Tourismus am Puls der Zeit

Guido Jaklitsch (l.) und Erich Neuhold setzen auf Digitalisierung für mehr Erfolg im Tourismus.
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  • Guido Jaklitsch (l.) und Erich Neuhold setzen auf Digitalisierung für mehr Erfolg im Tourismus.
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SCHWANBERG. Bei der jüngsten Vollversammlung des Tourismus Regionalverbandes Süd und Weststeiermark im Gasthof "Zur alten Post" in Schwanberg war die Digitalisierung eines der großen Themen, sprich ein übersichtlicher Internetauftritt des Regionalverbandes in Kooperation mit Tourismus Steiermark.
Worum geht's im Detail? Die WOCHE hat dazu jene Herren zum Interview gebeten, die es ganz genau wissen müssen, nämlich Erich Neuhold, Geschäftsführer von Steiermark Tourismus und Guido Jaklitsch, Vorsitzender des Tourismus-Regionalverbandes Süd- und Weststeiermark.

Die Digitalisierung ist in der Tourismusbranche angekommen. Wo steht die Steiermark dabei?

NEUHOLD: Das Geschäft verlagert sich immer mehr in den digitalen Bereich. Der Zug ist rasant unterwegs, da muss man rechtzeitig aufspringen. Ich habe 2014 über das Joanneum Ressearch ausheben lassen, wo die Steiermark in Sachen Digitalisierung überhaupt steht. Dabei waren die Flughöhen der verschiedenen Webportale sehr unterschiedlich. Deshalb haben wir als ersten Schritt das Steiermark Tourismus-Portal steiermark.com völlig neu aufgesetzt mit 70.000 neuen Seiten. Die Entwicklungskosten belaufen sich auf 250.000 Euro.

Wie kam es zur Vernetzung von Steiermark-Tourismus mit dem Regionalverband?
NEUHOLD: Ich habe mir die Frage gestellt, ob es sinnvoll ist, wenn jeder Verband extra diese Entwicklungskosten stemmen muss. Daher stellen wir das Portal für jeden, der es möchte, zur Verfügung, also entweder als 1:1 Kopie oder die Microsites oder Templates für einzelne Betriebe, sodass man recht kostengünstig und rasch zu einer Website kommen kann. Dabei hat der Regionalverband Süd und Weststeiermark mit Guido Jaklitsch gleich Interesse angemeldet und daher die 1:1 Kopie der Website erhalten.

Worin liegen die Vorteile?
JAKLITSCH: Wir sind dem Steiermark-Tourismus für dieses Angebot sehr dankbar. Da die Entwicklungskosten bereits abgewickelt sind, lag es an uns, dieses Portal auf unsere Ansprüche anzupassen. Mir als Obmann ist es ein Anligen, so eng als möglich mit dem Steiermark-Tourismus zusammenzuarbeiten, auch auf Marketing-Ebene. Die Ortsverbände sollen sehen, dass sie einen Mehrwert an diesem Regionalverband haben, vor allem was die Internationalisierung anbelangt.

Wie weit ist diese Homepage jetzt gediehen?
JAKLITSCH: Der Auftritt läuft sehr gut an und wir werden vorraussichtlich im Sommer das ganze Portal sued-west-steiermark.at auf Schiene haben. Dazu sind schon einige Portale online gegangen, wie z.B. Leibnitz, Sulmtal-Sausal, Gamlitz oder die Lipizzanerheimat. Zur Zimmerbuchung ist jetzt die ganze Süd- und Weststeiermark mit Feratel ausgestattet und auf der Homepage gleichgeschaltet. Seit dem Vorjahr ist auch die Südsteiermark mit derzeit 100 Betrieben mit Feratel vernetzt, sodass in nur einem knappen Jahr bereits 80.000 Euro aus Feratel generiert worden sind. Das bedeutet einen wirtschaftlichen Impuls für die gesamte Region.

Welche Agentur ist für die Umsetzung zuständig?
NEUHOLD: Das ist die Salzburger Agentur "Elements", die zu den Top 3 Internet-Dienstleistern in Österreich gehört und auch die Digitalisierung für die Steiermark umsetzt. Somit kommen Programmierung und Technik für das Grundgerüst fix aus einer Hand.
JAKLITSCH: Es ist einzigartig, dass wir aus einem technischen System für die gesamte Region schöpfen können. Die regionalen Inhalte werden von Textern, Photografen und  Firmen aus den jeweiligen Regionen befüllt. Während es in der Südsteiermark einzelne Website-Auftritte bereits gibt, sind im Schilcherland die "netWERKER" aus Wies als Projektmanager für die einzelnen Verbände eingesetzt. Diese eine große Plattform für das Schilcherland mit einigen Subportalen ist derzeit in Umsetzung.

Welche Kosten entstehen dem Regionalverband?

JAKLITSCH: Die Gesamtkosten für das ganze Projekt inklusive Programmierung der neuen Websites für die Süd- und Weststeiermark belaufen sich auf 285.000 Euro. Das Land Steiermark schießt eine Förderung von 100.000 Euro zu, die Förderungsabwicklung ist bis Herbst verlängert worden. Daher müssen wir jetzt die Bündelung der Kräfte in den drei Regionen forcieren, um diesen gemeinsamen Auftritt auch für die Gäste nach außen hin sichtbar zu machen.

Welche Vorteile haben die Betriebe?
NEUHOLD: Mit dem Internet schafft man Reichweiten, die zuvor mit den klassischen Werbemitteln nie möglich gewesen sind. Wir haben jetzt 13 Millionen User auf unserem Steiermark Portal. Also liegt es auch an den Betrieben, ihre Daten zu warten, um bei den Suchmaschinen entsprechend gereiht zu sein.

Was bringt die digitale Zukunft für Gäste?
Neben mehr Übersichtlichkeit und Information aus einer Hand, die natürlich auch Smartphonetauglich ist, wird der Gast künftig auch während des Urlaubes digital und mobil betreut werden können, also ganz auf die persönlichen Bedürfnisse abgestimmt. Dazu gibt es bereits von Feratel ein System, das sich "Concierge" nennt, das wir im kommenden Jahr auch unseren Regionen zur Verfügung stellen wollen.

Herr Neuhold, sie kommen viel in der Steiermark herum. Wo sehen Sie die Stärken der Süd- und Weststeiermark?
Dieser Bereich der Steiermark punktet durch eine besondere Vielfalt. Das bedeutet einerseits Herauforderungen im Miteinander, aber so ein Projekt wie die Digitalisierung für einen gemeinsamen Internet-Auftritt kann eine Region auch vereinen, um stark nach außen hin aufzutreten. Das ist eine große Chance!

Autor:

Susanne Veronik aus Deutschlandsberg

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