Gründung einer solidarischen Landwirtschaft in Deutschlandsberg

Der Weltagrarbericht zeichnet ein düsteres Bild unseres gegenwärtigen Agrar- und Lebensmittelsystems. Die industrialisierte Landwirtschaft ist maßgeblich an globalen Veränderungsprozessen wie dem Klimawandel, der Ressourcenverknappung oder Bodenerosion beteiligt. Die Auswirkungen dieser Veränderungen lassen sich schwer abschätzen. Unumstritten ist jedoch, dass wir alle betroffen sind. Die aktuelle Diskussion über Anpassungsstrategien an globale Veränderungen muss auch eine Debatte über nachhaltige Entwicklung auf lokaler Ebene beinhalten. Die negativen Auswirkungen dieser Veränderungen erfordern gesellschaftliche aber auch individuelle Anpassungsstrategien und vor allem ein Überdenken unseres gegenwärtigen Lebensstils und Konsumverhaltens. Bottom-up Initiativen sind ein wichtiges Element für eine nachhaltige Regionalentwicklung, da dadurch lokale Akteure die Möglichkeit haben Entwicklungsoptionen eigenmächtig festzulegen. Um die Zukunft der Landwirtschaft wird weltweit heftig diskutiert. Die einen vertreten die Interessen multinationaler Konzerne, die anderen fordern das Menschenrecht auf Nahrung. Der Dualismus zwischen industrialisierter Nahrungsmittelproduktion und kleinbäuerlicher nachhaltiger Landwirtschaft mündet in eine grundsätzlichen Diskussion über die Ausrichtung einer zukunftsfähigen Landwirtschaft.

Regionale Lösungen -
Aufbau alternativer Lebensmittelnetzwerke

Die biologische Landwirtschaft in Österreich hat sich im Laufe der Jahre stark verändert. Von einer Nischenproduktion ausgehend sind Bioprodukte heutzutage fast überall im Handel erhältlich und immer mehr Konsumenten entscheiden sich bewusst für biologisch produzierte Lebensmittel. Produktion und Vermarktung nähern sich jedoch zunehmend an die konventionelle Landwirtschaft an und führen zu Kritik an den aktuellen Entwicklungstendenzen. Deshalb wird der Ruf nach alternativen Versorgungsstrukturen innerhalb der biologischen Landwirtschaft immer lauter. Zwei Möglichkeiten gewinnen dabei immer mehr an Bedeutung. Lebensmittelkooperativen und die gemeinschaftsgestützte Landwirtschaft (CSA).
Beide Initiativen fördern die Kommunikation zwischen Produzenten und Konsumenten, indem der Waren- und Informationsaustausch direkt stattfindet und Zwischenhändler weitgehend ausgeschaltet werden. Kooperation und Solidarität stehen bei diesen Wirtschaftsgemeinschaften im Vordergrund. Ziel ist es, ein für alle Beteiligten gerechtes Lebensmittelsystem zu etablieren.

Lebensmittelkooperative Deutschlandsberg (LKDL)

Fast ein Jahr wurde in einem partizipativen Prozess an der Entstehung der Lebensmittelkooperative Deutschlandsberg (LKDL) gearbeitet. Die LKDL versteht sich als Alternative zu herkömmlichen Formen der Lebensmittelbeschaffung über Supermärkte. Es werden selbstorganisiert biologische Produkte direkt von regionalen Produzenten bezogen und ohne Aufpreis an die Mitglieder verteilt. Die LKDL ist offen für alle, die sich für eine alternative Art der Lebensmittelversorgung interessieren und sich aktiv daran beteiligen wollen. Siehe www.lkdl.at

CSA Wieserhoisl Gemüsekombo

Die Initiative einen (nicht zertifizierten) Bio - Gemüsebetrieb in Deutschlandsberg zu gründen entstand im Zuge der Auseinandersetzung mit dem Thema Ernährungssouveränität und regionale Lebensmittelversorgung im Laufe verschiedener Treffen des regionalen Lebensmittelnetzwerks in Deutschlandsberg im Jahr 2012 und 2013. Im Frühling 2013 war es dann so weit. Die Saison über wurden um die 10 Haushalte mit Gemüsekisten beliefert. Nun folgt der nächste Schritt einer Umformung des Produkt – Preis System in eine gemeinschaftsgestützte Landwirtschaft. dabei ist es Dieses Modell stellt eine Alternative zur industrialisierten Herstellung von Lebensmitteln dar. Konsumenten und Produzenten gehen dabei eine verbindliche Zusammenarbeit ein. Die Mitglieder der Wirtschaftsgemeinschaft leisten einen Beitrag zu den laufenden Kosten am Hof, können mitarbeiten and mitbestimmen und werden im Gegenzug mit Hoferzeugnissen versorgt.Hierfür gibt es noch freie Plätze.
Für nähere Infos und Fragen:
www.wieserhoisl.at und mail: wieserhoisl-gemuese@riseup.net

Autor:

Thomas Stopper aus Deutschlandsberg

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