Kurioser Trainerwechsel in Groß St. Florian: "Wurden über den Tisch gezogen"

Groß St. Florians Sportlicher Leiter Franz Haring ist über den Abgang von Hannes Höller als Trainer "menschlich schwer enttäuscht".
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  • Foto: Franz Krainer
  • hochgeladen von Simon Michl

Erst vor wenigen Wochen löste Hannes Höller in Groß St. Florian den glücklosen Mitja Emersic als Trainer ab. Viel wurde dabei über die Ziele, die neue Ausrichtung und die Förderung junger Spieler seitens des Trainers geschwafelt. Vor allem die jungen Spieler hatten zu diesem Zeitpunkt große Hoffnungen in Höller gesetzt, wie auch Thomas Nebel im WOCHE-Interview deutlich machte. Jetzt ist wieder einmal alles anders: Nach nur sechs Wochen trat Höller bei den Florianis ab. Das macht Sportchef Franz Haring grantig: „Wir haben ein ganz klares Konzept mit Hannes besprochen, der Abgang ist für mich nicht nachvollziehbar, zumindest über die Art und Weise bin ich menschlich schwer enttäuscht.“

Höller bei LUV Graz

Höller hat einen Job bei den LUV Graz Damen angenommen, ersetzt dort bei der Frauen-Bundesligamannschaft Thomas Rupp, der mit dem Team im Herbst nur einen mageren Punkt erreicht hat und am Tabellenende steht. Ein Trainerwechsel kommt in so einer Situation eigentlich nicht überraschend. Im Florianer Umfeld munkelt man aber, dass das Engagement bei LUV Höller bei der Trainerausbildung helfen könnte, der garde die UEFA Pro-Lizent als Trainer anstrebt. "Seine Schwester Susanna spielt bei LUV in der Bundesliga, so könnte der Deal schon vor einigen Wochen eingefädelt worden sein", vermutet der nunmehrige Ex-Trainer Rupp. Höller selbst wollte das nicht bestätigen. Er bedauert aber, wie sein Abgang in Groß St. Florian aufgenommen wurde. "Ich hab mich dort sehr wohl gefühlt und wollte mit meinem Wechsel niemanden in Groß St. Florian beleidigen", meint Höller.

Groß St. Florian auf Trainersuche

Für den TuS Groß St. Florian ist die unklare Situation Geschichte, der Verein wird wohl keine weiteren Maßnahmen setzen. Für Haring bleibt allerdings ein schaler Beigeschmack: „Wir wurden definitiv über den Tisch gezogen, die Art und Weise des Abgangs ist für mich unverständlich, intransparent und unsportlich.“ Trotzdem ist für ihn die Sache abgehakt, die Trainersuche ist in vollem Gang. Es soll auch schon ganz konkrete Gespräche geben. Wer die Nachfolge von Höller in Groß St. Florian antreten soll, wollte der erfahrene Funktionär allerdings noch nicht verraten. Nur so viel, dass man sich mit einem starken Innenverteidiger aus Slowenien bereits einig ist, der in der Winterübertrittszeit zu den Florianis wechseln soll. Dort muss Haring auch handeln, denn mit 40 Gegentoren stellt der TuS die schlechteste Defensive der Unterliga West. Groß St. Florian überwintert als Tabellenzwölfter, einen Punkt vor Pölfing-Brunn am möglichen Relegationsplatz.

von Franz Krainer

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