklung von Kooperationsmodellen zur Optimierung der Versorgung älterer Menschen
  • Sektorenübergreifende Zusammenarbeit im Gesundheitswesen (Beispiel GEKO)
  • Optimierung der Aus- und Weiterbildung von Ärztinnen und Ärzten
  • Etablierung der elektronischen Fieberkurve in allen Abteilungen des LKH Weststeiermark

Qualität in der Pflege

"Seit gut einem Jahr bin ich in der Funktion als interimistischer Pflegedirektor im LKH Weststeiermark tätig. Ich freue mich, dass ich mit meiner jahrzehntelangen Berufserfahrung nun die Möglichkeit habe, die Pflegequalität in der Patientinnen- und Patientenversorgung mitzugestalten", so Pflegedirektor DGKP Ewald Tax MBA
Dabei basiert seine Führungsphilosophie auf den Grundgedanken – „über den eigenen Verantwortungsbereich hinausdenken und im eigenen Verantwortungsbereich mit Sachverstand, Aufrichtigkeit und Loyalität handeln“.

In der Umsetzung sind für Tax drei Schlüsselkriterien wichtig: Fairness, Transparenz und Wertschätzung
"Als Pflegedirektor ist es mir ein Anliegen, in der Anstaltsleitung eine aktive Rolle einzunehmen und auf die Herausforderungen der Zukunft offen zuzugehen", so Tax.
Daraus ergeben sich für mich drei Aufgabenschwerpunkte:

  1. Attraktivierung des Arbeitsplatzes
  2. Umsetzung innovativer Pflegekonzepte
  3. Kooperationen mit anderen Einrichtungen des Gesundheitswesens

Alle diese genannten Aktivitäten haben für Tax eines gemeinsam: Sie sind immer mit dem Fokus auf eine weitere Zusammenführung beider Standorte zu sehen und werden vom Ziel geleitet, einen Mehrwert für Patientinnen und Patienten, für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und letztendlich natürlich für das Unternehmen zu erreichen.

Anästhesie ist mehr als schmerzfreier Schlaf

Barbara Wagner, Fachärztin für Anästhesiologie und Intensivmedizin, kennt man vielfach im Bezirk, wenn sie z.B. gemeinsam mit Mitarbeitern vom Roten Kreuz den Kindern an Volksschulen den Einsatz von Defibriallatoren vermittelt - jetzt ist sie die neue Leiterin der Anästhesiologie und Intensivmedizin am LKH Weststeiermark.

"Patientinnen und Patienten vor einer Operation einschlafen und, wenn alles vorbei ist, wieder aufwachen zu lassen, das stellen sich viele Menschen unter der Arbeit eines Anästhesisten/einer Anästhesistin vor. Doch hinter unserer Tätigkeit steckt in Wirklichkeit weit mehr", leitete Prim Dr. Barbara Wagner als neue Leiterin der Anästhesiologie und Intensivmedizin ein und führte weiter aus: "Ich darf im LKH Weststeiermark eine Abteilung übernehmen, die über eine ausgezeichnete, moderne und zeitgemäße Infrastruktur verfügt und in der die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seit Bestehen des Hauses eine exzellente Expertise erworben haben und mit großer Verantwortung, Kompetenz, Freundlichkeit und Wertschätzung des Gegenübers für eine qualitativ hochwertige Medizin und für die Sicherheit der Patientinnen und Patienten sorgen. Mein Vorgänger und Lehrer, Primarius Dr. Gottfried Filzwieser, hat diese Abteilung zu hohem Niveau entwickelt und mit dem Herzen eines Menschen aufgebaut, in dessen Mittelpunkt das Individuum und die Leistungsfähigkeit des Hauses steht.

„Fünf in Einem“ beinhaltet dieses Fach, die im LKH Weststeiermark sich gegenseitig beeinflussend und ergänzend gelebt werden:

  • Anästhesie
  • Intensivmedizin
  • Notfallmedizin
  • Schmerzmedizin
  • Palliativmedizin

Wagner: "Die Aufrechterhaltung des bestehenden Niveaus ist mir ein wichtiges Anliegen, aber auch die zukünftige Weiterentwicklung der Abteilung unter den Rahmenbedingungen und Vorgaben des Regionalen Strukturplans Gesundheit 2025 und der Medvision 2030 der KAGes zählen zu meinen wichtigsten Aufgaben."

