Veranstaltung der Raiffeisenbank Schilcherland und des VFE
"wind-sun-water" - Ein Abend für und um die Umwelt

Laura Dekker erzählte von ihren unglaublichen Erfahrungen bei ihrer Weltumseglung.
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  • Laura Dekker erzählte von ihren unglaublichen Erfahrungen bei ihrer Weltumseglung.
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In der EbenE², dem Kultur- & Veranstaltungszentrum der Raiffeisenbank Schilcherland, fand am 06.02.2020 die Veranstaltung „wind-sun-water“ statt. Angesprochen wurden verschiedene Innovationen zum Thema der Energiewende. Abschließend erzählte Laura Dekker, die jüngste Weltumseglerin, von ihren Abenteuern und Erfahrungen.

Begrüßung

DEUTSCHLANDSBERG. Moderiert wurde der Abend von Joachim Gründler vom Verein zur Förderung der Energieeffizienz, kurz VFE. „Wir wollten Leuten, die mit dem Thema nur als Konsumenten etwas zu tun haben, die Chance geben, sich zu informieren. Das ist die Aufgabe, die der VFE erfüllen will und auch erfüllt.“, so Joachim Gründler.
Georg Lampl, Vorstand des Privat Banking Weststeiermark, hieß die Besucher in der EbenE² mit ein paar einleitenden Grußworten willkommen. Das Gebäude, in dem sich der Veranstaltungsraum befindet, war vor 20 Jahren das Hauptgebäude der Raiffeisenbank. In den letzten fünf bis sieben Jahren wird es wieder für verschiedene Zwecke genutzt. „Es freut uns, dass wir den Raum für tolle Veranstaltungen wie heute zur Verfügung stellen können!“, sprach Georg Lampl.
Auch Bgm. Josef Wallner zeigte sich sehr erfreut über die Veranstaltung, die aus einer Kooperation der Raiffeisenbank Schilcherland und dem VFE entstanden ist. „Der VFE ist unserer Zeit schon lange voraus. Seit Jahren predigt ihr Themen, die nun auch im Mainstream angekommen sind!“, sagte er über den Verein.

Wind, Sonne und Wasser

Walther Music, Berater der Firma Herz Energietechnik, sprach über die Vorteile einer Wärmepumpe. Die meisten Heizungen in Österreich sind Ölheizungen. Ihr Nachteil ist: Man muss etwas mehr Energie zuführen, weil man einen Teil der Energie über die Wände und über den Kamin verliert. Außerdem emittiert man mit einer Ölheizung die 3fache Menge des zugeführten Öls an CO2. Bei einer Wärmepumpe muss man nur ein Drittel der Energie zuführen, man hat also automatisch zwei Drittel der Energie aus der Umwelt. „Die Pumpe bringt die Umweltenergie in die Heizung!“, so Walther Music: „ Mit einer Wärmepumpe kann man mit einem kleinen Zusatzaufwand das Haus kühlen, entfeuchten und ein Wohnfühlklima installieren - alles mit nur einem Gerät.“ Die Probleme, die Wärmepumpen erzeugen könnten, resultieren laut Music nicht aus den Geräten selbst, sondern aus der fehlerhaften Installation.

Nach ihm widmete sich Alfred Pichsenmeister, Verkaufsleiter der Firma Siblik, den Themen E-mobilität, Elektrospeicher und Photovoltaik. 50% der jährlichen 50 Milliarden Tonnen Treibhausgasemissionen entstehen bei der Energieerzeugung, alleine 80 Millionen davon in Österreich. Zu Beginn lag die C02 Konzentration bei 250 ppm, nun erreicht alleine der Bereich Graz einen Wert von ungefähr 430-450 ppm. „Jeder hat seinen Beitrag zur Rettung der Welt zu leisen.“, sagte Alfred Pichsenmeister. Er sprach unter anderem von der Zukunftsvision, selbstgewonnenen Strom an seine Nachbarn verkaufen zu können und so Energiegemeinschaften zu gründen. Auf die Frage, ob sich eine Photovoltaikanlage auch rentiert antwortete er: „ Wenn man ein Haus baut, ist die PV- Anlage der einzige Bauteil, der sich selbst finanziert!“ Unter anderem sprach er auch davon, dass Elektroautos im Moment überwiegend Premiumautos seien, es fehle die breite Masse. „Würden alle elektrisch fahren, würden wir uns rund 5 Milliarden Liter Treibstoff sparen. Alle Probleme sind lösbar!“, so Alfred Pichsenmeister

Die jüngste Weltumseglerin der Welt

„Guppy“ heißt das Boot, mit dem die damals 14-Jährige ganz alleine um die Welt segelte. Es ist der Name winziger Fische, die ursprünglich aus Süßgewässern der Karibik sowie den küstennahen Gewässern des nördlichen Südamerikas stammen. „Ich habe gedacht ich bin so klein auf diesem Ozean, in dieser Welt - ich selbst bin ein Guppy“, erzählte Laura Dekker.

