PPC Frauenthal: Sozialplan steht

FRAUENTAL. Für die 160 Beschäftigten der PPC Insulators in Frauental war es ein „Schlag ins Gesicht”, als sie am 5. April dieses Jahres überraschend erfahren mussten, dass eine Schließung ihres Betriebes vorbereitet wird. Unverständnis und Wut machte sich bei der Belegschaft breit. Immerhin wirft das Werk einen Gewinn ab und steht für die höchste Qualität im gesamten Konzern. Nun war der Betriebsrat gefordert und hat in enger Zusammenarbeit mit der Gewerkschaft und der Arbeiterkammer einen Sozialplan für alle Betroffenen mit der Geschäftsführung abgeschlossen, sollte es 2018 tatsächlich zu einer Schließung kommen.

Betriebsräte justieren nach

Der Betriebsrat wurde rasch aktiv, um für die Betroffenen gemeinsam mit den Experten der Gewerkschaften Bau-Holz (GBH), Privatangestellten (GPA-djp) und der Arbeiterkammer einen Sozialplan auszuarbeiten. Nach fünf Verhandlungsrunden ist es zu einem Abschluss gekommen.
„Nachdem wir am Anfang der Verhandlungen mit unserer Forderung nach einem Sozialplan noch auf taube Ohren gestoßen sind, ist es uns nun doch gelungen, einen ansehnlichen Betrag und eine Arbeitsstiftung für die Kolleginnen und Kollegen zu erreichen“, resümieren die Betriebsratsvorsitzenden Günter Steinbauer (Arbeiter) und Friedrich Kainz (Angestellter). Konkret wurde der im Vorjahr aufgrund von Restrukturierungsmaßnahmen abgeschlossene Sozialplan verbessert und wird im Falle der Schließung auf sämtliche rund 160 Mitarbeiterinenne und Mitarbeiter angewandt. d.h. es wird zusätzlich zu den gesetzlichen und kollektivvertraglichen Ansprüchen freiwillige Sozialplanleistungen sowie eine Arbeitsstiftung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geben. Diese zusätzlichen freiwilligen Geldleistungen werden nach Lebensalter und Dienstjahren berechnet.
„Das ist das Ergebnis langer Verhandlungen, das wir nur durch die tatkräftige Unterstützung der Gewerkschaften und der Arbeiterkammer erzielen konnten“, ziehen die Betriebsräte Bilanz.

Gut zu bewertendes Gesamtpaket

Andreas Linke, Landesgeschäftsführer der zuständigen Gewerkschaft Bau-Holz (GBH): „Ziel der Arbeitsstiftung ist es, alle Betroffenen durch Weiterbildungsmaßnahmen, Schulung und Beratungen so schnell wie möglich wieder in Beschäftigung zu bringen.” GBH-Bundesvorsitzender NAbg. Josef Muchitsch ergänzt: „Das Gesamtpaket, welches durch die Betriebsräte, Gewerkschaften und Arbeiterkammer verhandelt wurde, ist im Vergleich zu anderen Sozialplänen in der Steiermark äußerst positiv zu bewerten. Damit wird den Betroffenen bei der geplanten Schließung ab 2018 zumindest ein finanzielles Trostpflaster für die Überbrückung, bis sie einen neuen Job haben, zur Verfügung gestellt. Ohne die Gewerkschaften mit ihren Betriebsräten wären die Arbeitnehmer `mit einem Butterbrot abgespeist´ worden!"

Für Muchitsch und Linke sind die Schließungspläne zwar nach wie vor unverständlich, aber im Falle einer tatsächlichen Schließung sei das bestmögliche für die Beschäftigten herausgeholt worden.

Die Hoffnung lebt

Ihre grundsätzliche Kritik an der Schließung des Unternehmens halten die Betriebsräte aufrecht: „Wir sind nach wie vor fassungslos, das ein gewinnbringendes Unternehmen wegen Profitmaximierung einfach zusperrt“. Die Hoffnung, dass das Unternehmen verkauft und von einem neuen Eigentümer weitergeführt wird, haben Steinbauer und Kainz noch nicht aufgegeben: „Der Abschluss des Sozialplans wird uns nicht daran hindern, auch weiterhin für den Erhalt der Produktion am Standort Frauental zu kämpfen“.

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