20.06.2017, 16:29 Uhr

Arztbesteck statt Aktenstapel

Hans Loibner, ehemaliger Bürgermeister von Gasselsdorf bzw. Sulmeck-Greith, zeigt auf das einstige Amtsstüberl in seinem Hof.

Vom Gemeindeamt zur Arztpraxis, so ist es in Sulmeck-Greith geschehen.

ST. MARTIN. In unserer Serie beleuchten wir diesmal das ehemalige Gemeindeamt von Sulmeck-Greith, das nach der Fusion mit St. Martin im Sulmtal recht rasch einer sinnvollen Nachnutzung zugeführt worden ist.
Zwar prangt noch immer das Wappen von Sulmeck-Greith am ehemaligen Gemeindeamt, dabei werden hier seit 2015 keine Amtsgeschäfte mehr geführt – die Gesundheit steht hier auf der Tagesordnung. Der praktische Arzt Clemens Stanek hat das Objekt nämlich im Jänner 2016 von der Gemeinde angekauft, der dort seine Ordination mit großzügigen Behandlungsräumen im Bereich der ehemaligen Kanzlei und Büros eingerichtet hat. Seit 27. September 2016 ordiniert Stanek hier und erfreut sich großen Zulaufes. "Für St. Martin ist das mehr als ein Glücksfall", ist Bgm. Franz Silly froh über diese gelungene Lösung, die zur Absicherung der ärztlichen Versorgung in der Gemeinde geführt hat.
Außerdem ist Sonja Schwindsackl mit ihrem Kosmetik- und Fußpflegestudio aus Wies nach Gasselsdorf übersiedelt und hat am 4. Oktober des Vorjahres eröffnet. "Mein neuer Arbeitsbereich ist das ehemalige Standesamt der Gemeinde Sulmeck-Greith. Allerdings habe ich für meine Zwecke eine zusätzliche Wand einziehen lassen", erklärt Schwindsackl. Die Akten, Unterlagen u.a. aus dem alten Gemeindeamt, in dem Karl König als Bürgermeister von 1993 bis 2015 residiert hat, sind zum Teil in einem Lagerraum beim Bauhof untergebracht bzw. auch schon im neuen, noch im Umbau befindlichen Gemeindeamt von St. Martin im Sulmtal verstaut.

Wer hat’s errichtet?

Erbaut wurde das Gemeindeamt von Sulmeck-Greith übrigens von Hans Loibner, der von 1960 bis 1969 Bürgermeister von Gasselsdorf und bis 1993 von Sulmeck-Greith gewesen ist.
Einer seiner Vorgänger als Ortschef von Gasselsdorf war der ehemalige Landeshauptmann Josef Krainer sen., nämlich von 1945 bis 1950, der mit seiner Frau auch das Ziegelwerk in Gasselsdorf betrieben hat. "Der Josef Krainer jun. war einer meiner Jugendfreunde", erzählt Hans Loibner. Zu seiner Zeit als Bürgermeister von Gasselsdorf hat ein ausgebautes Stüberl im Stall als Amtsstube hergehalten, wie uns Loibner in seinem Hof zeigt. Schließlich ist es 1969 zu einer ersten Fusionierung gekommen. Zusammengeführt wurden die Gemeinden Gasselsdorf, Dietmannsdorf und die Pfarre St. Ulrich zur neuen Gemeinde Sulmeck-Greith. Mit dieser Fusion wurde auch ein neues Gemeindeamt nötig. Nach der gar nicht so einfachen Suche nach einem geeigneten Grundstück hat Hans Loibner Bauland nahe der Kapelle für diesen Zweck gegen einen Acker eingetauscht. "Damals mussten die Gebäude noch für einen Schutzraum unterkellert sein", erklärt Loibner zur Planung. Im Untergeschoss waren Sitzungssaal mit Standesamt sowie die Kanzlei mit Bürgermeisterbüro eingerichtet. Später hat Hans Loibner auch das Dachgeschoss zu einem Sitzungssaal ausbauen lassen. Jetzt dient das Objekt wieder seinen Bürgern, nämlich rund um Wohlbefinden und Gesundheit.
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Gerhard Woger aus Deutschlandsberg | 20.06.2017 | 19:01   Melden
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