Regionalliga Mitte
Was dem DSC aktuell für die 2. Liga fehlen würde

"Ka Liga Zwa": Der DSC wird auch in der kommenden Saison in der Regionalliga spielen.
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  • "Ka Liga Zwa": Der DSC wird auch in der kommenden Saison in der Regionalliga spielen.
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Sportlich spielt der DSC um die Meisterschaft in der Regionalliga Mitte, trotzdem wird man nicht um die Zulassung zur 2. Liga ansuchen. Daran scheitert's:

DEUTSCHLANDSBERG. Nicht wenige der 650 Zuseher im Koralmstadion am letzten Freitag werden das DSC-Gegentor gar nicht richtig gesehen haben: Schon nach wenigen Sekunden ging der Gast aus Spittal/Drau in Führung. Sie waren noch nicht an ihrem Platz angekommen oder mit dem Gesprächsthema Nummer eins beschäftigt: die 2. Liga – beziehungsweise warum der DSC auch im nächsten Jahr nicht dort spielen wird.

Aufstieg nicht mehr möglich

Wie die WOCHE zuletzt berichtete, waren die Deutschlandsberger – obwohl Tabellenführer in der Regionalliga Mitte – nicht beim Workshop der Bundesliga für mögliche Aufsteiger dabei. Diesen Workshop muss jeder Regionalliga-Klub (außer die Zweier-Teams) besuchen, bevor er überhaupt um eine Zulassung für die 2. Liga ansuchen kann. (Wer aus den drei Regionalligen dabei war und damit theoretisch aufsteigen kann, verrät 90minuten.at). Damit ist schon jetzt klar, dass der DSC auch bei einem möglichen Meistertitel in der kommenden Saison in der Regionalliga spielen wird.

Das sind die Hürden

Die Gründe dafür hat DSC-Obmann Klaus Suppan schon vor knapp drei Jahren im Gespräch mit der WOCHE erläutert. Damals überwinterte man auf dem aussichtsreichen zweiten Platz.

Klaus Suppan im Winter 2019:

Und außer dem Tabellenrang hat sich seit damals nicht viel geändert – weder bei den Zulassungskriterien für die 2. Liga, noch beim DSC.

Personelle und finanzielle Kriterien

Aktuell benötigt man für die 2. Liga u.a. einen Klubmanager, einen Cheftrainer und einen Physiotherapeuten, die fest beim Verein angestellt sind. Der Verein muss mindestens acht Nachwuchsmannschaften in unterschiedlichen Altersklassen führen, davon max. vier in einer Spielgemeinschaft. Dazu kommen zahlreiche, weitere finanzielle Kriterien, die von der Bundesliga positiv bewertet werden müssen und für den Klub jede Menge Vorarbeit bedeuten.

Zulassungskriterien fürs Stadion

Damit ein Stadion für die 2. Liga zugelassen wird, muss es mindestens 1.000 Sitz- oder Stehplätze bieten, davon 500 Sitzplätze – die hätte das Koralmstadion. Auch abgetrennte Zugänge und Bereiche für Spieler könnte man schaffen. Was fehlt, sind u.a. eine Pressetribüne, ein fernsehtaugliches Flutlicht (mind. 400 Lux) und weitere Abtrennungen, etwa zwischen den einzelnen Sektoren (vor allem der Gästefans) oder zwischen Zuschauer und Spielfeld. Auch die Größe des Spielfelds inklusive des Abstands zum Zuschauerbereich könnte zu klein sein.

In der derzeitigen Form wäre das Koralmstadion nicht für die 2. Liga zugelassen.
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Keine Schulden

Und das Budget ist beim DSC durch Corona sicher nicht größer geworden. Mindestes eine Million Euro muss man budgetieren, um in der 2. Liga überhaupt mithalten zu können. Die meisten Klubs haben deutlich mehr und einen Profibetrieb, der ist seit der Ligareform 2018/19 nicht mehr zwingend – aber natürlich von Vorteil. "Aus den derzeitigen Vereinsmitteln heraus ist das nicht realisierbar", muss Suppan die Aufstiegsträume erneut beenden – wollen würde er schon. "Wäre ich in der Lage, würde ich es sofort umsetzen", erklärt der Obmann auf der Vereinshomepage. "Der Aufwand dazu ist aber enorm. Allein schon aus finanzieller und infrastruktureller Sicht." Aktuell gäbe es keine Möglichkeit, die Kriterien für die 2. Liga zu stemmen: "Wir mussten in Zeiten der Pandemie den Gürtel enger schnallen. Wir sind aber nach wie vor schuldenfrei und das passt. Solange ich hier im Verein was zu melden habe, gibt es keine Schulden."

Mehr zum Thema im WOCHE-Podcast SteirerStimmen:

SteirerStimmen – Folge 64: Fußballvereine in der Krise (Teil 2)

Weiterhin Tabellenführer

Sportlich wäre der DSC weiter auf Kurs: Gegen Spittal erzielte Niko Tisaj spät in der Nachspielzeit noch den Ausgleich zum 1:1. So lange wie Deutschlandsberg anrennte, wäre auch ein Sieg möglich gewesen, u.a. vergab man einen Elfer. Die Meier-Elf bleibt an der Spitze der Regionalliga Mitte, am Freitag (19 Uhr) geht es zum Cup-Viertelfinalisten Weiz. Der hat dort schon Kontakt mit der 2. Liga gemacht: nämlich den Liga-Zwa-Tabellenführer Austria Lustenau aus dem Pokal geworfen.

"Ka Liga Zwa": Der DSC wird auch in der kommenden Saison in der Regionalliga spielen.
In der derzeitigen Form wäre das Koralmstadion nicht für die 2. Liga zugelassen.

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