12.06.2017, 14:16 Uhr

Alte Heimat, neue Aufgaben im Gemeindeamt Greisdorf

St. Stefans Bürgermeister Stephan Oswald mit seinen Mitarbeitern Gabriele Garber, Karoline Herunter und dem ehemaligen Greisdorfer Bürgermeister Gerhard Eger (v.l.) vor dem jetzigen Bauamt.

Aus Gemeindeamt wurde nach der Fusion das Bauamt: In Greisdorf ist der ehemalige Bürgermeister aber noch immer aktiv.

2015 wurden Greisdorf und Gundersdorf mit der Gemeinde St. Stefan ob Stainz zusammengeschlossen - eine politische Zusammenführung dessen, was gesellschaftlich schon längst zusammengehörte. Kirche und Neue Mittelschule sind seit Jahren ohnehin in St. Stefan, seit der Schließung der VS Sommereben vor vier Jahren auch die Volksschule. Viele Vereine vereinten die drei ehemaligen Gemeinden schon vor längerer Zeit. „Die Leute waren schon immer beieinander“, erinnert sich Gerhard Eger, der letzte Bürgermeister von Greisdorf.

Die Fusion als Chance

Auch heute noch sitzt Eger im ehemaligen Gemeindeamt in Greisdorf - und leitet dort das Bauamt der neuen Großgemeinde. St. Stefan ist damit eine der wenigen Gemeinden, die ihr Bauamt örtlich ausgelagert hat. In den vier Monaten von der Fusionierung zu Jahresbeginn 2015 bis zu den folgenden Gemeinderatswahlen wurden weit über 2.000 Akten aus den drei Vorgängergemeinden zusammengetragen und in Greisdorf untergebracht. Für Eger und seine Mitarbeiterin Gabriele Garber eine Riesenaufwand, da die unterschiedlichen Datenstämme zusammengeführt werden mussten. „Dazu kam die Umstellung auf das neue EDV-System, das war sehr herausfordernd“, blickt Garber zurück. Mittlerweile können sich die beiden durch die dezentralisierte Lage des Bauamts viel detaillierter auf ihre Aufgaben konzentrieren, auch wenn die Akten noch immer nicht auf dem Stand sind, wie sie es gerne hätten. „Wir haben aber auch höhere Ansprüche als in den alten Gemeinden“, so Eger, der eine moderne Verwaltung werden will. „Darin sehen wir auch den Sinn der Fusion: Wenn was verändert wird, dann soll was Besseres rauskommen als zuvor.“ Das ist ein Prozess, der immer noch nicht abgeschossen ist, meint auch Bürgermeister Stephan Oswald.

Neuer Bürgermeister

Er steht sinnbildlich für den Neustart der Fusionsgemeinde, der irgendwie dann doch keiner ist: Keiner der drei letzten Bürgermeister aus den ehemaligen Gemeinden übernahm das Amt, Oswald wurde 2015 neuer Ortschef. Neben Eger arbeitet auch der Ex-Bürgermeister aus Gundersdorf, Andreas Klement, in der Gemeinde, St. Stefans langjähriger Ortschef Ernst Summer ist heute bei Special Olympics Österreich tätig. „Dadurch konnten wir politisch neu starten, anders könnte ich es mir gar nicht vorstellen“, meint Eger. Es gibt jedoch genügend Beispiele aus anderen Gemeinden, in denen die Fusion nicht so harmonisch ablief: Alle Mitarbeiter der Vorgängergemeinden wurden übernommen, in der Kleinregion Reinischkogel war man schon zuvor zusammengeschlossen, dadurch fusionierten St. Stefan, Greisdorf und Gundersdorf freiwillig.

Umzug für Puppenmuseum

Das ehemalige Gemeindeamt in Gundersdorf (mit einer Wohnung) steht seit dem Vorjahr gänzlich leer, die Gemeinde möchte es verkaufen. In der geschlossenen VS Sommereben war bis Anfang des Jahres ein Puppenmuseum eingerichtet, das mittlerweile nach Lebring umgezogen ist. „Mir tut es leid darum, aber das Gebäude gehört renoviert, dafür hätten wir viel Geld investieren müssen“, so Bürgermeister Oswald. „Wichtig war uns, dass es erhalten bleibt“. Das Gebäude wurde an eine Immobilienfirma verkauft.
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