Hervorzuhebende Projekte und Ziele der nahen Zukunft sind:

  • Verlässliche Partnerschaft in der Geburtshilfe
  • Ausbau des tagesklinischen Angebotes der operativen Fächer
  • Perioperatives Management des geriatrischen Patienten
  • Kooperationen mit umliegenden Kliniken, Ärzteschaft u. Einsatzorganisationen:
  • Rege Kontakte zu und eine wertschätzende Zusammenarbeit mit allen umliegenden Spitälern sowie eine enge und gut funktionierende Zusammenarbeit mit dem niedergelassenen Bereich

"Nur so können wir unsere gemeinsamen Stärken nützen, Synergien entwickeln und damit die Patientinnen und Patienten in der Region zufriedenstellend und optimal versorgen. Dadurch wird der Krankenhausaufenthalt auf das für die Patientinnen und Patienten notwendigste Maß verkürzt. Beim Aufbau eines funktionierenden Traumanetzwerks in der Region Südwest werde ich gerne meine Ideen einbringen und Kooperationen suchen, zum Wohle der raschen und effizienten Versorgung der Bevölkerung", betonte Wagner in ihrer emotionalen Rede.

Eine Verbesserung in der Patientensicherheit sieht Wagner in strukturiertem Risikomanagement, CIRS und Simulationstraining: "Regelmäßiges Simulationstraining ist sinnvoll, da wesentliche Komplikationen zu selten sind, um im täglichen OP-Betrieb und Notfall gelehrt zu werden. Es ermöglicht das authentische Ausprobieren von Situationen, die man selbst noch nicht erlebt hat, dies in einem fehlerverzeihenden Umfeld." Der Aufbau der Palliativstation ist Wagner ebenso ein Anliegen wie die Sicherung der Anästhesie über den Nachwuchsaufbau.

"Führung bedeutet für mich Offenheit. Bei komplexen Entscheidungen sollen unterschiedliche Standpunkte und Erfahrungen mit einbezogen werden.
Die Anliegen meiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nehme ich ernst, Wertschätzung und Respekt gegenüber allen Menschen ist mir eine Herzensangelegenheit. Lebenslanges Lernen ist mir wichtig, denn führen und lernen bedingen sich gegenseitig."

Prim Dr. Barbara Wagner, neue Leiterin der Anästhesiologie und Intensivmedizin

Vielfalt der Chirurgie

Schließlich trat Prim. Dr. Herbert Steinkellner ans Rednerpult, der als Leiter der Abteilung für Chirurgie  versierte Auslandserfahrung vorweisen kann. Er sieht die operativen Schwerpunkte am LKH Weiststeiermark in der Colorectalchirurgie und die Hernien Chirurgie; in beiden sind und werden sämtliche Kolleginnen und Kollegen in masterclass-Ausbildungen zertifiziert.
"Mein persönlicher Schwerpunkt liegt in der Ausbildung der Assistenzärzte zu Fachärzten und in der Ausbildung der Fachärzte zur Oberärzten. Und das unter Berücksichtigung meiner Ausbildung zum Mastertrainer in Deutschland mit Einführung einer strukturierten Ausbildungsmappe", betonte Steinkellner.

Seine Schwerpunkte setzt Steinkellner wie folgt:
a) Weiterentwicklung der minimal invasiven Operationsverfahrungen in der colorektalen Chirurgie mit onkologischem Schwerpunkt
b) Erweiterung des viszeralchirurgischen Spektrums mit Erhöhung des tagesklinischen Anteils
c) Sicherstellen der unfallchirurgischen Basisversorgung und Fortsetzung der engen Kooperation mit der Universitätsklinik für Orthopädie und Traumatologie Graz unter Berücksichtigung des geplanten Traumanetzwerks Steiermark
d) Implementierung neuer operativer Versorgungsmöglichkeiten in der Hernien Chirurgie
e) Enge Zusammenarbeit mit allen Abteilungen des LKH Weststeiermark und Ausarbeiten weiterer Kooperationsvereinbarungen zur Optimierung der Versorgung der Patientinnen und Patienten
f) Intensive Zusammenarbeit mit allen niedergelassen Kolleginnen und Kollegen

Die organisatorischen Ziele gliedert Steinkellner in folgende Punkte:
a) Erarbeiten eines Kooperationsvertrages mit der Universitätsklinik für Chirurgie Graz in Hinblick auf ÄAO 2015
b) Fortführen und Optimieren der gemeinsamen Versorgung von Patientinnen und Patienten bei hepato-pancreatico-biliären Erkrankungen mit der Universitätsklinik für Chirurgie Graz
c) Intensivierte qualifizierte Aus- und Weiterbildung der Assistenzärzte und -ärztinnen zum Facharzt/Fachärztin für Allgemein- und Viszeral Chirurgie nach Mastertrainerkonzept
d) Ausarbeiten eines Ausbildungskonzeptes mit Zielvereinbarungen durch Rotationsmöglichkeiten in andere Landeskrankenhäuser
e) Einführung der elektronischen Fieberkurve
f) Implementierung des neu erarbeiteten Ambulanzstatuts

Autor:

Susanne Veronik aus Deutschlandsberg

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