Generalversammlung und Fachtagung der Steirersaat eGen

v. l. n. r.: Christian Konrad, Johann Posch, Ludwig Neff, Dirk Otten,  Helmut Glössl.
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  • hochgeladen von Josef Strohmeier

Die Saatgutvermehrer der Steirersaat eGen trafen sich kürzlich zu einer Fachtagung und anschließender Generalversammlung am Steiermarkhof.

Obmann  Christian Konrad eröffnete die Fachtagung und konnte auch fachkundige Referenten in der Mitte willkommen heißen.

Zukunftsfähige Sorten als Herzstück des Ackerbaus

Das erste Referat stand unter dem Thema „Kann die Saatgut-Treuhand Deutschland in Österreich die Nachbauregelung umsetzen bzw. Nachbaulizenzen einheben?“ Der Geschäftsführer der Saatgut-Treuhandverwaltungs GmbH (STV), Dirk Otten, stellte die Aktivitäten sowie die Organisation der STV Deutschland vor.

Über 50 Pflanzenzüchter sind Gesellschafter in diesem Unternehmen. Seit über zehn Jahren vertritt die STV die Pflanzenzüchter in Deutschland und organisiert die Einhebung von Nachbaulizenzen von Sorten die über einen EU-Sortenschutz verfügen. Landwirtschaftliche Betriebe in Deutschland erhalten jährlich von der STV ein Informationsschreiben über geschützte Sorten, Lizenzhöhen und ein Meldeformular über das verwendete Nachbausaatgut. Traditionell sind die Lizenzgebühren aus dem Verkauf von zertifiziertem Saatgut die wichtigste Einnahmequelle der Pflanzenzuchtunternehmen um die großen Aufwendungen für Innovation und Forschung zu decken.

Ein Landwirt in Deutschland muss ca. € 5,-/ha entrichten, um den Züchtungsfortschritt mitzufinanzieren. Umgelegt auf die Betriebe in Deutschland fallen somit durchschnittlich rund € 95,- pro Jahr und Betrieb an. Für die Landwirte ist somit die Investition in die Pflanzenzüchtung in Form von Kauf von zertifiziertem Saatgut und Nachbaugebühren gering, wenn man diese mit anderen Betriebsmitteln vergleicht. Der Ertragsfortschritt, die vielfältige Genetik und eine verbesserte Krankheitstoleranz bieten ein enormes Potential für einen erfolgreichen Pflanzenbau.

Die Pflanzenzüchtung spielt bei der Produktivitätssteigerung eine entscheidende Rolle. Im Schnitt der vergangenen 60 Jahre gingen 57 % des Ertragsfortschritts auf die Züchtung und 43 % auf verbesserte agronomische Maßnahmen zurück. Neue Studien belegen, dass der Sorteneffekt sogar bis zu 90 % ausmachen kann. In Europa gibt es nur noch wenige Länder in denen keine Nachbaugebühren auf Nachbausaatgut eingehoben werden. Auch in Österreich wird dieses Thema intensiv diskutiert. Gemeinsam mit der Interessensvertretung wird eine praktikable Lösung angestrebt.

In einem weiteren Referat zum Thema „Die Chancen der klein- und mittelständischen Kartoffelzüchter in Zukunft – Internationale Marktentwicklungen“ berichtete der Vertriebsleiter der Bavaria-Saat Vertriebs GmbH Ludwig Neff über die nationalen und internationalen Möglichkeiten eines mittelständischen Zuchtunternehmens. Die Bavaria-Saat kooperiert in der Pflanzguterzeugung auch mit der RWA Raiffeisen Ware Austria AG in Österreich und den steirischen Saatkartoffelerzeugern. In der Steiermark werden jährlich auf ca. 130 ha 2.500 t Pflanzkartoffeln bester Qualität erzeugt.

Drehscheibe Saatgutaufbereitung in Lannach

Obmann  Christian Konrad berichtete über die Entwicklung der Saatgutvermehrung in der Steiermark und die Zusammenarbeit mit der RWA AG, wo in der Saatgutstation in Lannach jährlich über 30.000 t Saatgut aufbereitet und umgeschlagen werden. Der aus Groß Sankt Florian stammende Geschäftsführer Johann Posch berichtete über das Produktionsjahr 2017. Im Vergleich zu anderen Produktionsgebieten konnten sowohl in der Saatgetreideproduktion, bei den Öl- und Eiweißkulturen als auch beim Hybridsaatmais durchschnittliche Ernteerträge mit guten Qualitäten erzielt werden. Erstmals konnte wieder der Erzeugerpreis für die Saatgutvermehrer geringfügig erhöht werden. Durch die leistungsstarken DIE SAAT Sorten und den Sorten der Saatzucht Gleisdorf konnte die Absatzquote verbessert werden. Insgesamt rechnet man für 2018 mit einer stabilen Vermehrungsfläche von 3.500 bis 4.000 ha. Nach dieser umfassenden Information und reger Diskussion bedankte sich Obmann Mag. Christian Konrad bei den Gästen und lud zu einem gemeinsamen Mittagstisch am Steiermarkhof ein.

Text : Josef Strohmeier

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