50 Jahre TDK in Deutschlandsberg
Ein halbes Jahrhundert Kompetenz in Keramik

Die Leitung des TDK-Standortes Deutschlandsberg: CEO und COO Michael Stahl (Mitte), CTO Dr. Georg Kügerl (links) und CFO Jürgen Holzinger
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  • Die Leitung des TDK-Standortes Deutschlandsberg: CEO und COO Michael Stahl (Mitte), CTO Dr. Georg Kügerl (links) und CFO Jürgen Holzinger
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Auf 50 erfolgreiche Jahre bei elektronischen Bauelementen blickt der TDK Standort Deutschlandsberg zurück. In dieser Zeit hat das Werk kontinuierlich Kompetenzen aufgebaut und zahlreiche Innovationen auf den Markt gebracht. Mit mehr als 70.000 Quadratmetern Fläche ist Deutschlandsberg der größte TDK Standort in Europa.

DEUTSCHLANDSBERG. Heute ist der TDK Standort in der Bezirksstadt Deutschlandsberg ein etabliertes Entwicklungs- und Fertigungszentrum innerhalb des TDK Konzerns und steht auch darüber hinaus für Kompetenz – nicht nur in der Elektrokeramik, sondern auch bei Robotik und Industrie 4.0.
Forschung und Entwicklung haben am Standort eine zentrale Bedeutung. Von den derzeit rund 900 Beschäftigten aus über 25 Nationen arbeiten mehr als 200 an neuen Produkten und Lösungen vor allem für die Automobil-, Industrie- und Konsum-Elektronik sowie für die Kommunikationstechnologie. Insgesamt hält das Werk mehr als 1.000 aktive Patente.

Mehr Marktanteile und Innovation

„Gerade vor dem Hintergrund derzeit schwacher Märkte, die auch bei uns die Geschäftsentwicklung spürbar belasten, wollen wir bestehende Kompetenzen breiter verankern und unsere Innovationskraft weiter stärken“, erklärt Standortleiter Michael Stahl. So sollen die am Standort gefertigten Produkte zunehmend auch in neuen Anwendungsgebieten wie der Medizintechnik und im 5G-Mobilfunk eingesetzt werden.
Dass Produktinnovationen aus Deutschlandsberg Potential haben, zeigt etwa der CeraChargeTM. Der weltweit erste Festkörper-Akkumulator in SMD-Vielschicht-Technologie wurde 2019 mit dem Sonderpreis VERENA ausgezeichnet, der im Rahmen der jährlichen Verleihung des österreichischen Staatspreises Innovation vergeben wird.

TDK gewinnt Innovationspreis "Verena"

Darüber hinaus erhielt der CeraCharge mit dem Fast Forward Award den Innovationspreis der Steiermark sowie Auszeichnungen als Produkt des Jahres von führenden Verlagshäusern in China und Japan.

Akku von TDK zum Produkt des Jahres gewählt

„Wesentlich ist, dass wir mit unserer Forschung und Entwicklung gezielt neue Produkte auf den Markt bringen und unseren Standort damit auch in schwierigen Zeiten langfristig absichern. Dieser Geist dranzubleiben und Innovationen voranzutreiben hat uns bisher weit gebracht, und er wird uns auch in Zukunft nutzen!“
TDK Deutschlandsberg Standortleiter Michael Stahl

Mit Siemens beginnt der Aufschwung

Tatsächlich ist der frühe Aufbau einer eigenen Produktentwicklung ein wesentlicher Erfolgsfaktor des Standorts. Dessen Anfänge gehen auf die 1920 gegründete “Erste österreichische Porzellanfabrik“ zurück, die zunächst Stanzware und Pressporzellan produzierte, später Isolatoren und Geschirr.
1970 gründete Siemens die in der "Ersten österreichischen Porzellanfabrik" ansässige Produktion von Keramikkondensatoren aus und schuf hierfür das Werk in Deutschlandsberg. Dies trug dazu bei, die jahrzehntelang angespannte wirtschaftliche Lage in der Region zu verbessern. Mit dem Standort ging es schnell bergauf. 1971 startete die Produktion, gleichzeitig lief die Suche nach geeigneten Mitarbeitern auf Festveranstaltungen, in Gasthöfen und sogar bei kirchlichen Veranstaltungen. Wenig später konnte die Werksleitung die tausendste Mitarbeiterin begrüßen.

