Weitere Reaktionen aus der Deutschlandsberger Gastronomie

Unterschiedlich sind die Reaktionen der Deutschlandsberger Gastwirte nach dem ersten Wochenende. Alle hoffen aber auf schnelle finanzielle Hilfe.
  • Unterschiedlich sind die Reaktionen der Deutschlandsberger Gastwirte nach dem ersten Wochenende. Alle hoffen aber auf schnelle finanzielle Hilfe.
  • hochgeladen von Simon Michl

BEZIRK DEUTSCHLANDSBERG. Nach zwei langen Monaten sind Wirtshäuser, Restaurants, Cafés und Bars seit letzten Freitag wieder geöffnet. Wir haben uns bei einigen Lokalen umgesehen, wie das erste Wochenende bei den Gästen angekommen ist:

Gastronomie hofft auf Gäste und Gelder aus der Politik

Das sagen weitere Gastronomen nach den ersten paar Tagen:

Landhaus Oswald - Genuss by Edler's, Unterbergla
Wolfgang Edler:

"Wir konnten die Sicherheitsmaßnahmen sehr gut umsetzen. Allerdings wäre es sehr, sehr wichtig, wenn es die Zahlen zulassen, die Mundmasken so schnell wie möglich wegzulassen. Kontrolliert wurde in unserem Betrieb nicht.
Es lässt sich momentan noch nicht abschätzen, in welchem Ausmaß die Hilfe kommen sollte. Wichtig wäre, dass einmal begonnen wird, Fixkosten zu ersetzen bzw. dass die ersten Gelder fließen. Ich hoffe, es geht dann sehr rasch, aber bis jetzt hat sich noch nichts getan. Wir sind am ersten Wochenende mit einer Auslastung von 50 Prozent gefahren. Wir werden uns bemühen diese zu optimieren und zu steigern. Auf alle Fälle ist der Veranstaltungsbereich komplett zusammengebrochen und für unseren Betrieb (Catering) ein Desaster.
Die Gäste waren überdurchschnittlich freundlich und dankbar! Bessere Gäste und Stammgäste kann man sich nicht wünschen! Der Zustelldienst wird sicher noch weiter hin angenommen. Wir werden es sicher bis in den Sommer hinein laufen lassen."

Martinhof, St. Martin
Christina und Christian Schoberleitner:

"Da in unserem Gasthaus ausreichend Platz ist, mussten wir auch keine Tische rausnehmen. Die Hygienestandards sind in der Gastronomie und Hotellerie schon sehr hoch, deshalb mussten wir auch nur mehr einen Desinfektionspender für die Gäste aufhängen.
Der Härtefonds ist ein Tropfen auf dem heißen Stein. Wenn man in den letzten Jahren jährlich investiert hat, braucht man keinen zusätzlichen Kredit, auch wenn der Staat dafür gerade steht.
Das erste Wochenende war überschaubar. Die Gäste waren vorbildlich und haben sich gefreut, wieder ausgehen zu dürfen. Kontrolliert wurden wir nicht.
Wir haben im März mit der Zustellung begonnen – das war sehr erfolgreich! Die Abholungen haben auch super funktioniert!"

Platzhirsch, Deutschlandsberg
Hannes Kasper:

"Ich habe das Glück, dass ich mit etwas mehr Aufwand mein Gehege größer machen konnte, dadurch sind mir keine Tische entfallen. Wir arbeiten mit Gesichtsschutz, den Mehraufwand an Desinfektionsmitteln und Handtüchern merkt man schon in den ersten Tagen sehr. Die 4-Personen-Regel ist nicht leicht zu halten, jeder kennt jeden... Aber die Gäste halten zum Großteil den Abstand ein, es geht nicht immer, ein Elefantenbaby Abstand zu halten. Dass die Gäste nicht mehr an der Bar stehen dürfen und kurz beim Wirt auf ein Gespräch verweilen, ist schwierig. Da im Freien der Mundschutz wegfällt, kommen die Gäste lieber in Gastgärten, um sich zu treffen.
Leider ist es nicht einfach gewesen, Geld für uns "Kleine" über Ansuchen zu bekommen, oder es kommt erst. Nur wann, jetzt brauchen wir Hilfe, es müssen die Rechnungen vom April und Mai bezahlt werden sowie Mieten und fortlaufende Kosten. Man müsste die ÖsterreicherInnen mit einem Gutschein als Österreichurlaub locken, um die Wirtschaft anzukurbeln, damit wir Kleinen überleben können.
Derzeit ist es sehr ruhig und alle sind vorsichtig. Ich bin fürs erste Wochenende zufrieden, aber bei mir ist das Wetter mein Feind, neben Corona. Unsere Gäste sind Zusammensitzer und Unterhalter, ist eben schwierig, wenn man sich nicht zusammenstellen darf.
Die Behörde ist in Deutschlandsberg immer unterwegs. Sie schauten vorbei und fragten, ob alles passt, sehr verstärkt gegen 23 Uhr."

