Grundversorgung mit Öffis ist wichtig für Wohnstandort

Öffentlicher Verkehr – und wo im Bezirk er fehlt – war Thema des 4. Schilcherland Energietags auf der Burg Deutschlandsberg. Unter dem Titel "Öffentlicher Personennahverkehr – Zukunftschance der Region" trafen sich Experten und Vertreter der Region, um diese Chance zu diskutieren.
LH-Stellvertreter Siegfried Schrittwieser nahm für einen Ausbau der Öffis Betreiber und Bürger in die Pflicht: Es brauche ein größeres Angebot, aber auch Bewusstseinsbildung, damit wieder mehr Menschen öffentliche Verkehrsmittel nutzen und diese somit rentabler würden, so Schrittwieser.
Speziell mit der Situation im Bezirk Deutschlandsberg beschäftigt hat sich das Planungsbüro regionalis. Verkehrsplaner Günther Rettensteiner sieht eine Chance in bedarfsorientierten Angeboten.

WOCHE: Was muss ein gut vernetztes Öffi-System im ländlichen Raum bieten?
Günther Rettensteiner: Jugendliche, Familien und Senioren müssen ohne Pkw auskommen können. Wenn sich eine Gemeinde als Wohnstandort etablieren will, muss man dafür sorgen, dass zumindest die wichtigsten Siedlungen über ein Grundangebot abseits des privaten Pkw verfügen.

Muss man jedes Privathaus anfahren?
Das wäre zu extrem. Es braucht einen Kompromiss zwischen den Hauptachsen und bedarfsorientierten Systemen für die Grundversorgung in zersiedelten Gebieten. Mit irgendeinem öffentlichen Verkehrsmittel sollte man in jede kleinere Siedlung kommen.

Wo bestehen im Bezirk Deutschlandsberg Mängel?
In einigen Gemeinden gibt es derzeit pberhaupt kein öffentliches Verkehrsmittel, zum Beispiel in Freiland und Trahütten. In manchen gibt es nicht einmal einen Schulbus. Viele Gemeinden haben auch nur Schülerverkehr – und in den Ferien dann keine Öffis.

Wie kann man diese Lücken füllen?
Durch sogenannte "bedarfsorientierte Systeme", wo die Fahrt nur dann stattfindet, wenn sie benötigt wird, zum Beispiel Rufsammeltaxis.

Wie lässt sich so etwas organisieren?
Durch klare Spielregeln, was wo zu welchen Zeiten angeboten wird.

Was können einzelne Bürger tun, um sich zu beteiligen?
Man kann sich zum Beispiel für ein Sammeltaxi zusammenschließen. Manche Initiativen werden vom Klimafonds gefördert. Ein guter Ansprechpartner in diesen Fragen ist aber auch das Regionalmanagement.

Mehr Infos: www.eu-regionalmanagement.at, www.klimafonds.gv.at

Autor:

Caroline Mempör aus Deutschlandsberg

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