Schichtwechsel bei TDK in Deutschlandbserg 1972.
  • Schichtwechsel bei TDK in Deutschlandbserg 1972.
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Spezialisierung auf Keramik

Das Produktspektrum reichte zu dieser Zeit von Kondensatoren bis zu keramischen Kaltleitern. Doch schon wenig später spezialisierte sich der Standort auf den Werkstoff Keramik und stellte damit die Weichen für seine langfristige technologische Ausrichtung.
Die erste eigene Produktentwicklung gelang 1987 mit dem weltweit ersten Varistor in Vielschichttechnologie. Er war aufgrund der steigenden Anforderungen beim Schutz gegen elektrostatische Entladungen ein großer Erfolg und ist bis heute wichtiger Bestandteil des Geschäfts. Es folgten Innovationen auf dem Gebiet der Mikrowellenkeramik für Multimedia- und Mobilfunkanwendungen sowie für Diesel- und Benzineinspritzsysteme in Kraftfahrzeugen. Die darin verbauten Piezo-Aktuatoren ermöglichen eine sehr effiziente und schadstoffarme Verbrennung. Bis heute wurden weltweit mehr als 50 Millionen Fahrzeuge mit Piezo-Aktuatoren aus Deutschlandsberg ausgestattet.

Touchscreens und Bedienoberflächen im Fokus

Zu den aktuellen Produktinnovationen gehört der PowerHapTM, ein Piezo-Aktuator auf Basis von Vielschicht-Piezoplättchen für den Einsatz in Touchscreens und multifunktionalen Bedienoberflächen, wie es sie in Kraftfahrzeugen, Smartphones und Tablets, Haushaltsgeräten, Industriesteuerungsanlagen und medizinischen Geräten gibt. Das Bauelement zeichnet sich bei Beschleunigung, Kraft und Reaktionszeit durch konkurrenzlose Leistungswerte aus und bietet damit eine herausragende haptische Rückmeldung.

PowerHap™, CeraPlas™ und CeraPad™
  • PowerHap™, CeraPlas™ und CeraPad™
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Der CeraPlasTM, ein piezobasierter Generator für kaltes Plasma, lässt sich auch vielfältig einsetzen: Zum Beispiel lassen sich mit seiner Hilfe Oberflächen von Kunststoffen aktivieren, um sie einfacher bedrucken oder beschriften zu können; weitere Anwendungsmöglichkeiten sind die Behandlung von Wunden und die Reinigung von Geräten. CeraPadTM ist ein sehr dünnes keramisches Trägersubstrat mit integriertem ESD-Schutz speziell für LEDs. Damit lassen sich neuartige hochauflösende Lichteffekte auf engstem Raum realisieren, etwa in Innenbeleuchtungssystemen und adaptiven Frontscheinwerfern von Fahrzeugen.

Weiterer Fokus auf Robotik und Industrie 4.0

Neben der Entwicklung und Fertigung von Produkten verfügt der Standort über weitere Kompetenz: Das R&D Center Europe konzentriert sich als eines von mehreren TDK Forschungszentren weltweit auf die Applikations- und System-Entwicklung für die Automobil- und Industrie-Elektronik. Mit einem Ultraschall-Sensorsystem für Abstands- und Füllstandmessung in Industrie-Anwendungen haben die Ingenieure gerade eine Pilotfertigung aufgesetzt.
Darüber hinaus nutzt der Standort Schlüsseltechnologien wie Robotik und Industrie 4.0. Auf 3D-Druckern etwa stellen die Ingenieure Prototypen für Forschungs- und Entwicklungsabteilungen auch anderer TDK Standorte her. Ein weiterer Schwerpunkt liegt derzeit auf der Entwicklung selbstfahrender Roboter, die Fertigungsprozesse effizient verbinden.

Mit mehr als 70.000 Quadratmetern Fläche ist Deutschlandsberg der größte TDK Standort in Europa.
  • Mit mehr als 70.000 Quadratmetern Fläche ist Deutschlandsberg der größte TDK Standort in Europa.
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Über die TDK Electronics GmbH & Co OG

Die TDK Electronics GmbH & Co OG ist ein Unternehmen der TDK Group, einem führenden Elektronikkonzern mit Sitz in Tokio, Japan. Der Standort Deutschlandsberg mit rund 900 Mitarbeitern ist Kompetenzzentrum für keramische Bauelemente der TDK Piezo & Protection Devices Business Group. Von hier aus werden zahlreiche Standorte etwa in China, Malaysia, Tschechien und Kroatien gesteuert und unterstützt. Deutschlandsberg ist in Europa mit mehr als 70.000 Quadratmetern der größte TDK Standort. Das Spektrum der hier entwickelten und gefertigten Produkte reicht von Piezo- Aktuatoren und Vielschicht-Varistoren bis hin zu hochintegrierten keramischen Vielschicht-Modulen.


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