Die heute 24-jährige kam auf einem Schiff während einer Weltumseglung zur Welt. Ihre Eltern segelten damals sieben Jahre um die Welt - auf einem Schiff, dass ihr Vater selbst gebaut hatte. Die ersten fünf Jahre nach ihrer Geburt segelte die junge Laura Dekker mit ihrer Mutter, einer Deutschen und ihrem Vater, einem Holländer um die ganze Welt. Damals wünschte sich ihre Mutter ein größeres Schiff, so begann ihr Vater, eines zu bauen. Als Laura 6 Jahre alt war, trennten sich ihre Eltern, doch ihr Vater gab nie auf, das Schiff zu bauen - heute ist es beinahe fertig.

„Mit sieben habe ich mein eigenes kleines 'Boot' gebaut und bin damit über einen Fluss gesegelt. Ich war so stolz über diese Errungenschaft. Dieses Gefühl, dass ich ein Ziel erreicht habe, war etwas ganz Tolles - ich wollte es immer wieder haben.“, sprach Laura Dekker. Als Kind machte sie bei vielen Segelwettbewerben mit, meistens mit ihrem Hund. Mit 10 reparierte sie sogar ein altes Boot und machte es wieder seetüchtig. Sie erzählte begeistert von ihrer Leidenschaft: „ Die einzigen Tage, an denen ich nicht segeln gegangen bin waren, wenn ich im Winter nicht durch das Eis gekommen bin.“ Die Abenteuerlust wuchs immer weiter, mit 11 Jahren segelte sie sieben Wochen durch ganz Holland, mit 13 brach sie heimlich nach England auf, wo ihr Vater sie dann von einem Polizeibüro abholen musste.

Mit 13 wäre sie bereit für eine Weltumseglung gewesen, doch ein Gerichtsverfahren, welches den Eltern das Sorgerecht abnahm, verzögerte die Reise. Ein Jahr lang wurde die Geschichte von den Medien mitverfolgt, 8 Gerichtsverfahren dauerte es, bis die Eltern das Sorgerecht zurückbekamen. „Das war viel schwerer als jeder Sturm, den ich auf meinen Reisen erlebt habe.“, sprach Laura Dekker.
Im August 2010 war es dann endlich so weit: Die 14-jährige durfte mit dem 12 Meter langen „Guppy“ aufbrechen. Mit ihrem Vater segelte sie nach Gibraltar, ab dort begann sie ihre Solo-Umsegelung. Unterwegs sah sie weniger Meerestiere und mehr Plastik, als sie sich gewünscht hätte: „ Wenn man das mit eigenen Augen sieht, dann erkennt man das Problem. Wir dürfen die Natur nicht bekämpfen, wir sollten Respekt vor ihr haben. Deswegen finde ich die Veranstaltung heute so toll.“
Sie hatte sich bewusst dafür entschieden, keine Sponsoren für die Reise zu suchen, so konnte sie selber entscheiden, wo sie wann hinfahren würde. Ging etwas am Schiff kaputt, musste sie es jedoch selbst reparieren.

In der Karibik wäre der offizielle Start- und Endpunkt der Reise gewesen, zu der Zeit dauerte die Weltumseglung genau ein Jahr. „An diesem Punkt war mir das egal. Ich habe aus der Reise so viel gelernt und das hat viel mehr Wert für mich gehabt.“, sprach Laura. So ging sie nicht zurück nach Holland, sondern segelte ein halbes Jahr weiter und lebte danach 8 Jahre in Neuseeland - natürlich auf ihrem Boot.

Für die Zukunft plant Laura, mit Jugendlichen zu segeln, um ihnen wichtige Werte beizubringen, die sie selbst auf ihren Reisen gelernt hat. Sie gründete die „Laura Dekker World Sailing Foundation“ und entwarf ein Schiff speziell dafür, mit Kindern zu segeln, die noch keine Erfahrung damit haben. „Wir hoffen, noch dieses Jahr mit dem Schiffbau zu beginnen.“, sprach Laura.
Nach ihrem Vortrag signierte sie Ausgaben ihres Buches „Ein Mädchen, ein Traum: Solo um die Welt“ für die Zuhörer.

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