Café Sonnenplatz'l, Preding
Karin Govedic:

"Die Sicherheitsmaßnahmen sind okay. Wobei ich mir, glaube ich, leichter tue als andere Gastronomen, weil ich keine Innensitzplätze habe. Kontrolliert wurden wir nicht. Finanzielle Hilfe habe ich – noch nicht – in Anspruch genommen. Tatsache ist: Ich hätte normalerweise am 2. April aufgesperrt, nun fehlen sechs Wochen Umsatz! Was gerne angenommen wurde, war die Abholung unserer überaus köstlichen, frischen und weithin bekannten Mehlspeisen.
Das erste Wochenende war sehr gut! Meine Gäste sind hauptsächlich Familien mit Kindern (wir werden auch 2020/21 wieder als kinder- und familienfreundliche Gaststätte ausgezeichnet). Es waren über den Tag verteilt knapp 70 Personen (groß und klein) da, Samstag wie Sonntag. Freitag hat es leider geregnet. Alle haben sich vorbildlich verhalten!
Ich bin soweit zufrieden und sehr froh, dass ich wieder geöffnet habe!"

Atrium, Deutschlandsberg
Hubert Kügerl:

"Die Umsetzung der Sicherheitsmaßnahmen stellt für uns kein großes Problem dar, jedoch ist das von Seiten des Gastes ein ungewohntes Bild, Servicemitarbeiter mit Masken zu sehen. Wodurch auch durch ausgeschriebene Maßnahmen die Gäste um bis zu zwei Drittel ausbleiben und unser Angebot nicht annehmen. Nicht nur seitens des Gasts ist die Maskenpflicht beim Betreten des Lokals ein großes Problem, auch speziell für unser Personal sind die Masken kaum zumutbar.
Vom 500-Millionen-Euro-Wirtshauspaket ist für unseren Betrieb noch kein Geld geflossen, wir sind sehr gespannt ob wir hier finanzielle Zusagen bekommen und ob auch die Steuererleichterungen und Senkungen der Lohnnebenkosten umgesetzt werden.
Bisher wurde von den Behörden noch nichts kontrolliert. Trotz allem hoffen wir auf baldige Aufhebungen der Sicherheitsmaßnahmen, damit sich der Gast wieder wohl fühlt und wir unsere Umsätze der Monate vor der Corona-Krise wieder erreichen."

Auch die Wirtschaftskammer Deutschlandsberg steht in Kontakt mit den Gastronomiebetrieben. Das sagt Regionalstellenleiterin Maria Deix nach dem ersten Wochenende der Lokalöffnungen:

"Die Rückmeldungen über die Anzahl der Gäste waren geteilt. Aber grundsätzlich sind alle froh, dass es endlich wieder losgeht, wenn auch mit Einschränkungen. Es waren zu Beginn eher die Stammgäste. Aber nach ein paar Tagen kann man noch nicht viel sagen, auch das Wetter war am Wochenende noch nicht einladend. Wenn das öffentliche und wirtschaftliche Leben wieder mehr wird, geht man auch sicher wieder lieber auf einen Kaffee oder ein Glaserl Sekt. Was aber bleiben wird, glaube ich, sind die vielen Abholungen bei den Lokalen."

Autor:

Simon Michl aus Deutschlandsberg

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