Auch Deutschlandsberger Amateursport muss wieder pausieren

Zwangspause: Viele Sportgeräte müssen erneut leer und ungenutzt bleiben.
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Die Stimmung ist bei so manchem Sportverein im Bezirk Deutschlandsberg während des vierten Lockdowns eher angespannt.

"Ich betreib' ja einen Sport, weil ich ihn ausüben will und nicht, dass ich daheim herumsitz'", seufzt Dartsspieler Josef-Mario Zmugg. Aber das müssen viele Sportler im aktuellen Lockdown schon wieder. Die meisten Sportarten können höchstens einzeln unter Auflagen trainiert werden.

Darts nur im TV und daheim

Im Darts ist das noch schwieriger – weil meistens in Gaststätten gespielt wird. "Die Stimmung im Verein ist leider nicht so gut", erzählt Zmugg vom DC Wies á Vis, Vorzeige-Dartsverein im Bezirk Deutschlandsberg. "Man sieht, dass die Spieler nicht mehr richtig Lust haben, weil sie fast schon alle denken, dass die Liga wieder abgebrochen wird." Aktuell sind auch die steirischen Dartsligen wieder unterbrochen. Im Vergleich zur Vorsaison sind heuer 13 Mannschaften weniger angetreten. "Leider schadet das dem Sport sehr", so Zmugg.

Pfeile werfen geht höchstens zuhause am eigenen Dartboard.
  • Pfeile werfen geht höchstens zuhause am eigenen Dartboard.
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Während die besten Darter der Welt demnächst wieder bei der WM vor einem Millionenpublikum spielen, bleibt den Hobbyspielern nur das Board zuhause. "Der Lockdown wirft viele Spieler zurück, die nur in den Lokalen trainieren und spielen. Es gibt ganz wenige, die auch zu Hause versuchen, die Form zu halten", meint Zmugg. "Ich glaube, dass sich viele überlegen werden, ob sie weiter spielen."

Neue Herausforderung: Impfung

Etwas entspannter ist die Situation im Fußball, da man heuer die Hinrunden im Erwachsenen- sowie Jugendbereich vor dem Lockdown abschließen konnte. Dementsprechend gut ist die Stimmungslage beim SV Frauental, im Frühjahr lauter Befürworter des Meisterschaftsabbruchs.

"Sämtliche organisatorische Angelegenheiten hinsichtlich des Vereins- und Spielbetriebes konnten in bester Art und Weise erledigt werden. Obwohl es im Frühjahr durch den Meisterschaftsabbruch enorme Einnahmenverluste gab, ist die budgetäre Lage im Verein dank der Sponsoren, relativ hohen Zuschauerzahlen, aber auch durch die konsequente sparsame Führung solide. Wir hoffen natürlich auf die bereits angekündigte Verlängerung der Förderung aus dem NPO-Fonds."
SVF-Obmann Josef Sailer

Obmann Josef Sailer rechnet mit keinen großen Auswirkungen: "Natürlich unter der Voraussetzung, dass es im Frühjahr wieder weitergehen kann. Da sind wir optimistisch, einen Meisterschaftsabbruch können wir uns nicht vorstellen." In so einem Fall würde die Tabelle der Hinrunde für Auf- und Abstieg herangezogen. "Es könnte natürlich zu sicherheitstechnischen Vorgaben kommen, die wir ja schon kennen und anwenden mussten", spricht Sailer die letzten eineinhalb Jahre an.

Lang scheint's her: Im Sommer war auch die Frauentaler Sportanlage mehrmals voll. Da galt noch die 3G-Zutrittsregel.
  • Lang scheint's her: Im Sommer war auch die Frauentaler Sportanlage mehrmals voll. Da galt noch die 3G-Zutrittsregel.
  • Foto: Michl
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"Das ständige Wechselspiel zwischen 'alles offen' und 'wieder zu' ist schon nervig. Gefühlte zehn Mal mussten wir das Präventionskonzept ändern und Spiele bei der Behörde melden." Mit den Rahmenbedingungen der Pandemie könnten die Akteure mittlerweile gut umgehen. "Für die Zukunft stellen wir uns die Frage, wie wir kadertechnisch mit der wahrscheinlich verbleibenden 2G-Regel umgehen können", denkt Sailer an die kommende Impfpflicht. "Als Verein wird man wohl keinen Spieler verpflichten können, sich impfen zu lassen." Zum Trainingsstart im Jänner dürften Spieler, die nicht geimpft oder genesen sind, vielleicht gar nicht an Trainings und Spielen teilnehmen.

Noch alles ruhig in Eibiswald

In der Vorbereitung für den Trainingsstart Ende Jänner befindet sich Fußball-Gebietsligist SC Eibiswald, wo Walter Gosch von einer sehr guten Stimmung im Verein berichtet. "Derzeit hat der Lockdown keine Auswirkungen für uns. Sollte es aber länger dauern, wird es natürlich auch Einschränkungen im Trainingsbetrieb geben. Damit beschäftigen wir uns, wenn die Regelungen klar sind. Wir sind soweit auch auf diese Szenarien vorbereitet", so der sportliche Leiter. Aber macht das als ehrenamtlicher Vereinsfunktionär überhaupt noch Spaß? "Natürlich, auch wenn es schwierig ist. Aber gerade jetzt ist es eine willkommene Ablenkung vom doch trostlosen Alltag", sagt Gosch.

Erste Absagen

Im Lockdown geht aber selbst mit 2G-Nachweis nichts. Auch in den Stocksporthallen darf derzeit nicht im Team trainiert werden. "Die Stimmung ist jetzt natürlich nicht so toll", berichtet Robert Schelch, Obmann des Bezirksverbands Deutschlandsberg Nord. "Jeder hat sich schon auf die Eissaison gefreut." Die Bezirksmeisterschaft am 4. Dezember ist abgesagt und kann nicht nachgeholt werden. Endet am 13. Dezember wirklich der Lockdown, wird am darauffolgenden Wochenende schon die Gebietsmeisterschaft gespielt. "Somit hätten alle Mannschaften nur mehr eine oder gar keine Möglichkeit mehr, auf Eis zu trainieren", sagt Schelch. In der Unterliga West wurden schon Meisterschaften gestrichen. "Wenn der Lockdown länger dauern würde, besteht die Gefahr, dass auch in diesem Winter keine Meisterschaften auf Eis gespielt werden", so Schelch.

Robert Schelch (4.v.l.) ist Obmann des Stocksport-Bezirksverbands Deutschlandsberg Nord.
  • Robert Schelch (4.v.l.) ist Obmann des Stocksport-Bezirksverbands Deutschlandsberg Nord.
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"Hoffe sehr stark, dass es wieder losgeht"

Er spricht von einer herausfordernden und mühsamen Zeit: "Immer der Gedanke im Hinterkopf: alles, was man plant, könnte umsonst sein. Aber natürlich muss alles organisiert sein, falls doch wieder geöffnet wird." Auch die Stocksportler im Bezirk seien verunsichert und wüssten gerne, wie es weitergeht. "Es ist schwer auf manche Anfragen einzugehen, da wir als Funktionäre auch nicht alle Informationen sofort aus erster Hand bekommen", erzählt Schelch. "Ich hoffe sehr stark, dass es wieder losgeht, denn wir alle wollen unseren geliebten Eisstocksport nach so einer langen Pause endlich wieder ausüben. Aber das liegt leider nicht in unserer Hand!"

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