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Arbeitsmarktservice seit Monatsmitte im Ausnahmezustand

Ein Bild aus besseren Tagen: Gerade die Gastronomie ist von der Corona-Krise schwer betroffen.
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Die Einschränkungen durch das Corona-Virus führen derzeit zu einem historischen Arbeitslosenrekord. Mehr als 560.000 Menschen sind derzeit in ganz Österreich ohne Arbeit. Das ist der höchste Arbeitslosenstand seit 1946. Dieser negative Trend ist natürlich auch im Bezirk Deutschlandsberg schmerzlich zu spüren: Mehr als 3.000 Personen sind aktuell im Bezirk als arbeitslos gemeldet – Tendenz steigend.

DEUTSCHLANDSBERG. Aufgrund der Corona-Krise ist der Arbeitsmarkt komplett eingebrochen. Die aktuelle Arbeitsmarktlage mit Ende März 2020 im Bezirk Deutschlandsberg spiegelt den Bundestrend wieder: "Mehr als 3.000 Menschen sind in unserem Bezirk arbeitslos gemeldet, die Tendenz steigt weiter an", betont Hartmut Kleindienst, Leiter der AMS Regionalstelle Deutschlandsberg, dass sich das Arbeitsmarktservice seit Monatsmitte in einem regelrechten Ausnahmezustand befindet.

Vergleichszahlen zum Vorjahr

So ist die Arbeitslosigkeit im Bezirk Deutschlandsberg im März 2020 im Vergleich zum März des Vorjahres um 117,3 % auf 3.066 Personen gestiegen. Dieser Wert hat sich also mehr als verdoppelt, in der Steiermark erhöhte sich der Wert um +90,9% (63.998 Personen). Die Arbeitslosigkeit ist im Bezirk bei den Frauen (+111,0%) und bei den Männern (+122,1%) aufgrund der Corona-Krise massiv gestiegen.
1.554 Personen haben sich im März arbeitslos gemeldet, das sind um 1.218 mehr (+362,5%) als im Vergleichsmonat des Vorjahres. Steiermarkweit gab es eine Steigerung von 285,8%%. 473 Männer und Frauen beendeten in diesem Monat im Bezirk Deutschlandsberg ihre Arbeitslosigkeit, das sind um 415 Personen weniger als im März 2019 (-46,7%).

Bau, Beherbergung und Gastronomie

Die höchsten Bestandsveränderungen gegenüber dem Vorjahr gab es in den Bereichen Bau (+281,7%), Beherbergung und Gastronomie (+243,3%) und Verkehr/Lagerei (+192,9%).
Von den insgesamt 3.066 vorgemerkten Personen sind 774 Personen von gesundheitlichen Vermittlungseinschränkungen betroffen, darunter befinden sich 184 Personen mit anerkannter Behinderung.

Einbruch auch bei den Lehrstellen

Derzeit besuchen 337 Personen Schulungen mit unterschiedlichen Schwerpunkten, das ist ein Minus von 2,0 %. Steiermarkweit ist ein Schulungsrückgang von 10,5 % zu vermerken.
Seit Anfang März 2020 haben sich weitere 21 Jugendliche beim AMS Deutschlandsberg als Lehrstellensuchend gemeldet, das sind um elf Jugendliche weniger als im Jahr davor (-34,4%). Die Betriebe meldeten dem AMS im März 2020 lediglich sechs neue offene Lehrstellen, das sind um acht Lehrstellen weniger als im Februar 2019 (-42,3%).
Im März 2020 wurden dem AMS Deutschlandsberg 151 neue offene Stellen gemeldet (-24,9%). Der Steiermarkwert liegt bei einem Minus von 40,1 %. Insgesamt betreut das Service für Unternehmen in Deutschlandsberg 562 offene Stellen die sofort verfügbar sind, das sind um 119 Stellen weniger als im März 2019 (-17,5%).

Karl-Heinz Snobe zum Krisenmodus

Die Situation ist besorgniserregend, wie auch Karl-Heinz Snobe, Landesgeschäftsführer des AMS Steiermark, zusammenfasst:  „Niemand war auf so eine Katastrophe vorbereitet! Wir haben unsere bestehenden Kernprozesse verworfen, Krisenpläne umgearbeitet und befinden uns im permanenten Krisenmodus. Absoluten Vorrang haben derzeit die Existenzsicherung der Betroffenen durch das Arbeitslosengeld, die rasche Bearbeitung der Kurzarbeitsanträge von den Unternehmen und die Aufrechterhaltung der Erreichbarkeit. Überdies geht es natürlich auch um den gesundheitlichen Schutz der eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und die Jobvermittlung von Arbeitsuchenden bis hin zu kritischer Infrastruktur."

Lesen Sie mehr zur Corona-Kurzarbeit:

Mit Kurzarbeit durch die Coronakrise

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Auch das Arbeitsmarktservice Deutschlandbserg befindet sich wegen der hohen Arbeitslosigkeit ausgelöst durch die Corona-Krise im Ausnahmenzustand.

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